Pokalfinale 2018

Eintracht-Held Gacinovic: „Mein erster Gedanke: schießen“

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Da war’s bereits vollbracht: Gacinovic auf dem Weg in die Fankurve.
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Interview mit Mijat Gacinovic über das schönste Tor seines Lebens - das 3:1 im Pokalfinale 2018 gegen den FC Bayern München / Von Thomas Kilchenstein

Natürlich ist Mijat Gacinovic auf Einladung von Eintracht Frankfurt wieder in Berlin. Wer würde je den Lauf für die Ewigkeit vergessen, damals am 19. Mai 2018, in der Nachspielzeit, direkt aufs leere Tor und schon jubelnde Fans zu: Gacinovic, 28, Vater zweier Buben, aktueller Double-Gewinner mit AEK Athen und einer, der die Eintracht (2015 bis 2020)immer im Herzen trägt, machte mit seinem spektakulären 3:1 gegen Bayern München den Deckel drauf auf den Pokaltriumph. Den sympathischen Serben erwischte die FR telefonisch in Athen.

Mijat, unvorstellbar, wie oft Ihr Tor seitdem gezeigt wurde, ein Sprint, der ewig bleibt.

Ich freue mich sehr, dass die Leute das Tor nicht vergessen und auch mich nicht vergessen haben.

Wie hat Euch Trainer Niko Kovac auf dieses Spiel vorbereitet? Die Bayern waren übermächtig

Er hat uns super vorbereitet. Auch die Erfahrung von dem Jahr davor, als wir scheiterten, hat uns geholfen. Wir wussten: In einem Spiel kannst du immer gewinnen. Niko hat einen super Plan entwickelt, unsere Schnelligkeit zu nutzen. Gerade Ante Rebic hat viel Kraft und Tempo. Wir wussten: Wenn wir den einhalten, können wir gewinnen. Wir haben wirklich felsenfest daran geglaubt, diese Bayern zu schlagen.

Waren Sie enttäuscht, nicht von Anfang an gespielt zu haben?

Ein bisschen. Jeder will im Endspiel spielen. Aber ich dachte mir das schon, weil ich nicht so der Letzte-Pass-Spieler war. Ich wusste aber, dass ich reinkommen werde,

Vor Ihrem Tor gab es noch eine sehr brenzlige Situation zu überstehen ...

Sie meinen die Elfmetersituation Ich war ganz in der Nähe. Ich habe den Kontakt (Boateng gegen Martinez, d. Red.) nicht nur gesehen, auch gehört. Da dachte ich: Elfmeter. Als Schiedsrichter Zwayer raus zum Monitor ging, habe ich zu Gott gebetet, lass das keinen Elfmeter sein. Aber ehrlich gesagt: Das war Elfmeter. Ihn nicht zu geben, hat uns sehr geholfen (lacht).

Dann kommt die Ecke. Jetro Willems klärt und ab ging die Post mit Ihnen.

Ich war dann vor Coman am Ball, das war wichtig, denn der hätte mich vielleicht noch eingeholt.

Und dann sehen Sie das leere Tor vor sich ...

Mein erster Gedanke war: schießen, aber ich wollte nichts riskieren. Dann habe ich gecheckt, ob mich jemand einholen kann, aber es waren Hummels und Süle hinter mir. Da wusste ich, dass ich schneller sein würde und bin bis zum Tor gelaufen. Ich hab aus den Augenwinkeln gesehen, wie alle von unserer Bank aufgesprungen und aufs Feld gelaufen sind. Luka Jovic war fast schon mit mir am Sechzehner (lacht). Ich lief weiter, wollte mein Trikot eigentlich in die Fankurve werfen, dann war ich begraben von meinen Kollegen und Fans. Das war schon sehr geil alles. Ich wusste gar nicht, dass schon Schluss ist.

Das war das Tor Ihres Lebens?

Ja, sicher, schon sehr, sehr besonders. Und ich werde immer wieder aufs dieses Tor angesprochen. Das macht mich stolz.

Sie haben wenige, aber entscheidende Tore für die Eintracht geschossen. Etwa in der Relegation gegen Nürnberg das 1:1.

Das war wichtiger als das Tor im Finale, sonst wären wir abgestiegen. Aber das schönste Tor meines Lebens wird für immer das im Finale bleiben.

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