Eintracht Frankfurt

Nach vielen Rückschlägen: Krösche-Prophezeiung bei Eintracht-Star Ekitiké tritt ein

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Der Knoten ist geplatzt: Hugo Ekitiké hat beim Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg seinen Debüt-Treffer erzielt. Der Zeitpunkt? Er war enorm wichtig.

Frankfurt – Es war der Moment, der das Stadion am Freitagabend im Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Augsburg endgültig zum Beben gebracht hat. Hugo Ekitiké kam in Minute 61 an den Ball, traf und erlebte seinen ersten ganz großen Moment im Trikot der Hessen. Trainer Dino Toppmöller beschrieb den ersten Treffer des Winter-Neuzugangs anschließend: „Da war natürlich etwas Glück dabei. Hugo will den Ball zu Farés Chaibi spielen. Das gelingt nicht, aber er bleibt dran, versucht nachzugehen und bekommt den Ball. Hugo kann dann frei aufziehen und hat freie Schussbahn. Er legt ihn super an den Pfosten und von dort springt der Ball ins Tor. Dieses Quäntchen Glück haben wir uns in den 90 Minuten verdient.“

Krösche kündigte erstes Ekitiké-Tor an

Es war das zwischenzeitliche 2:1, am Ende konnten die Frankfurter dieses Schlüsselspiel mit 3:1 für sich entscheiden. Sportvorstand Markus Krösche hatte nach der 0:3-Pleite beim VfB Stuttgart bereits eine Vorahnung. Er prophezeite: „Beim ersten Versuch wurde er gut verteidigt. Aber gegen Augsburg macht er ihn.“ Seine Erleichterung war daher spürbar, nachdem Ekitiké in diesem Augenblick gezeigt hatte, warum ihn einst Paris Saint-Germain für fast 30 Millionen Euro verpflichtet hatte. „Ich hab euch doch gesagt, dass er gegen Augsburg das Tor macht“, sagte Krösche erst lachend.

Die Freude über mein erstes Tor ist natürlich groß. Ich war in den vergangenen Spielen schon sehr nah dran. Diesmal ist es mir gelungen, den Treffer zu erzielen. Ich arbeite weiterhin sehr hart daran, dass es so weitergeht.

Eintracht-Stürmer Hugo Ekitiké

Dann aber wurde der Eintracht-Macher ernst: „Für Hugo war es wichtig, dass er ein Erfolgserlebnis hat. Er hat sich nach einer schwierigen Zeit herangearbeitet. Es freut mich extrem für ihn.“ Die Stimmen im Umfeld, die den Neuzugang extrem kritisch sehen, werden zwar nicht sofort verstummen. Unbestritten hat er sich sein erstes Bundesliga-Tor für einen Moment aufgehoben, in dem die Mannschaft dieses Erfolgserlebnis ganz dringend benötigt hat.

Ekitiké: „Natürlich bin ich sehr glücklich“

„Natürlich bin ich heute sehr glücklich. Endlich haben wir es geschafft, ein Spiel zu gewinnen. Die Freude über mein erstes Tor ist natürlich groß. Ich war in den vergangenen Spielen schon sehr nah dran. Diesmal ist es mir gelungen, den Treffer zu erzielen. Ich arbeite weiterhin sehr hart daran, dass es so weitergeht“, sprudelte es auf fussball.news-Nachfrage förmlich heraus aus dem 21-Jährigen.

Endlich darf er jubeln: Hugo Ekitiké nach seinem ersten Frankfurt-Tor.

Bisher hat dieser „richtige Punch“, wie es Toppmöller nannte, gefehlt. Diesmal ließ sich Ekitiké jedoch auch von einem Fehler nicht beirren und zeigte in der Vollendung erhoffte Zielstrebigkeit. Und was viele Beobachter übersehen: Sein enormer Wille in direkten Duellen! Ekitiké war wieder in zwölf Zweikämpfe verwickelt und entschied 50 (!) Prozent der Duelle für sich. Das ist ein herausragender Wert. Ein Schönspieler, der im Strafraum nur auf die Bälle wartet, ist der schlaksige Angreifer mit Sicherheit nicht. Stattdessen verkörperte seine Leidenschaft und Mentalität genau das, was der Anhang schätzt und honoriert.

