VonDaniel Schmittschließen
Eintracht Frankfurt verliert mit 1:2 beim Regionalligisten TSV Steinbach Haiger. Kevin Trapp, Randal Kolo Muani, Jesper Lindström und die Neuzugänge nur auf der Tribüne dabei.
Für die Anreise ihrer Fußballer benötigte die Frankfurter Eintracht gleich zwei Mannschaftsbusse – zu viele Spieler, zu viele Trainer, zu viel Stuff. Alle waren sie schließlich gekommen ins Sportzentrum Haarwasen, zum zweiten Testkick des hessischen Bundesligisten, diesmal beim ambitionierten Viertligaklub TSV Steinbach Haiger. Auch die Nationalspieler, Kevin Trapp, Randal Kolo Muani, Jesper Lindström, oder die Neuzugänge wie Jessic Ngamkam und Davis Bautista. Bloß: Auf dem Rasen stand bei der 1:2 (1:1)-Niederlage niemand von den Genannten.
Eintracht-Trainer Dino Toppmöller jedenfalls gönnte den erst kürzlich aus dem Urlaub zurückgekehrten Profis noch eine Spielpause, stattdessen grinsten sie sich bei reihenweise Selfies mit den fast 5000 Zuschauenden die Gesichter (fast) starr. Auch der nach einer Erkältung noch nicht ganz fitte Mario Götze ließ die Begegnung lieber aus. „In der ersten Woche ist viel auf uns eingeprasselt. Das müssen wir verarbeiten. Dass da nicht alles funktionieren kann, ist klar“, sagte Kapitän Sebastian Rode. Er sei aber zuversichtlich.
Auf dem Rasen trabten also andere. Trabten deshalb, weil sich die Eintracht vom Start weg recht schwer tat. Na klar, Steinbach Haiger, vierte Liga, das hat ein gewisses Niveau. Auch der baldige DFB-Pokalgegner Lok Leipzig ist in der Regionalliga am Start. Die Frankfurter Elf präsentiere sich zu pomadig. Erst nach der nicht unverdienten TSV-Führung durch den Ex-Offenbacher Serkan Firat (38.) wurde auch der Erstligist präsenter, vor allem zielstrebiger. Stürmer Igor Matanovic glich noch vor der Pause aus (36.). Es war in diesen Minuten ein flottes Spiel von beiden Teams.
Hauge fleißig, aber flattrig
Auffällig zudem bei der Eintracht: Ellyes Skhiri machte keine Fehler, Jerome Onguene dagegen fast bei jeder seiner Aktionen. Aurelio Buta marschierte auf den Außen mehr als Christopher Lenz, flankte aber - wie so oft - ungenau. Paxten Aaronson hatte ein, zwei gute Ideen, aber auch ein, zwei unnötige Ballverluste. Und Jens Petter Hauge, der um seine Chance kämpfende Norweger, mühte sich redlich, lief ständig seine Gegenspieler an, sprintete beherzt, verdaddelte aber freistehend vor dem TSV-Kasten nervenschwach. Kennt man, so alles in allem, selbst wenn Teamkollege Trapp lobende Worte für den Fleiß des Offensivspielers fand.
Nach der Pause tauschte Trainer Toppmöller acht Profis aus - und das System. Nun verteidigten in letzter Reihe deren vier, nicht mehr nur drei Mann. Timothy Chandler dagegen gab den rechten Außenstürmer. Die beste Eintracht-Chance vergab Hugo Larsson, der überhaupt einen ordentlichen Eindruck machte. Ansonsten aber flachte das Tempo wieder stark ab und schlugen die Gastgeber eiskalt zu. Gianluca Korte traf zum Sieg (72.).
