Angriffslustige Adler

Eintracht Frankfurt in Köln: Miese Bilanz, na und?!

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Trainer Toppmöller setzt auf defensive Stabilität und baut auf Mario Götze, obwohl mehrere Spieler verletzt fehlen.

Frankfurt – Nach vier freien Tagen und zwei Trainingseinheiten sei er nun wieder „voller Tatendrang“, sagt Dino Toppmöller vor dem Auswärtsspiel am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Köln. Der Trainer der Frankfurter Eintracht hat die Bundesligapause genutzt, um über die zukünftige Ausrichtung des eigenen Spiels nachzudenken. Weiter in erster Linie auf defensive Stabilität setzen, was sich zuletzt mit wenig Gegentoren und einigen Punkten gelohnt hat, oder doch wieder mehr Risiko gehen, um das Spiel offensiver und ansehnlicher zu gestalten?

Volle Pulle, wie immer: Ellyes Skhiri, am Samstag zurück in Köln.

Was durchaus damit zusammenhängt, ob er auf eine Dreierabwehrkette, die im beim Spiel „gegen den Ball“ zu einer Fünferkette wird, oder auf eine Viererkette setzt. Für Toppmöller gibt es nicht nur die eine systemische Wahrheit. „Wir haben letzte Saison eindrucksvoll bewiesen, dass wir beides sein können, defensiv stabil, aber auch offensiv erfolgreich“, sagt er, „es liegt in uns allen drin, dass wir gerne offensiv spielen wollen.“ Er sei sehr sicher, „dass das jetzt wieder zurückkommen wird“. Am besten schon in Köln.

Skhiri zurück in Köln

Über die taktische Ausrichtung und die Systemfrage hüllte er freilich noch den Mantel des Schweigens. Am wahrscheinlichsten ist die Variante mit einer Viererkette, wie zu Beginn der Saison auch schon erfolgreich praktiziert. Dann wäre Rasmus Kristensen rechtes Glied dieser Anordnung und wahrscheinlich Gegenspieler des Kölner „Wunderknaben“ Said El Mala. Der U-21-Nationalspieler sei ein „superinteressanter“ Spieler, „sehr schnell, mit einem brutal guten Eins-gegen-Eins.“ Auf ihn müsse sich die Eintracht einstellen, jemanden finden, „der das Tempo und die Zweikämpfe aufnehmen kann.“

Kristensen könnte so einer sein. Auch wenn der Däne unter der Woche mit dem Platzverweis beim WM-Qualifikationsspiel in Schottland und der 2:4-Niederlage eine bittere Stunde erlebt hat. Kristensen hatte danach die Schuld für den zunächst verpassten WM-Platz übernommen. „Es war nie und nimmer eine Gelbe Karte, die zum Platzverweis geführt hat“, sagt der Frankfurter Trainer, „Rasmus war sehr enttäuscht, aber ich denke, er kann sehr gut damit umgehen, er ist ein richtiger Kerl, ein gestandener Profi“. Es mache keinen Sinn, Kristensen in eine „Opferolle“ zu schieben, „unsere Unterstützung aber hat er immer.“

Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem durfte er öfters für den DFB auflaufen und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert.
Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil des DFB-Kaders und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert. © Imago
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Seitdem wurde er nicht mehr nominiert.
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Obwohl er bislang nicht erneut nominiert wurde, bleibt er mit seiner physischen Präsenz eine Option für die Offensive. © Imago
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen.
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen. © Imago
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert.
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert. © Imago
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024.
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024. © Imago
Im selben Spiel feierte auch VfB-Kumpel Deniz Undav sein Debüt. Auch der Stürmer fuhr mit zur Europameisterschaft 2024.
Am 23. März 2024 gab Deniz Undav beim 2:0 gegen Frankreich sein Länderspieldebüt. Als torgefährlicher Stürmer des VfB Stuttgart zeigte er seine Qualitäten und wurde für die EM 2024 berücksichtigt. © Imago
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen.
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen. © Imago
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.  © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen.
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen. © Imago
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen.
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wusste Julian Nagelsmann durch seinen Offensivdrang zu überzeugen.
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wurde für seine Leistungen in der Bundesliga belohnt und in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Nach langem Warten hinter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen, durfte der erfahrene Keeper der TSG Hoffenheim unter Nagelsmann endlich ran.
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Der erfahrene Torhüter der TSG Hoffenheim war bereits zuvor regelmäßig im DFB-Kader, kam allerdings nie zu einem Einsatz.  © Imago
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart verpasste weitere Einsätze verletzt.
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart wurde für seine Leistung gefeiert und etablierte sich im DFB-Kader. © Imago
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team.
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team. © Imago
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.  © IMAGO
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Nnamdi Collins war bislang nur für die U-Nationalmannschaften aktiv. Nun steht er gleich bei seinem Debüt für das Team von Julian Nagelsmann in der Startelf.
Nnamdi Collins gab am 4. September 2025 sein Debüt für die Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei startete er von Beginn an.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.  © IMAGO/Gladys Chai von der Laage
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.  © IMAGO/Maximilian Koch

Die taktische Alternative zu Kristensen wäre ein Dreierkette mit Nnamdi Collins, Robin Koch und Arthur Theate, ergänzt auf den Seiten von Kristensen und Nathaniel Brown. Toppmöller legt Wert darauf, dass auch bei dieser Variante in den letzten Wochen immer vier offensive Spieler auf dem Platz gestanden hätten, nur eben anders angeordnet. „Wir haben keinen Angreifer für einen Verteidiger geopfert“, sagt er. Freilich wurde Außenstürmer Ritsu Doan in eine defensivere Rolle gebracht und damit einer seiner Stärken beraubt.

Die Nationalspieler der Eintracht sind alle gesund von den Länderspielreisen zurückgekehrt, dementsprechend hat der Frankfurter Trainer trotz der Ausfälle von Can Uzun, Oscar Hojlund und Hugo Larsson, alle wegen Muskelverletzungen, immer noch genügend Auswahl. Defensiv wird der ehemalige Kölner Ellyes Skhiri bei seinem zweiten Auftritt im Eintracht-Trikot an alter Wirkungsstätte gesetzt sein. Damals lief es denkbar schlecht, 0:2-Niederlage für die Frankfurter. Wie so oft in Köln.

Zum Spiel

Köln: Schwäbe - Schmied, Martel, Özkacar - Sebulonsen, Johannesson, Huseinbasic, Lund - Thielmann, Kaminski - Ache.

Frankfurt: Zetterer - Kristensen, Koch, Theate, Brown - Skhiri, Chaibi - Doan, Götze, Knauff - Burkardt.

Der Eintracht fehlen: Uzun, Larsson, Hojlund (alle Muskelverletzungen).

Zudem hat Toppmöller sich auf einen Einsatz von Mario Götze festgelegt. Der Weltmeister von 2014 nehme gerade in diesen Tagen wieder eine „sehr wichtige Rolle ein“. Vom Trainingseifer Götzes ist der Eintracht-Coach begeistert. „Wer ihn in den letzten Wochen erlebt hat, sieht jemanden, der viel Lust auf Fußball hat, jeden Ball haben und Verantwortung übernehmen will“, sagt er, „Mario ist körperlich in einer so guten Verfassung, dass er uns helfen kann.“

Respekt vorm Neuling

Vorm Gegner hat Toppmöller gehörigen Respekt. Die bislang so gute Saison des Aufsteigers wundere ihn überhaupt nicht. „Sie haben sehr gute Transfers getätigt und wirken sehr homogen im gesamten Klub“, sagt er, „sie haben ein tolles Publikum, spielen guten Fußball mit einem spielerischen Ansatz.“

Dennoch könne das Ziel für seine Mannschaft nur der dritte Auswärtssieg der Saison sein. Von der ausgesprochen miesen Bilanz, nur zwei Siege in den letzten 17 Begegnungen in Köln-Müngersdorf, will er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Es sei zwar „keine ganz einfache Aufgabe, aber wir fahren dahin, um drei Punkte zu holen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gerhard Schultheiß

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