Kurz vor dem Aus

Schweden legt Protest nach verlorenem Halbfinale gegen Frankreich ein: EHF gibt Urteil bekannt

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Der Protest des schwedischen Handball-Verbandes nach dem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich wurde abgewiesen. Das machte die EHF offiziell.

Update vom 27. Januar, 12:40 Uhr: Der Protest des schwedischen Verbandes nach dem verlorenen Halbfinale bei der Handball-EM gegen Frankreich wurde von der EHF abgewiesen. Das wurde am Samstagvormittag offiziell bekanntgegeben.

Damit bleibt auch die Wertung der Partie bestehen. Frankreich wird demzufolge im Endspiel auf Dänemark treffen, Schweden bekommt es zuvor im Spiel um Platz drei mit der deutschen Nationalmannschaft zu tun.

Irreguläres Last-Second-Tor von Frankreich? Schweden legt Protest ein

Update, 21:56 Uhr: Ist der Finaleinzug der Franzosen doch noch in Gefahr? Wie die Europäische Handballföderation (EHF) nach dem Spiel mitteilte, hat der schwedische Handballverband Protest gegen eingelegt. Dieser werde derzeit „bearbeitet“, wie die EHF mitteilte. Konkret geht es um den Last-Second-Ausgleich des Franzosen Elohim Prandi.

Schon während der darauffolgenden Verlängerung wurde die Szene hitzig diskutiert. Beim Blick auf die Zeitlupe konnte man zur Erkenntnis kommen, dass Prandis Fuß sich zu früh vom Boden löste und der Treffer somit irregulär war. Die Schiedsrichter Gjorgji Nachevski und Slave Nikolov aus Nordmazedonien, die im Vorjahr das WM-Finale geleitet hatten, verzichteten auf die Nutzung des Videobeweises.

Die Szene, die auch nach dem Schlusspfiff noch für Diskussionen sorgt.

Frankreich siegt spektakulär gegen Schweden

Erstmeldung vom 26. Januar, 20.13 Uhr: Köln – Die Fans in der Lanxess Arena in Köln wurden Zeugen des bislang nervenaufreibendsten Spiels dieser Handball-EM. Der dreimalige Europameister Frankreich setzte sich am Freitag in Köln in einem dramatischen Halbfinale mit 34:30 (27:27, 17:11) nach Verlängerung gegen Schweden durch und spielt am Sonntag gegen den Sieger des Duells zwischen Weltmeister Dänemark und EM-Gastgeber Deutschland um Gold. 

Zur Pause führte Frankreich mit sechs Toren Vorsprung gegen Schweden und sah nach 30 Minuten schon wie der sichere Sieger aus. Eine Sekunde vor dem Ende der regulären Spielzeit führten dann die Schweden. Elohim Prandi rettete die „Équipe Tricolore“ mit dem letzten Wurf und führte seine Farben in der Verlängerung schließlich doch noch zum Finaleinzug.

Die Franzosen feiern den Einzug in das EM-Finale.

Frankreich dominiert Schweden in der Anfangsphase

Nach einer ausgeglichenen Startphase legte der Rekord-Weltmeister aus Frankreich einen 7:0-Lauf vom 3:4 zum 10:4 hin. In dieser Phase gelang den Schweden knapp neun Minuten lang kein Treffer, weil sie immer wieder am starken französischen Torwart Samir Bellahcene vom deutschen Rekordmeister THW Kiel scheiterten.

Die Skandinavier, die vor zwei Jahren ihren fünften EM-Titel gewonnen hatten, liefen diesem Rückstand zunächst vergeblich hinterher. Frankreich kontrollierte das Geschehen und ließ den Rekord-Champion dank einer stabilen Abwehr bis zur Pause nie näher als auf vier Tore herankommen. 

Schweden dreht nach der Pause bereits verloren geglaubte Partie und scheitert doch

Im Angriff erwies sich einmal mehr Linksaußen Hugo Descat mit acht Toren als treffsicherster Schütze der Franzosen, die in der Vorrunde die deutsche Mannschaft besiegt hatten. Felix Claar (8) vom Champions-League-Sieger SC Magdeburg war bester Werfer für die Schweden, die nach dem Wechsel neue Hoffnung schöpften. Nach einem 7:1-Lauf war die Partie beim 18:18 (40.) plötzlich wieder offen. 

Nun war es ein Duell auf Augenhöhe, in dem Schwedens Torwart Andreas Palicka immer mehr zum Faktor wurde. Der 37-Jährige, der früher lange beim THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga spielte, wehrte 15 Würfe der Franzosen ab. 

Mit Ablauf der regulären Spielzeit wähnte sich Schweden beim 27:26 schon im Finale, doch es gab noch einen direkten Freiwurf für Frankreich. Den verwandelte Elohim Prandi und rettete die „Équipe Tricolore“ damit in die Extra-Zeit, wo den Schweden die Puste ausging. (sch/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / PanoramiC

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