Ekitiké wird Eintracht im Gesamtpaket 20 Millionen Euro kosten

Für ihn wird es nun darum gehen, weiter seinen Rhythmus zu finden und mit einem positiven Gefühl in die neue Spielzeit zu gehen. Laut Transferexperte Fabrizio Romano ist alles fix, zu der Leihgebühr in Höhe von 3,5 Millionen Euro gesellen sich 16,5 Millionen Euro für den festen Kauf. Ekitiké will sich nicht auf seinem Treffer gegen Augsburg ausruhen. Er kündigte an: „Ich glaube, dass noch mir noch einiges fehlt, um der Angreifer zu sein, der ich sein möchte. Dafür muss ich weiter hart arbeiten und gemeinsam mit den Teamkollegen alles dafür tun, um in Topform zu kommen.“

Kolo Muani, Marmoush – und jetzt Ekitiké: Die teuersten Transfer-Abgänge von Eintracht Frankfurt

Randal Kolo Muani erzwang seinen Wechsel zu Paris Saint-Germain im Sommer 2023. Die Fans waren wütend, die SGE erhielt 95 Millionen Euro. Damit ist Kolo Muani noch immer der aktuelle Rekord-Abgang.
Randal Kolo Muani erzwang seinen Wechsel zu Paris Saint-Germain im Sommer 2023. Die Fans waren wütend, die SGE erhielt 95 Millionen Euro. Damit ist Kolo Muani noch immer der aktuelle Rekord-Abgang. © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Stürmte erst an der Seite von Omar Marmoush, dann noch ein halbes Jahr als dessen Nachfolger. Im Sommer 2025 legte dann der FC Liverpool 95 Millionen für Hugo Ekitiké auf den Tisch.
Stürmte erst an der Seite von Omar Marmoush, dann noch ein halbes Jahr als dessen Nachfolger. Im Sommer 2025 legte dann der FC Liverpool 95 Millionen für Hugo Ekitiké auf den Tisch. © IMAGO/ActionPictures
Omar Marmoush hatte bei Eintracht Frankfurt viel Grund zur Freude
Schon im Januar 2025 zog es Omar Marmoush in die Premier League. Ebenso wie bei Etikité lief auch sein Abgang deutlich harmonischer ab als bei Kolo Muani. Manchester City überwies 75 Millionen Euro nach Frankfurt. © IMAGO/Joaquim Ferreira
Luka Jovic verließ die Eintracht 2019 für die Ablöse von 63 Millionen Euro Richtung Real Madrid.
Luka Jovic verließ die Eintracht 2019 für die Ablöse von 63 Millionen Euro Richtung Real Madrid. © Roland Krivec/imago
Sébastien Haller war Teil der Büffelherde. 2019 ging er für 50 Millionen Euro zu West Ham United.
Sébastien Haller war Teil der Büffelherde. 2019 ging er für 50 Millionen Euro zu West Ham United. © DeFodi/imago
Wechselte im Sommer 2024 für 40 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain: Defensivspezialist Willian Pacho.
Wechselte im Sommer 2024 für 40 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain: Defensivspezialist Willian Pacho. © IMAGO/Jürgen Kessler
Jesper Lindström sorgte mit seinen Leistungen für die Eintracht für Aufsehen und so ging es im Sommer 2023 für 30 Millionen Euro zur SSC Neapel nach Italien.
Jesper Lindström sorgte mit seinen Leistungen für die Eintracht für Aufsehen und so ging es im Sommer 2023 für 30 Millionen Euro zur SSC Neapel nach Italien. © IMAGO/Jürgen Kessler
André Silva verließ die Eintracht 2021 und ging für 23 Millionen Euro zu RB Leipzig.
André Silva verließ die Eintracht 2021 und ging für 23 Millionen Euro zu RB Leipzig. © Jan Huebner/imago
Innenverteidiger Tuta etablierte sich erst nach einer Leihe in der Frankfurter Innenverteidigung. Im Sommer 2025 wechselte er für 15 Millionen Euro zu Al-Duhail SC nach Katar.
Innenverteidiger Tuta etablierte sich erst nach einer Leihe in der Frankfurter Innenverteidigung. Im Sommer 2025 wechselte er für 15 Millionen Euro zu Al-Duhail SC nach Katar. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Filip Kostic entpuppte sich für Eintracht Frankfurt als Glücksgriff. Im Sommer 2022 verabschiedete er sich für 14,7 Millionen Euro zur Alten Dame nach Turin.
