Eintracht-Sorgenkind: Fleißige Vorbereitung für die letzte Chance?
VonChristopher Michel
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Junior Dina Ebimbe hat eine Horrorsaison bei Eintracht Frankfurt hinter sich. Hat der Franzose realisiert, worauf es zukünftig für ihn ankommt?
Frankfurt – Die Causa Junior Dina Ebimbe ist für das Umfeld von Eintracht Frankfurt nur schwer zu greifen. Der 2022 von Paris Saint-Germain gekommene Allrounder war in seinen ersten beiden Jahren im fitten Zustand stets gesetzt.
Schon im vergangenen Sommer hätte Eintracht Dina Ebimbe verkauft
Vor zwölf Monaten änderte sich an diesem Status etwas. Während der Vorbereitung kristallisierte sich schnell heraus, dass Trainer Dino Toppmöller auf andere Kräfte setzen wird. Dina Ebimbe war plötzlich außen vor, Sportvorstand Markus Krösche hätte einem Abgang nach Neapel oder in die Türkei bei passendem Preis zugestimmt.
Nach dem Ende der Sommer-Transferperiode war der Mittelfeldspieler noch da und zeigte sich sehr reflektiert. Toppmöller öffnete Dina Ebimbe die Tür und der Start war verheißungsvoll. Er traf in der Europa League gegen Pilsen (3:3) und in Istanbul (3:1), zudem ebnete sein furchtloser Einsatz im Duell gegen den FC Bayern München den Weg zum späten Ausgleichstor von Omar Marmoush (3:3).
Es folgte der verhängnisvolle 10. November. Dina Ebimbe wurde nach einer mäßigen Halbzeit im Duell beim VfB Stuttgart (3:2) ausgewechselt. Es sollten in den kommenden sieben Monaten nur noch zwei Kadernominierungen und elf Spielminuten auf dessen Konto landen.
Konkurrenzkampf bei der Eintracht auf hohem Niveau
Bei Dina Ebimbe kamen viele Dinge zusammen. Er hatte zunächst auch mit einer Grippe und Verletzung, die auch den Wechsel zur AS Monaco platzen ließ, zu kämpfen. Die interne Konkurrenz setzte sich in dieser Zeit mit starker Performance ab. Ob Ansgar Knauff, Jean-Matteo Bahoya, Rasmus Kristensen, Nathaniel Brown, Hugo Larsson oder Oscar Höjlund: Alle Positionen, die Dina Ebimbe hätte beackern können, waren besetzt.
Der Frust wurde dadurch wöchentlich größer, Toppmöller hatte ihn aus dem Europa-League-Kader gestrichen und Schritt für Schritt aussortiert. Ob es den einen Vorfall oder großen Knall gab? Schweigen bei diesem sensiblen Thema! Am Ende ist Dina Ebimbe über sich selbst gestolpert, die Verantwortlichen hatten viel Geduld gezeigt.
Seine Zukunft wird trotz eines bis 2027 laufenden Vertrags wohl nicht mehr bei Champions-League-Klub Frankfurt liegen. Die Eintracht aber lässt ihn bei der Suche nach einem neuen Verein nicht hängen.
Nutzt das Sorgenkind der Hessen die letzte Chance, seine Karriere zu retten? Dina Ebimbe wird im November 25 Jahre alt, die Zeit für den nächsten Schritt immer knapper. Ein Blick auf das Instagram-Profil des Spielers macht Hoffnung. Er hält sich derzeit in Dubai auf und bringt sich bei SPS Performance in Form. Coach Nic treibt ihn gemeinsam mit vielen weiteren Sportlern zur Höchstleistung.
Eintracht-Sorgenkind macht sich in der Vorbereitung fit
„Ich mache Athleten noch explosiver!“ Dieser Satz steht im Profil des Trainers. Dina Ebimbe, der am 30. Mai den persönlichen „Restart“-Knopf gedrückt hat, nimmt die Challenge an. Trotz persönlich schwieriger Saison weckt er weiterhin Interesse auf dem Markt, Nizza und der FC Sevilla sollen bei ihm angeklopft haben.
Der Blick zurück auf die drei Jahre Dina Ebimbe? Er wird gemischt ausfallen. Er begeisterte zu Beginn mit seiner Dynamik und Power auf der rechten Seite. Sein Last-Minute-Treffer gegen den SC Freiburg brachte die Eintracht erst in die Conference League. In seinem zweiten Jahr standen trotz etlicher Positionsverschiebungen 15 Scorerpunkte auf dem Konto. Erst danach folgte der Absturz.
Krösche sah in ihm lange Zeit den richtigen Mann für das Zentrum. Am Ende gab der Sportvorstand zu: „Es tut mir für Junior leid. Er hat viele gute Spiele gemacht. Junior hat enormes Potenzial, eine extrem starke Physis und eine außergewöhnliche Dynamik. Leider hat es nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Dina Ebimbe fand bei der Eintracht nie zu einer Konstanz
Dina Ebimbe befand sich gefühlt auf der ewigen Suche nach der richtigen Rolle, er bekleidete in 85 Pflichtspielen insgesamt sieben verschiedene Positionen. Das größte Problem des früheren U-Nationalspielers? Die fehlende Konstanz und der schnelle Frust an den Tagen, an denen wenig zusammenlief.
Zwischen Weltklasse wie gegen den FC Bayern München und Kreisklasse bei Drittligist Saarbrücken lagen manchmal nur 72 Stunden. Am Ende reichte es so nicht für mehr. In diesem Fall hat sich nicht der Spieler schneller als die Eintracht, sondern die Eintracht schneller als der Spieler entwickelt.