SGE verliert bei Union

Eintracht-Trainer Glasner spricht eigener Defensive die Qualität ab – Neuzugänge im Sommer?

  • schließen

Eintracht Frankfurt verliert bei Union Berlin und Trainer Oliver Glasner lässt kein gutes Haar an seiner Defensive.

Berlin - Eintracht Frankfurt hat es verpasst, Boden gutzumachen im Kampf um die Qualifikation für die Champions League. Beim direkten Konkurrenten Union Berlin gab es ein 0:2, das die SGE weit zurückwirft. Der vierte Platz, der zur Qualifikation für die Königsklasse berechtigen würde, ist nun fünf Punkte weg, der heutige Gegner sogar acht Zähler entfernt. Rani Khedira in der 53. und Kevin Behrens in der 75. Minute erzielten die Treffer zum 14. Saisonsieg für Union. Eintracht Frankfurt ist mittlerweile seit sieben Bundesliga-Auswärtsspielen ohne Sieg.

Eintracht Frankfurt verliert bei Union Berlin

Nach der Partie war Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt, stinksauer am DAZN-Mikrofon. „Ich habe nicht viel von Union gesehen, sie haben einfach unsere Fehler bestraft. Man kann auch mal 0:0 spielen, wir können das aber nicht. Union hat gezeigt, wie man ohne herausgespielte Torchance ein Spiel gewinnen kann“, sagte der Österreicher und zeigte deutlich, was er von den beiden Gegentreffern am heutigen Tage hielt.

Oliver Glasner, Trainer von Eintracht Frankfurt.

Erneut offenbarte die SGE-Defensive Schwächen bei Standsrdsituationen und langen Bällen. „Es ist eine Frage der Qualität. Ich habe keine herausgespielte Torchance von Union Berlin gesehen. Ich weiß nicht wie man Qualität trainieren kann. Das erste Tor ist ein geschenkter Eckball und das zweite Gegentor hat ja mal gar nichts mit Fußball zu tun“, wütete der Trainer nach der Partie. Glasner hatte gegen Union Berlin mit Hrvoje Smolcic extra einen kopfballstarken Verteidiger in die Startelf beordert, das nutze aber am Ende nichts. Bezeichnend bei der Pleite in der Hauptstadt war die Zweikampfstatistik von Tuta. Der Brasilianer gewann nur 26 Prozent seiner direkten Duelle.

