FC Bayern siegt gegen PSG: Doch nur einer bekommt die Note 1
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Hanna Raif
Manuel Bonke
Philipp Kessler
Florian Schimak
Der FC Bayern hatte am Dienstag zur Neuauflage des Champions-League-Finals von 2020 Paris Saint-Germain in der Allianz Arena zu Gast. Noten und Einzelkritik.
München – FC Bayern gegen PSG, da war doch was?!
Ab sowas von! Das war das Finale der Champions League 2020. Damals war es Kingsley Coman, der die Münchner zum Titel und damit zum Triple schoss. Und dieses Mal?
Drei Minuten waren am Dienstagabend in der Allianz Arena gespielt, da ging Vincent Kompany zur Reservebank. Den roten Pullover, den der Trainer des FC Bayern trug, tauschte er blitzschnell gegen eine Trainingsjacke – als habe er geahnt, dass er an diesem fünften Liga-Spieltag der Champions League gegen Paris Saint-Germain mehr Bewegungsfreiheit brauchen würde. In der Tat gab es viel zu coachen, der FC Bayern im „ewigen“ Duell keine absolute Glanzleistung. Was aber wichtiger war: dass am Ende ein 1:0 (1:0) auf der Anzeigentafel stand – und der Start in die „Woche der Wahrheit“ gelungen ist.
Minjae Kim war es, der die Gastgeber in der 38. Minute per Kopfball verdient in Führung brachte. Weil PSG nach der Gelb-Roten Karte für Ousmane Dembélé eine gute halbe Stunde zu zehnt agierte, gelang dem Team von Luis Enrique keine Aufholjagd mehr. Paris steht damit mit vier Punkten aus fünf Spielen unter enormen Druck, während die Bayern den Fehlstart in der Königsklasse mit dem Sieg im Prestige-Duell fast vergessen lassen konnten. Kompany hat seinen ersten „Kracher“ gewonnen, so soll es am Samstag in Dortmund und am Dienstag gegen Leverkusen weitergehen. Nur die Chancenverwertung muss bis dahin besser werden.
FC Bayern besteht mit Kompany die erste kleine Reifeprüfung
Groß rotiert hatte der Belgier für diese kleine Reifeprüfung nicht: Auf der Rechtsverteidigerposition durfte Konrad Laimer an Stelle von Raphael Guerreiro ran, überraschender war die Änderung auf dem rechten Flügel, wo Leroy Sané anstelle von Michael Olise begann. Es lag nicht nur an den beiden Neuen, aber die Bayern waren etwas voreilig: Der Anstoß musste daher zwei Mal ausgeführt werden – dann lief der Ball.
Er lief gut durch Bayern-Reihen, das Kompany-Team war bemüht, die Partie von Beginn an in die richtige Richtung zu lenken. Leon Goretzka verpasste die Krönung des ersten sehenswerten Angriffs (4.), eine Ecke von Joshua Kimmich kam gefährlich (5.), Jamal Musiala aber hatte den ersten Hochkaräter: Eine Kimmich-Hereingabe aber platzierte er zu zentral und scheiterte an PSG-Keeper Safonov. Weil Paris aber die starke Anfangsphase der Bayern gut überstand, wirkte die Partie schnell ausgeglichener. Beide Teams zogen ihr Pressing gut auf.
FC Bayern besiegt PSG: Kim erzielt das goldene Tor
Vor allem Kimmich trieb das Spiel mit guten Ideen aus dem Mittelfeld an, ging es mal schnell, war meist Kingsley Coman involviert. Weil Harry Kane aber in der Mitte gut bewacht war, kamen die letzten Pässe oft nicht an. Glück hatten die Bayern, als Zaire-Emery die beste Pariser Chance frei verzog (29.), zwei Minuten später musste Manuel Neuer erstmals gegen Dembele eingreifen. Dass PSG selbstbewusster wurde, lag auch daran, dass die Bayern sich Nachlässigkeiten leisteten. Ruhe konnte nur ein Tor bringen – und das fiel.
PSG-Keeper Matvei Safonov – aus leistungsbezogenen Gründen anstelle für Gianluigi Donnarumma eingesetzt – griff nach einer Ecke am Ball vorbei, Kim nahm das Geschenk an: Der Innenverteidiger stand goldrichtig und köpfte den Ball zum 1:0 ins Netz. Coman, Kimmich und Sané hätten noch vor der Pause nachlegen können, aber das 1:0 zur Pause passte zum Spielverlauf.
