- VonMichel Guddatschließen
Im deutschen Profifußball ist die 3. Liga die dritthöchste Spielklasse. Vor allem die Themen Aufstieg und Finanzen sorgen regelmäßig für Diskussionen.
Frankfurt – Die 3. Liga ist seit ihrer Einführung in der Saison 2008/2009 ein fester Bestandteil des deutschen Profifußballs. Sie bildet die dritthöchste Spielklasse unterhalb der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga und dient als Schnittstelle zwischen dem Profi- und Amateurfußball.
| Name | 3. Liga |
|---|---|
| Verband | Deutscher Fußball-Bund (DFB) |
| Erster Spieltag | 25. Juli 2008 |
| Anzahl an Mannschaften | 20 |
| Qualifikation für | 2. Bundesliga, DFB-Pokal |
| Aufstiegsplätze | Platz 1 und 2 direkt, Platz 3 Relegation |
| Abstiegsplätze | Platz 17 - 20 |
Seit der Saison 2008/2009: Darum wurde die 3. Liga im Fußball eingeführt
Ziel der Gründung der 3. Liga war es, eine höhere Leistungsdichte herzustellen, die Basis des Profifußballs zu stärken und die Vermarktungschancen der Vereine unterhalb der Lizenzligen zu optimieren. Da der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Liga zuständig ist, trägt diese nicht den Namen 3. Bundesliga, wie es bei den höheren Ligen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) üblich ist.
Vor der Einführung große Diskussionen um das Teilnehmerfeld
Das Teilnehmerfeld der ersten Saison ergab sich dabei aus den zehn bestplatzierten Teams der Vorsaison aus der Regionalliga Süd und aus der Nordstaffel. Vier Mannschaften (je zwei aus jeder Staffel) stiegen in die 2. Bundesliga auf und wurden durch vier Absteiger aus der zweithöchsten Spielklasse ersetzt. So ergab sich die Ligengröße von 20 Mannschaften, die bis heute Bestand hat.
Doch das Teilnehmerfeld der geplanten Liga sorgte im Sommer 2006 für große Diskussionen. Der Grund war die Teilnahme der zweiten Mannschaften der Erst- und Zweitligisten. Die Sorge bestand, dass die U-23-Mannschaften der Profis für Wettbewerbsverzerrung und geringere Zuschauerzahlen sorgen könnten. Schlussendlich einigten sich die Teams auf die begrenzte Anzahl von vier Zweitvertretungen in der Premierensaison. Da sich nur drei Zweitvertretungen in der Premierensaison qualifizierten, kam die Regelung jedoch nicht zum Tragen.
Das sind die Gründungsmitglieder der 3. Liga:
- 1. FC Union Berlin
- Fortuna Düsseldorf
- SC Paderborn 07
- SpVgg Unterhaching
- FC Bayern München II
- Kickers Emden
- Kickers Offenbach
- SV Sandhausen
- Dynamo Dresden
- FC Rot-Weiß Erfurt
- VfB Stuttgart II
- FC Erzgebirge Aue
- Eintracht Braunschweig
- Wuppertaler SV Borussia
- SSV Jahn Regensburg
- FC Carl Zeiss Jena
- Werder Bremen II
- Wacker Burghausen
- VfR Aalen
- Stuttgarter Kickers
Wer steigt in die 2. Bundesliga auf – DFB-Pokal als großer Reiz für Drittligisten
Seit dem Startschuss 2008/09 steigen die ersten beiden Mannschaften direkt in die 2. Bundesliga auf. Der Tabellendritte muss den Weg über die Relegation gehen und trifft dort auf den Drittletzten der 2. Bundesliga. In zwei Entscheidungsspielen wird um das letzte Ticket der zweithöchsten Spielklasse gekämpft.
Seit der Saison 2018/2019 steigen die letzten vier Mannschaften aus der 3. Liga in die jeweilige Regionalliga ab. Besonders lukrativ und reizvoll für die Teams der dritthöchsten Spielklasse: Die ersten vier Teams der dritten Liga qualifizieren sich für den DFB-Pokal.
Das sind die Rekordsieger der 3. Liga mit je zwei Titeln:
- Dynamo Dresden
- VfL Osnabrück
- 1. FC Magdeburg
Erster Meister der dritten Liga wurde der 1. FC Union Berlin. Neben den Eisernen qualifizierte sich die Fortuna aus Düsseldorf, sowie der SC Paderborn für die zweite Liga. VfR Aalen und die Stuttgarter Kickers mussten als erste Absteiger den Weg in die Regionalliga antreten.