Die größten Transfer-Flops von Eintracht Frankfurt

Anderson Bamba Ordonez Eintracht Frankfurt sieht sich die Commerzbank Arena an 05 02 2017 Eintr
Platz 10: Anderson Ordonez wechselte im Januar 2017 für 1 Mio. Euro von Barcelona an den Main. Jedoch nicht vom katalanischen Weltklub, sondern vom ecuadorianischen Pendant aus Guayaquil. Nach einem Jahr mit Verletzungsproblemen und nur vier Einsätzen ging es wieder zurück nach Ecuador, wo er bis heute spielt. © imago
Training Eintracht Frankfurt Ali Akman (Eintracht Frankfurt, 30) auf dem Rad. Training von Eintracht Frankfurt am 28. Ju
Platz 9: Ali Akman kam 2019 mit vielen Vorschusslorbeeren und reichliche Drama von Buraspor zur Eintracht. Weil er einen Vorvertrag in Deutschland unterschrieb, ließ Buraspor sein Toptalent für die restliche Vertragslaufzeit nicht mehr auflaufen. Die SGE zahlte ein wenig drauf, Akman kam noch früher. Der Stürmer kann sich aber bis heute nicht durchsetzten. Bis Sommer 2023 ist er an Göztepe ausgeliehen. Bislang ist er noch ohne Torerfolg in der Türkei. Der Durchbruch in Frankfurt wird ihm wohl nicht mehr gelingen. © Kessler/imago
31.10.2020, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen emspor, v.l. Bas Dost (Eintracht Frankfurt
Platz 8: Bas Dost schloss sich für stolze 7 Mio. Euro der SGE von Sporting aus Lissabon an. Nach einem vielversprechenden Start mit drei Treffern in fünf Spielen folgten in seiner Premierensaison nur noch fünf weitere Tore. Nach anderthalb Jahren ging er für 4 Mio. Euro - ein satter Verlust von 3 Millionen. © Huebner/imago
Lucas Alario fotografiert beim Fußball Freundschaft Spiel Eintracht Frankfurt gegen den SV Sandhausen am 2.12..22. in Fr
Platz 7: Für einen ähnlich hohen Betrag (6 Mio. Euro) kam Lucas Alario im Sommer 2022 von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt. Mit nur 200 Spielminuten und nur einem mageren Törchen ist der Argentinier ein großer Flop - eigentlich. Denn noch hat Alario die Chance, das Ruder herumzureißen und sich mit Toren am Fließband aus dieser Liste zu katapultieren. © Schmidt/imago
Nelson VALDEZ F verletzt mit Krücken Fussball 1 Bundesliga 3 Spieltag Eintracht Frankfurt F
Platz 6: Bundesliga-Veteran Nelson Valdez kam 2014 immerhin ablösefrei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Main. Doch der Paraguayer riss sich bereits in seiner dritten Partie das Kreuzband. Zum Ende der Spielzeit kam er für acht Einsätze nochmal zurück, eher er die SGE wieder verließ. Immerhin: Bei seinem Comeback gegen Paderborn traf der Angreifer und sorgte für große Emotionen. © imago
Tommy Berntsen 2001 im Trikot von Eintracht Frankfurt
Platz 5: Nur die wenigsten Eintracht-Fans werden sich noch an Tommy Berntsen erinnern. 2001 für die damals schwindelerregende Ablösesumme von rund 1,9 Mio. Euro aus dem norwegischen Lillestrom nach Frankfurt gewechselt, reichte es nur zu drei Kurzeinsätzen in zwei Monaten. Neun Monate lang wurde der Norweger nicht mehr eingesetzt, ehe es wieder in die Heimat ging. © imago
Ümit Korkmaz von Eintracht Frankfurt mit Trainer Armin Veh
Platz 4: Als Toptalent von Rapid Wien für 2,3 Mio. Euro unter Vertrag genommen, konnte Ümit Korkmaz die Erwartung bei der Eintracht nie erfüllen. Zahlreiche Verletzungen verhinderten, dass der Österreicher mal viele Spiele in Folge absolvieren konnte. Dennoch ist der mittlerweile 37-Jährige immer ein gern gesehener Gast in Frankfurt. © imago
11.12.2019, xmhx, Fussball UEFA Europa League, Eintracht Frankfurt - Training und PK emspor, v.l. Dejan Joveljic (Eintr
Platz 3: Mit ähnlich großen Erwartungen schloss sich Dejan Joveljic den Adlerträgern an. Satte 4 Mio. Euro zahlte der Klub 2019 für das hoffnungsvolle Talent an Roter Stern Belgrad. Doch der Serbe setzte sich nie durch. Nach zwei Leihgeschäfte folgte im Sommer 2021 der Schritt nach Los Angeles - ohne je einen Bundesliga-Treffer erzielt zu haben. Mit einer Ablösesumme von 3,5 Mio. Euro konnte zumindest der finanzielle Schaden in Grenzen gehalten werden. © Huebner/imago
15.05.2021, Fussball, Saison 2020/2021, 1. Bundesliga, 33.Spieltag, FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt, Steven Zuber (E
Platz 2: 3 Milo. Euro ließ sich die Eintracht Steven Zuber Kosten. In 23 Einsätzen konnte er sich nicht in die Herzen der SGE-Fans spielen und enttäuschte größtenteils. Sein Leihgeschäft und anschließender Transfer-Deal nach Athen spülten immerhin 2 Mio. Euro wieder zurück in die Kassen der Hessen. © Rehbein/imago
Sam Lammers 9 (Eintracht Frankfurt), Bayer Leverkusen vs. Eintracht Frankfurt, Fussball, 1. Bundesliga, 32. Spieltag, 0
Platz 1: Schon die Rahmenbedingungen des größten Eintracht-Flops aller Zeiten machten stutzig. 3,6 Mio. Euro zahlten die Frankfurter für das einjährige Leihgeschäft von Sam Lammers an Atalanta Bergamo. Der Niederländer wirkt in jeder seiner größtenteils kurzen Einsätze wie ein Fremdkörper im Spiel der SGE. Der völlig überteuerte Leih-Deal wurde zur großen Enttäuschung. Ein anschließender Kauf stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, sodass der Angreifer nach einem Jahr wieder zurück nach Italien gehen musste. © Niemeyer/imago

Eintracht Frankfurt: Glasner schimpft über eigene Defensive

„Es ist ja nicht das erste Mal heute. Wir müssen ehrlich sein, es hilft ja nicht, immer zu palavern. Fakt ist, dass wir immer auf die gleiche Art und Weise unsere Spiele verlieren“, antwortete Glasner auf die Frage, ob er sich Neuzugänge für die Verteidigung wünscht im Sommer. Eine klare Ansage an Sportchef Markus Krösche, in der eigenen Defensive nachzulegen. Doch wie geht es in der laufenden Saison weiter? „Trainieren, Trainieren, trainieren. Wir haben es lange Zeit gut gemacht, hatten einige Chancen in der Offensive. Am Ende verkacken wir es aber defensiv“, sagte Glasner und verabschiedete sich in die Katakomben. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

Kommentare