VonAndreas Knoblochschließen
Manuel Neuer hat mit seinem Interview ein Bayern-Beben entfacht. Auch im Doppelpass waren seine Aussagen großes Thema.
München - Das Interview von Manuel Neuer bei SZ und The Athletic hat große Wellen geschlagen. Der Bayern-Keeper beklagte sich öffentlich - und ohne Autorisierung des FC Bayern - über die Entlassung seines Freundes Toni Tapalovic. Der Torwarttrainer musste gehen, für Neuer sei „das Herz herausgerissen worden“.
Sowohl Oliver Kahn („Wird ihm nicht gerecht“) als auch Hasan Salihamidzic („Manuel hat seine persönlichen Interessen hier über die Interessen des Klubs gestellt“) haben sich schon kritisch zu den Aussagen ihres verletzten Keepers geäußert. Auch im Sport1-Doppelpass wurde über Deutschlands besten Keeper diskutiert.
FC Bayern und die Causa: „Werden mit Sommer in die neue Saison gehen“
Stefan Effenberg kritisiert die „Dankbarkeit“ von Manuel Neuer. „Ich finde die Worte heftig, in der Phase, in der Bayern gerade steckt. Sie werden in Zukunft mit Sommer als neue Nummer eins in die Saison gehen“. Für Expertin Tabea Kemme ist die Trennung noch nicht beschlossene Sache und findet „transparente Spieler“ gut. „Der Arbeitgeber kann damit nicht umgehen, es ist an der Zeit, dass wir so eine Situation haben“.
Auch Tobi Holtkamp, freier Journalist, stimmt Kemme zu. „Er sagt klar, was er fühlt und denkt, ich habe keinen Angriff auf Bayern-Verantwortliche gelesen. Über Vereinsmedien wäre das Interview so nicht möglich gewesen“, so Holtkamp, der die SZ und The Athletic für das Gespräch lobt. „Das hat man als Spieler zu akzeptieren“, sagt Effenberg allerdings über die Tapalovic-Entlassung. „Neuer ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, was das auslöst“, so Cornelius Küpper, der für Bild und RTL Spiel kommentiert.
Effenberg kritisiert Neuer - auch Stevens findet seine Aktion falsch
„Neuer hatte viele Verletzungen, FC Bayern hat ihn immer den Rücken gestärkt. Das habe ich nicht im Interview“, so Effenberg, der Neuer weiterhin scharf kritisiert. Huub Stevens findet auch, dass Neuer das intern hätte klären müssen. „Natürlich sind wir froh, dass endlich was vom FC Hollywood kommt, das darfst du so nicht machen, nicht als Kapitän“, so Stevens, der ausführt: „Du bist ein Vorbild für die Jugendlichen“.
„Tapalovic kam als Torwarttrainer und er wurde Co-Trainer unter Flick und dann wieder Torwarttrainer. Das hat er zu akzeptieren“, so Effenberg über die Causa Tapalovic und die Situation im Trainerteam. „Manuel hätte das nicht öffentlich, sondern intern klären müssen. Wenn Bayern einen neuen Torwarttrainer braucht, dann ist das ihr gutes Recht“, so Huub Stevens. „Überleg mal Nübel, der geholt wurde, wir haben einige Torhüter hier. Wenn du als Torwarttrainer dich so auf Neuer fokussiert, warum ist Nübel nicht geblieben? Das sind alles Gründe“, unterstreicht Effenberg die Rolle von Tapalovic und Neuer.
„Alle Spieler werden in schwierigen Zeiten geschützt“, so Effenberg über das „Mia San Mia“ des FC Bayern. Der Verein gäbe den Spielern Zeit, um aus Verletzungen wiederzukehren, erklärt der Ex-Kapitän Effenberg. Kemme kritisiert den FC Bayern, auch für die Aussagen gegen Gnabry für sein Paris-Trip. „Das ist doch wurst, was man einen freien Tag macht“, so die Expertin. Kemme verurteilt die Aussage, Gnabry sei „amateurhaft“ gewesen: „Das ist schon heftig“. (ank)
