Eintracht sucht schon den Nachfolger

Eintracht: Ekitiké geht! Aber wann?

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Nicht mehr lange in Frankfurt am Ball: Eintracht-Stürmer Hugo Ekitiké zieht es nach England.
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Newcastle United will den Eintracht-Stürmer unter allen Umständen auf die Insel holen. Frankfurter haben den Kroaten Ivanovic von Saint-Gilloises als Nachfolger auserkoren.

Der Vater der Kompanie ist schon viel zu lange im Geschäft, damit ihn noch irgendwas umhauen könnte. Timmy Chandler weiß, wie der Hase läuft. Das Urgestein der Eintracht hat schon viele Spieler als kleine Lichter kommen und als helle Sterne gehen sehen, und wenn nicht alles täuscht, dann trifft das nun auch auf Ausnahmestürmer Hugo Ekitiké zu. „Wenn was passiert, passiert was“, habe Ekitiké ihm erst vor ein paar Tagen gesagt, erzählte Timmy Chandler. Nun: Offenbar passiert was.

Denn: Premier-League-Klub Newcastle United macht Ernst bei dem 23 Jahre alte Stürmer aus Frankreich. Das Ekitiké-Management war umtriebig in den vergangenen Tagen und hat in den Verhandlungen mit dem Champions-League-Teilnehmer einen Durchbruch erzielt.

Der Extrakönner soll sich für fünf Jahre an die Magpies binden, sein Frankfurter Gehalt würde er mal locker verfünffachen, mehr als 15 Millionen Euro per annum einstreichen. Das reicht für zwei warme Mahlzeiten am Tag. Der Deal soll so schnell wie möglich eingetütet werden, möglichst noch in dieser Woche. Die Engländer drücken aufs Gas.

So weit, so gut. Der einzige Haken an der Sache: Von einer Einigung mit Eintracht Frankfurt ist der wahrscheinlich reichste Fußballklub des Planeten noch ein gutes Stück weit entfernt. Mit einer avisierten Offerte von rund 75 Millionen Euro wird der von einem saudischen Konsortium alimentierte Klub nicht weit kommen, da wird er gnadenlos abblitzen.

Die Eintracht beharrt auf ihrer Forderung von 100 Millionen Euro, zumal der hessische Bundesligist noch ein erkleckliches Sümmchen an Paris Saint-Germain abführen muss.

Dem Champions-League-Sieger stehen für seinen Ex-Spieler 20 Prozent des Transferüberschusses zu. Sollte die Eintracht den Angreifer, für den sie selbst rund 20 Millionen Euro zahlte, für 100 Millionen Euro verkaufen, müsste sie 16 Millionen an PSG abdrücken. Auch deshalb wird sie nicht signifikant von ihrer 100-Millionen-Benchmark abrücken.

Klar ist inzwischen: Einen Frankfurter Traumsturm mit Jonathan Burkardt und Hugo Ekitiké wird es nicht geben. Der Topstürmer wird den hessischen Bundesligisten verlassen. Die Frage ist nur noch, wann.

Geld ohne Ende

Newcastle, das bereits zweimal erfolglos um den Spieler buhlte, will seinerseits mit einem neuen Traumduo die Spitze der Premier League attackieren. Hugo Ekitiké soll an der Seite von Starspieler Alexander Isak stürmen. Das könnte eine spannende Geschichte werden. Ekitiké würde Isak auch als teuersten Einkauf der United-Vereinsgeschichte ablösen, für den Schweden hatten die Magpies vor drei Jahren 70 Millionen Euro an Real Sociedad überwiesen. Aber: Schon damals hätten sie lieber Ekitiké verpflichtet.

Am Geld sollte es heute nicht scheitern, das saudische Inhaber-Konsortium gehört mit einem Vermögen von 370 Milliarden Euro zu den potentesten Staatsfonds der Welt.

Und doch ist der Deal noch nicht in trockenen Tüchern, in England will auch niemand ausschließen, dass der FC Liverpool noch in das Rennen einsteigt. Für Ekitiké wäre das noch mal eine andere Nummer, noch mal reizvoller. So oder so: Die Eintracht kann sich entspannt zurücklehnen.

Im Stadtwald sind die Verantwortlichen froh, dass sich der Transfer nicht zu einer unendlichen Geschichte und bis weit in den August hineinzieht. So hat die Eintracht jetzt noch die Möglichkeit, ihrerseits auf dem Markt zu agieren. Als Ersatz hat sie Mittelstürmer Franjo Ivanovic von Royale Saint-Gilloises ins Auge gefasst.

Der 21-Jährige kommt in 56 Pflichtspielen für die Belgier auf 24 Tore und neun Vorlagen. Der kroatische Nationalspieler, in Österreich geboren und in der Jugend beim FC Augsburg ausgebildet, feierte in dieser Saison mit Royale Union Saint-Gilloise die erste belgische Meisterschaft seit 90 Jahren.

Bald in Frankfurt? Franjo Ivanovic

Der in Schwaz, Tirol, geborene Angreifer hat eine herausragend gute Runde gespielt, weshalb auch Teamchef Ralf Rangnick versuchte, ihn zum österreichischen Nationalteam locken zu können. Doch der Spieler lehnte dankend ab: „Mein Herz schlägt für Kroatien. Eine andere Nationalmannschaft interessiert mich nicht.“

Ivanovic, der logischerweise perfekt Deutsch spricht, wäre allerdings kein Schnäppchen, er ist vertraglich bis 2028 gebunden, sein Marktwert beläuft sich auf 13 Millionen Euro.

Doan wieder im Blick

Zudem würde die Eintracht bei einem Ekitiké-Verkauf ihre Bemühungen um den Freiburger Ritsu Doan wieder intensivieren. Da herrschte zuletzt verdächtige Ruhe. Es wäre nicht verwunderlich, sollte es im Hintergrund schon Vereinbarungen geben. Der Japaner ist der erklärte Wunschspieler von Trainer Dino Toppmöller. Auch da könnte es dann dem Vernehmen nach schnell gehen. Vielleicht werden die Frankfurter auch noch mal auf der Sechser-Position (Victor Froholdt, FC Kopenhagen) oder dem linken Flügel (Sebastian Nanasi, Racing Straßburg) nachlegen.

Außerdem bemüht sich der Klub um den Engländer James McAtee, 22, von Manchester City. Der Offensivspieler, der die U21 im Finale gegen Deutschland als Kapitän zum EM-Titel führte, weilte dieser Tage in Frankfurt, um sich das Proficamp zeigen zu lassen. Ob es aber zu einer Verpflichtung kommt, ist mehr als fraglich. McAtee ist ziemlich teuer – und heiß begehrt.

FSV macht Kasse

Am Samstag um 18 Uhr ist Derbyzeit. Und das Stadion am Bornheimer Hang wird richtig gefüllt sein. Annähernd 8000 Karten hat der FSV Frankfurt für das Testspiel gegen die Eintracht bereits abgesetzt. Für alle Preissegmente sind noch Tickets erhältlich. Für Regionalliga-Verhältnisse wird reichlich Geld in die Kasse des FSV fließen. „Unsere vertraglichen Abmachungen sind nicht öffentlich, ich kann jedoch versichern, dass die Eintracht uns sehr wohlwollend behandelt“, sagt Geschäftsführer Robert Lempka.

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