Der funkelnde Diamant in der Wüste

WM 2022: Education-City-Stadion – Infos, Hintergründe, Skandale

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Education-City-Stadion

Das Education-City-Stadion in al-Rayyad ist mit 40.000 Plätzen eines der größten Stadien für die WM 2022 in Katar und liegt im Herzen des Bildungsviertels.

Doha – Das für die WM 2022 neu erbaute Education-City-Stadion in al-Rayyan erhebt sich neben den weitläufigen Grünflächen der sogenannten Education City, einem ganz auf Bildung und Forschung ausgerichteten Viertel voller Hochschulen. Aufgrund seines außergewöhnlichen Designs mit geometrischen Mustern in der Außenhülle, die das Sonnenlicht reflektieren, wird das Stadion in Katar auch als Diamant in der Wüste bezeichnet.

Wo befindet sich das Education-City-Stadion?

Die Regierung von Katar stampfte ab 2003 ein komplett neues, zwölf Quadratkilometer großes Viertel in al-Rayyan aus dem Boden, in dem sich einheimische und ausländische Hochschulen ansiedeln sollten. Heute betreiben sechs amerikanische, eine britische und eine französische Universität Zweigstellen in der Education City, die von der katarischen Hamad Bin Khalifa University mit ihren nationalen Forschungseinrichtungen ergänzt werden.

Rund um den Campus entstanden weitere neue Großbauten wie das Qatar National Convention Centre und die Nationalbibliothek sowie zuletzt das Education-City-Stadion. Während der WM 2022 wird es 40.000 Zuschauer fassen, ehe die Zahl der Sitzplätze um die Hälfte reduziert und das Stadion den Sportmannschaften der Universitäten übergeben wird.

Das außergewöhnliche Design der Architekturbüros Fenwick Iribarren Architects and Pattern greift traditionelle islamische Muster auf und kombiniert sie mit modernster Technik. Tagsüber bringt die Sonne die Außenhülle zum Funkeln, abends wird das Stadion prachtvoll beleuchtet. Während der Fußballspiele wird der Innenraum von riesigen Klimaanlagen auf 27 °C heruntergekühlt.

Education-City-Stadion und Nachhaltigkeit

Die katarische Regierung legt beim Bau und Betrieb der neuen Stadien Wert auf Nachhaltigkeit. So wurde für den Bau des Education-City-Stadions zu 55 Prozent Baumaterial aus nachhaltigen Quellen verwendet. 28 Prozent bestehen teilweise aus recycelten Materialien. Als erstes Stadion der WM 2022 wurde es mit fünf Sternen des katarischen Global Sustainability Assessment Systems bewertet (GSAS). Die Begrünung rund um das Stadium erfolgte weitgehend mit einheimischen Wüstenpflanzen, die keine aufwendige Bewässerung erfordern.

Das Education-City-Stadion liegt direkt an einer Haltestelle der Doha Metro (Green Line), sodass Fußballfans, die in der Hauptstadt wohnen, leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können. Dazu ist die Education City von schattigen Fahrradwegen durchzogen und besitzt zahlreiche gesicherte Fahrradparkplätze.

Education-City-Stadion: Kapazität und Sitzplan

Wie die meisten Stadien der WM 2022 wurde das Education-City-Stadion mit einer Zuschauerkapazität von 40.000 Sitzplätzen geplant. Der Sitzplan ist in vier Preiskategorien unterteilt, wobei sich die günstigsten Sitze hinter den Toren befinden. Nach dem Ende der Fußballweltmeisterschaft soll die Kapazität auf 25.000 oder 20.000 Plätze reduziert werden. Die dann abmontierten Sitzschalen spendet Katar an Entwicklungsländer, um dortige Stadionneubauten zu unterstützen.

Welche Spiele finden in dem Stadion statt?

Als eines der ersten neuen Stadien wurde das Education-City-Stadion bereits Ende 2020 in Betrieb genommen und diente als Austragungsort für Spiele bei der FIFA Club-Weltmeisterschaft 2020, der AFC Champions League und des FIFA Arab Cup 2021. Für die WM 2022 sind acht Spiele geplant.

  • 22. November, 16* Uhr: Dänemark – Tunesien
  • 24. November, 16 Uhr: Uruguay – Südkorea
  • 26. November, 16 Uhr: Polen – Saudi-Arabien
  • 28. November, 16 Uhr: Südkorea – Ghana
  • 30. November, 18 Uhr: Tunesien – Frankreich
  • 2. Dezember, 18 Uhr: Südkorea – Portugal
  • 6. Dezember, 18 Uhr: Achtelfinale
  • 9. Dezember, 18 Uhr: Viertelfinale

*Alle Angaben in Ortszeit. In Deutschland ist es zwei Stunden früher.

Education-City-Stadion: Skandale und Kontroversen

Die Arbeits- und Lebensumstände der ausländischen Bauarbeiter, die die neuen katarischen Stadien wie das Education-City-Stadion zur WM 2022 erbauten, standen im Mittelpunkt etlicher Kontroversen. Organisationen wie Amnesty International warfen der katarischen Regierung die Missachtung von Menschenrechten vor, die zu zahlreichen Todesfällen auf den Baustellen führten. So mussten die Bauarbeiter in unhygienischen Massenunterkünften schlafen und viele Stunden ohne Pause bei Temperaturen von bis zu 50 °C arbeiten.

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