Fünf Meister, aber nur vier Plätze: So werden die Aufsteiger aus den Regionalligen ermittelt
Schwieriger gestaltet sich jedoch der Aufstieg von der Regionalliga in die dritte Liga. Denn seit der Einführung von fünf Regionalligen (Bayern, Südwest, West, Nord und Nordost), aber nur vier verfügbaren Startplätzen, erhält nicht jeder Meister automatisch eine Startberechtigung.
In der Saison 2020/2021 legte der DFB-Bundestag fest, dass die Meister der Regionalligen West und Südwest fest und direkt aufsteigen. Der dritte Aufstiegsplatz wird im Rotationsprinzip an die drei übrigen Regionalligen (Bayern, Nord, Nordost) vergeben. Die zwei jeweils übrigbleibenden Regionalligen müssen in Play-offs mit Hin- und Rückspiel den letzten Startplatz ermitteln.
Die 3. Liga will den Nachwuchs weiter fördern
Um den Amateurfußball enger mit dem Profifußball zu vernetzen und die Talentförderung zu stärken, gibt es in der 3. Liga eine sogenannte U-23-Regelung, die für alle ersten Mannschaften der 3. Liga verpflichtend ist. So müssen in jedem Spiel mindestens vier Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen, die für eine DFB-Auswahlmannschaft spielberechtigt sind und am 1. Juli der jeweiligen Saison das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Besondere Regeln gibt es zudem für die Zweitvertretungen der Erst- und Zweitligisten. Diese dürfen maximal drei Spieler, die älter als 23 Jahre sind, in einem Spiel einsetzen. Zudem können diese Teams nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen und dürfen auch nicht am DFB-Pokal teilnehmen.
Lizenzverfahren, Punktabzug, Zwangsabstieg: Finanziell ist die 3. Liga teilweise schwer zu stemmen
Um in der 3. Liga starten zu dürfen, müssen die Vereine bestimmte Bedingungen und Auflagen erfüllen. Ziel sei es, „den ordnungsgemäßen Ablauf der Saison im finanziellen und technisch-organisatorischen Bereich zu gewährleisten“, informiert der DFB auf seiner Website. Als Beispiel ist hier die Stadioninfrastruktur (Kapazität mindestens 5.000 Plätze) zu nennen oder eine standesgemäße Ausbildung der Trainer.
Obwohl die 3. Liga umsatzstärker als viele erstklassige Ligen anderer Sportarten ist, führten die Anforderungen oft zu finanziellen Problemen einiger Vereine. Insolvenzverfahren und damit verbundene Zwangsabstiege und Punktabzüge sind dementsprechend keine Seltenheit.
Besonders der Rückzug von Türkgücü München in der Saison 2021/2022 sorgte für großen Wirbel. Denn: die Jungs von der Heinrich-Wieland-Straße stellten noch in der laufenden Spielzeit den Spielbetrieb ein. Ein Novum im deutschen Profifußball. Alle Spiele gegen die Münchner wurden annulliert, was große Auswirkungen auf die Tabelle hatte.
DFB führt Financial Fairplay und Nachwuchsförderung ein
Um solchen Konsequenzen entgegenzuwirken, wurde das Financial Fairplay und der Nachwuchsförderungstopf eingeführt. Auch hier ist das Ziel, die Talentförderung zu erweitern und zu verbessern. Insgesamt 2,36 Millionen Euro werden ab der Saison 2024/2025 jährlich an die Drittligisten ausgezahlt. Als Kriterium für die ausgeschüttete Summe für einen Verein gelten Leistungszentren sowie der Einsatz von deutschen U-21-Spieler.
Die Übertragung der 3. Liga-Spiele läuft im Stream und Free-TV
Eine weitere Einnahmequelle für die Vereine der 3. Liga sind die Fernsehrechte. Seit der Saison 2018/2019 erhalten die Drittligisten über eine Million Euro pro Saison. Die Fernsehrechte selbst liegen seit der Saison 2017/2028 in den Händen der Telekom. Über MagentaSport sind alle Spiele der 3. Liga zu sehen. Die ARD und ihre Drittprogramme (BR, HR, MDR, NDR, RBB, SR, SWR, WDR) dürfen ebenfalls ausgewählte Spiele übertragen. 68 der insgesamt 380 Spiele sind somit im Free-TV zu sehen.

