Trainingslager in den USA

Eintracht in Louisville: Bourbon anstatt Ebbelwoi, Baseball-Museum statt Städel

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USA statt Österreich oder Italien: Eintracht Frankfurt reist abermals nach Louisville. Doch was verbirgt sich hinter der Stadt im Staat Kentucky?

Frankfurt – Während andere Bundesligisten ihre Trainingslager in benachbarten Ländern wie Österreicher oder Italien abhalten, schlägt Eintracht Frankfurt vom 22. Juli bis 3. August einen völlig anderen Weg ein. Es geht erneut nach Louisville, Kentucky – eine Stadt, die auf den ersten Blick so viel mit Frankfurt gemein hat wie der in Frankfurt so beliebte und gern getrunkene Ebbelwoi mit Bourbon Whiskey.

Kurze Wege für die Eintracht

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Frankfurt, bereits 794 urkundlich erwähnt und Geburtsstadt Goethes, trifft auf Louisville – 1000 Jahre jünger (gegründet 1778) und Heimat von Muhammad Ali. Während 760.000 Frankfurter auf 248 km² leben (Einwohnerdichte 14-mal höher als Louisville), haben die 600.000 Louisvillaner auf 1.032 km² deutlich mehr Platz zum Atmen.

Eintracht in den USA

Für Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, ist Michael Kopka mit dabei. Er ist Fan von Eintracht Frankfurt, seit er „denken kann“. Das erste Spiel im Waldstadion besuchte Kopka am 7.12.1972 gegen den VfB Stuttgart, er sah einen 2:1-Heimsieg. Er ist Besitzer einer Dauerkarte, lebenslanges Mitglied und Fördermitglied im Eintracht Frankfurt Museum.

Kopka schlendert in Richtung wohlverdiente Rente. Als Manager in einem globalen Konzern in Baden-Württemberg war er weltweit viel unterwegs: „Ich konnte die Eintracht auf allen Kontinenten als Deutschlands beste Mannschaft anpreisen.“ Michael Kopka wird die Eintracht nun in Kentucky genauestens unter die Lupe nehmen.

Was Louisville als Trainingslager-Destination auszeichnet: Vom Hotel zum Lynn Family Sports Vision & Training Center sind es nur fünf Kilometer – ohne Staugefahr. Zum Lynn Family Stadium sind es sogar nur drei Kilometer. Das Stadion, benannt nach Optiker Dr. Mark Lynn und seiner Familie, fasst 15.000 Zuschauer – etwa so viel wie die Nordwestkurve im Waldstadion.

Achtung Eintracht: Louisville hat eine pikante Verbindung...

Statt Städel-Museumsnächte gibt‘s hier das Slugger-Museum mit Baseballschläger-Historie. Anstelle von Ebbelwoi und grüner Soße warten Bourbon Whiskey und das berühmte Hot Brown Sandwich mit Putenwurst und Mornaysauce. Immerhin: Beide Städte liegen an Flüssen – Frankfurt am Main (524 km), Louisville am deutlich längeren Ohio River (1579 km).

Besonders pikant: Louisville ist Partnerstadt von Mainz – jener Stadt, die Eintracht-Fans als rheinland-pfälzischen Nachbarn bestens kennen. So schließt sich der Kreis auf überraschende Weise.

Eintracht Frankfurt bereitet sich in Kentucky vor

Bei durchschnittlich drei Grad höheren Temperaturen und doppelt so viel Niederschlag als in Frankfurt wird die Eintracht definitiv ins Schwitzen kommen – allerdings nur 30 Meter höher als gewohnt (142m vs. 112m). Höhentraining sieht anders aus, aber manchmal führen andere Gründe zu einer solchen Reise. Etwa das gute Gefühl an den Trip vor zwölf Monaten.

Damals wurde der Grundstein gelegt für eine historische Saison, die mit dem dritten Platz und der damit verbundenen Champions-League-Qualifikation endete.

Rubriklistenbild: © Eintracht Frankfurt

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