Filip Kostic entpuppte sich für Eintracht Frankfurt als Glücksgriff. Im Sommer 2022 verabschiedete er sich für 14,7 Millionen Euro zur Alten Dame nach Turin. © IMAGO/Joaquim Ferreira
Der Abgang von Djibril Sow ging lautlos vonstatten. Im Sommer 2023 zahlte der FC Sevilla 10 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler.
Der Abgang von Djibril Sow ging lautlos vonstatten. Im Sommer 2023 zahlte der FC Sevilla 10 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler. © IMAGO/TEAM2sportphoto
Kevin Trapp ging 2015 für 9,5 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain, bevor er drei Jahre später zurückkehrte.
Kevin Trapp ging 2015 für 9,5 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain, bevor er drei Jahre später zurückkehrte. © Rene Traut/Sven Simon/imago
Für Carlos Salcedo bekam die Eintracht 8,8 Millionen Euro. Er wechselte 2019 nach Mexiko zu Tigres UANL.
Für Carlos Salcedo bekam die Eintracht 8,8 Millionen Euro. Er wechselte 2019 nach Mexiko zu Tigres UANL. © Peter Schatz/imago
Für die damalige Wahnsinns-Summe von 8,7 Millionen Euro wechselte der Ungar Lajos Détári 1988 zu Olympiakos Piräus. Zum Abschied gewann er mit der SGE den DFB-Pokal.
Für die damalige Wahnsinns-Summe von 8,7 Millionen Euro wechselte der Ungar Lajos Détári 1988 zu Olympiakos Piräus. Zum Abschied gewann er mit der SGE den DFB-Pokal. © IMAGO/HJS
Trotz mehrmaliger Leihen konnte sich Paxten Aaronson in Frankfurt nie final durchsetzen. Um sich die Chance auf die Heim-WM 2026 zu erhalten, wechselt der offensive Mittelfeldspieler im Sommer 2025 für 7 Millionen Euro zu den Colorado Rapids.
Trotz mehrmaliger Leihen konnte sich Paxten Aaronson in Frankfurt nie final durchsetzen. Um sich die Chance auf die Heim-WM 2026 zu erhalten, wechselt der offensive Mittelfeldspieler im Sommer 2025 für 7 Millionen Euro zu den Colorado Rapids. © IMAGO/HMB Media/Claus
Als Teil der ursprünglichen Büffelherde schrieb Ante Rebic in Frankfurt Geschichte. Nach einer einjährigen Leihe wechselte er 2020 final zur AC Mailand. 6,7 Millionen Euro nahm die SGE mit dem Verkauf ein.
Als Teil der ursprünglichen Büffelherde schrieb Ante Rebic in Frankfurt Geschichte. Nach einer einjährigen Leihe wechselte er 2020 final zur AC Mailand. 6,7 Millionen Euro nahm die SGE mit dem Verkauf ein. © IMAGO/osnapix
Trotz seines Talents konnte sich Igor Matanovic nie so richtig in Frankfurt durchsetzen. Im Sommer 2025 wechselte er für 6,7 Millionen Euro zum SC Freiburg.
Trotz seines Talents konnte sich Igor Matanovic nie so richtig in Frankfurt durchsetzen. Im Sommer 2025 wechselte er für 6,7 Millionen Euro zum SC Freiburg. © IMAGO/Jürgen Kessler
Nach viel hin und her und einer abgebrochenen Leihe zu Werder Bremen wechselte Rafael Borré schlussendlich im März 2024 für 6,5 Millionen zu Internacional nach Brasilien.
Nach viel hin und her und einer abgebrochenen Leihe zu Werder Bremen wechselte Rafael Borré schlussendlich im März 2024 für 6,5 Millionen zu Internacional nach Brasilien. © IMAGO/Malte Ossowski/Sven Simon
Marius Wolf gewann mit der SGE 2018 den DFB-Pokal. Im selben Sommer wechselte er für 5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund.
Marius Wolf gewann mit der SGE 2018 den DFB-Pokal. Im selben Sommer wechselte er für 5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. © Uwe Kraft
