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Eintrachts Neuzugang: Ein König der Kurzpässe

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Neuer Strippenzieher in Frankfurt: Hugo Larsson. Foto: Imago Images.
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Eintracht Frankfurt sticht bei der Verpflichtung von Mittelfeldspieler Hugo Larsson aus Malmö auch Borussia Dortmund aus.

Wenn der erste Eindruck nicht täuscht, und das tut er ja meistens nicht, dann hat sich Eintracht Frankfurt da in diesem jungen schwedischen Kicker Hugo Larsson ein aufgewecktes Kerlchen gekrallt. Seine Vorstellungsrunde mit den Eintracht-Medien brachte der Schlacks, zarte 18 erst, aber 1,87 Meter lang, ziemlich cool und routiniert über die Bühne, locker, sympathisch, dieser Hugo Larsson. „Das Projekt Frankfurt ist perfekt für mich“, sagte der Mittelfeldspieler in Englisch. „Das ist der nächste Schritt meiner Karriere. In der Bundesliga zu spielen, ist ein Traum. Ich bin glücklich und stolz, ein Teil von Eintracht Frankfurt zu sein.“

Larsson, Rechtsfuß, gilt als größtes schwedisches Talent. Die Eintracht hat sich seine Dienste einiges kosten lassen, rund zehn Millionen Euro gehen an seinen bisherigen Klub Malmö FF, den aktuellen Tabellenzweiten der schwedischen Liga. Noch am Pfingstsonntag stand Larsson für Malmö auf dem Platz, 0:3-Niederlage bei Elfsborg, Tabellenführung futsch. Anschließend ging es nach Frankfurt, wo er einen Vertrag bis 2028 unterschrieben hat.

Krösche ist „extrem stolz“

„Wir beobachten ihn seit längerem, haben seine gute Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten genau verfolgt“, sagt Sportvorstand Markus Krösche. „Er hat sehr viel Talent.“ Der Manager ist, wie er sagt, „extrem stolz und froh, dass er sich für uns entschieden hat“. Auch Borussia Dortmund buhlte um den Spieler, der auf der Sechs oder der Acht agiert. „Er ist ein mutiger Spieler im Spielaufbau, hat Selbstvertrauen und auch die mentale Stärke, ein Spiel zu leiten und zu lenken“, betont Krösche. „Genau das erwarten wir von ihm.“

Sicherlich wird er ein bisschen Eingewöhnungszeit brauchen, muss sich akklimatisieren und zurechtfinden, im neuen Land, in der Stadt, aber auch auf dem Fußballfeld. Larsson, ganz schön schmächtig, muss sich anpassen, an das Tempo, die Physis und die Härte. „Ich arbeite hart auf dem Feld“, sagt er. „Ich gebe immer alles.“ Larsson, der in dieser Saison für Malmö in allen zehn Ligaspielen in der Startelf stand, ein Tor geschossen und eine Vorlage geliefert hat, sieht sich selbst als Verbindungsspieler, „technisch gut“, an seinem Offensivspiel will er arbeiten. „Es wäre schön, wenn ich Tore und Assists beisteuern könnte.“

Der 18-Jährige, der im Januar für die schwedische Nationalelf debütierte, ist bisher nicht durch überbordende Torgefahr auffällig geworden. Das ist aber auch nicht sein Spiel gewesen, er ist eher der Akteur, der sich die Bälle vor der Abwehr abholt und verteilt. Der Onlineblog „Ballorientiert“, der durch kenntnisreiche und aufwendige Datenanalyse besticht, sieht in ihm einen hochinteressanten Spieler, „der immer wieder nach spielerischen Lösungen“ suche. „Er vermeidet den langen Ball. Kein anderer Spieler in der Liga spielt mehr Kurzpässe als er. Als Ergebnis bringt er erstaunliche 92 Prozent seiner Pässe in das letzte Drittel des Spielfelds – ein Wert, der seinesgleichen sucht.“ Es gibt schlechtere Referenzen.

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