FC Bayern siegt gegen PSG: Doch nur einer bekommt die Note 1
PSG startete auch in den zweiten Durchgang ohne nominellen Stürmer, wurde aber zwingender. Dass Dembelé nach seinem zweiten Foul Gelb-Rot sah, war eine harte Entscheidung und nahm Paris den Schwung dann auch schnell wieder. Die Bayern hatten Chance um Chance, Musiala traf sogar den Pfosten (73.). Am Ende blieb es beim 1:0 – womöglich in Kompanys neuer Glücks-Trainingsjacke...
Manuel Neuer
Wurde von den Pariser Angreifern häufig gepresst. Tanzte nach einer halben Stunde Dembele im eigenen Strafraum aus. Wenig später parierte er einen Schuss des Ex-Dortmunders. In der zweiten Halbzeit wagte er auch einen seiner berühmten Ausflüge in Richtung Mittellinie – und vollendete diesen mit einem genauen Zuspiel auf den linken Flügel. Note: 2
Konrad Laimer
Der Österreicher rutschte für Guerereiro in die Startelf. Als Rechtsverteidiger hatte er großen Offensivdrang, in Nähe des gegnerischen Sechzehners fehlte ihm aber oft der Mut. Gegen den Ball aggressiv. Note: 3
Dayot Upamecano
Wieder ein solider Auftritt des französischen Innenverteidigers. Weil PSG lange ohne richtigen Mittelstürmer gespielt hat, wurde er auch kaum richtig gefordert. Note: 2
Minjae Kim
Der Dauerbrenner stand zum 24. Mal in Serie in dieser Saison in der Startelf. Mit seinem ersten Champions-League-Tor köpfte er Bayern in Führung. Zeigte sich auch defensiv fehlerfrei und sorgte für Stabilität in der Münchner Abwehr. Note: 1
Alphonso Davies
Der Kanadier spielte ordentlich, aber ohne nennenswerte Ausschläge nach vorne und hinten. Note: 3
Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars
Starker Auftritt vom DFB-Captain. Defensiv gut und auch offensiv mit starken Zuspielen. In der Anfangsphase setzte er Musiala gut ins Szene. Nach seiner Ecke fiel das 1:0. Note 2
Leon Goretzka
Wichtiges Tackling in der 8. Minute, feierte sich danach mit der Doppel-Faust. Spielerisch nicht immer ganz sauber, aber zeigte viel Einsatz. Note 3
Leroy Sané
Starker Beginn, aber bei der Flanke nach seinem Mega-Sprint genauso ungenau, wie beim Abschluss in der 12. Minute. Auch danach war Sané zwar weiter auffällig, aber auch unglücklich in seinen Aktionen. Note 3 (ab 70. Michael Olise, o.B.)
Riesen-Chance in der 7. Minute, als er nach dem Kimmich-Chipp völlig frei an PSG-Keeper Safonov. Doch anschließend war vom 21-Jährigen nicht mehr allzu viel zu sehen. Musiala agierte nicht so auffällig, wie in den vergangenen Wochen und hatte einige ungewohnte Stockfehler, wie bei der großen Coman-Chance (67.). Hatte dann noch Pfosten-Pech. Note 3 (ab 77. Thomas Müller, o.B.)
Kingsley Coman
Der Final-Held von Lissabon wirkte deutlich verbessert im Vergleich zum FCA-Spiel und hatte gleich zwei dicken Chancen im ersten Durchgang. Allerdings konnte Coman keine davon nutzen, wie auch im zweiten Durchgang. Half Davies in der Defensive gegen den schnellen Hakimi immer wieder aus. Note 2(ab 70. Serge Gnabry, o.B.)
Harry Kane
Man kann nicht immer drei Tore schießen. Kane war dieses Mal nicht so treffsicher wie gegen den FCA. Das lag zum einen am Gegner und zum anderen an Kane selbst, der sich weniger fallen ließ und daher nicht so in der Partie war, da er fast als Art Wandspieler agierte. Note 4
Aus der Allianz Arena berichten Manuel Bonke, Hanna Raif, Philipp Kessler und Florian Schimak