Kristijan Jakic verließ die SGE im Sommer 2024 in Richtung FC Augsburg. Zuvor war er bereits ein halbes Jahr an die Schwaben ausgeliehen. Der Eintracht brachte der Verkauf 5 Millionen Euro.
Kristijan Jakic verließ die SGE im Sommer 2024 in Richtung FC Augsburg. Zuvor war er bereits ein halbes Jahr an die Schwaben ausgeliehen. Der Eintracht brachte der Verkauf 5 Millionen Euro. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring
In Frankfurt war für Diant Ramaj kein Vorbeikommen an Kevin Trapp. Und so wechselte er im Sommer 2023 für 5 Millionen Euro zu Ajax Amsterdam.
In Frankfurt war für Diant Ramaj kein Vorbeikommen an Kevin Trapp. Und so wechselte er im Sommer 2023 für 5 Millionen Euro zu Ajax Amsterdam. © IMAGO/Oliver Vogler
Als Bastian Oczipka 2017 für 4,5 Millionen Euro zu Schalke 04 wechselte, herrschten im deutschen Fußball noch andere Kräfteverhältnisse.
Als Bastian Oczipka 2017 für 4,5 Millionen Euro zu Schalke 04 wechselte, herrschten im deutschen Fußball noch andere Kräfteverhältnisse. © imago sportfotodienst
Omar Mascarell kam von Real Madrid zur Eintracht, gewann 2018 den DFB-Pokal und wurde von den Königlichen via Rückkaufoption für 4 Millionen Euro zurückgeholt.
Omar Mascarell kam von Real Madrid zur Eintracht, gewann 2018 den DFB-Pokal und wurde von den Königlichen via Rückkaufoption für 4 Millionen Euro zurückgeholt. © Jan Huebner
Bas Dost konnte keine tiefgreifenden Fußspuren bei der SGE hinterlassen und so wechselte er im Januar 2021 für 4 Millionen Euro zum Club Brügge.
Bas Dost konnte keine tiefgreifenden Fußspuren bei der SGE hinterlassen und so wechselte er im Januar 2021 für 4 Millionen Euro zum Club Brügge. © IMAGO/Eibner
Carlos Zambrano war sich nie für eine Diskussion mit seinen Gegenspielern zu schade. Im Sommer 2016 wechselte er für 3,5 Millionen Euro zu Rubin Kazan.
Carlos Zambrano war sich nie für eine Diskussion mit seinen Gegenspielern zu schade. Im Sommer 2016 wechselte er für 3,5 Millionen Euro zu Rubin Kazan. © imago sportfotodienst
Und auch der legendäre Jay-Jay Okocha findet in dieser Aufzählung noch seinen Platz. Im Sommer 1996 wechselte er von der Eintracht für 3,5 Millionen Euro zu Fenerbahce Istanbul.
Und auch der legendäre Jay-Jay Okocha findet in dieser Aufzählung noch seinen Platz. Im Sommer 1996 wechselte er von der Eintracht für 3,5 Millionen Euro zu Fenerbahce Istanbul. © Uwe Kraft
So wirklich konnte sich der hochveranlagte Dejan Joveljic bei der Eintrach nie durchsetzen. Im August 2021 ging es dann für 3,5 Millionen Euro zu LA Galaxy.
So wirklich konnte sich der hochveranlagte Dejan Joveljic bei der Eintrach nie durchsetzen. Im August 2021 ging es dann für 3,5 Millionen Euro zu LA Galaxy. © IMAGO/Revierfoto
Jens Petter Hauge wechselte im Anschluss an eine einjährige Leihe im Januar 2025 für 3,5 Millionen Euro fest zu Bodo/Glimt.
Jens Petter Hauge wechselte im Anschluss an eine einjährige Leihe im Januar 2025 für 3,5 Millionen Euro fest zu Bodo/Glimt. © IMAGO/Jürgen Kessler

Es wirkt so, als sei er zum richtigen Zeitpunkt in Frankfurt angekommen. Die Anfangszeit verlief schleppend, die Fitnessprobleme entwickelten sich durchaus zum Ärgernis, hinzu kamen Adduktorenprobleme. Ekitiké gab Einblick in sein Seelenleben: „Die Zeit war gar nicht so schwierig, weil ich bei der Eintracht sehr gut aufgenommen wurde. Der Klub hat es mir einfach gemacht. Ich wurde unterstützt und habe mich mit dem Tor belohnt.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Hirnschal

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