Einzelkritik zum CL-Kracher

FC Bayern siegt gegen PSG: Doch nur einer bekommt die Note 1

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Der FC Bayern hatte am Dienstag zur Neuauflage des Champions-League-Finals von 2020 Paris Saint-Germain in der Allianz Arena zu Gast. Noten und Einzelkritik.

München – FC Bayern gegen PSG, da war doch was?!

Ab sowas von! Das war das Finale der Champions League 2020. Damals war es Kingsley Coman, der die Münchner zum Titel und damit zum Triple schoss. Und dieses Mal?

Drei Minuten waren am Dienstagabend in der Allianz Arena gespielt, da ging Vincent Kompany zur Reservebank. Den roten Pullover, den der Trainer des FC Bayern trug, tauschte er blitzschnell gegen eine Trainingsjacke – als habe er geahnt, dass er an diesem fünften Liga-Spieltag der Champions League gegen Paris Saint-Germain mehr Bewegungsfreiheit brauchen würde. In der Tat gab es viel zu coachen, der FC Bayern im „ewigen“ Duell keine absolute Glanzleistung. Was aber wichtiger war: dass am Ende ein 1:0 (1:0) auf der Anzeigentafel stand – und der Start in die „Woche der Wahrheit“ gelungen ist.

Minjae Kim war es, der die Gastgeber in der 38. Minute per Kopfball verdient in Führung brachte. Weil PSG nach der Gelb-Roten Karte für Ousmane Dembélé eine gute halbe Stunde zu zehnt agierte, gelang dem Team von Luis Enrique keine Aufholjagd mehr. Paris steht damit mit vier Punkten aus fünf Spielen unter enormen Druck, während die Bayern den Fehlstart in der Königsklasse mit dem Sieg im Prestige-Duell fast vergessen lassen konnten. Kompany hat seinen ersten „Kracher“ gewonnen, so soll es am Samstag in Dortmund und am Dienstag gegen Leverkusen weitergehen. Nur die Chancenverwertung muss bis dahin besser werden.

FC Bayern besteht mit Kompany die erste kleine Reifeprüfung

Groß rotiert hatte der Belgier für diese kleine Reifeprüfung nicht: Auf der Rechtsverteidigerposition durfte Konrad Laimer an Stelle von Raphael Guerreiro ran, überraschender war die Änderung auf dem rechten Flügel, wo Leroy Sané anstelle von Michael Olise begann. Es lag nicht nur an den beiden Neuen, aber die Bayern waren etwas voreilig: Der Anstoß musste daher zwei Mal ausgeführt werden – dann lief der Ball.

Er lief gut durch Bayern-Reihen, das Kompany-Team war bemüht, die Partie von Beginn an in die richtige Richtung zu lenken. Leon Goretzka verpasste die Krönung des ersten sehenswerten Angriffs (4.), eine Ecke von Joshua Kimmich kam gefährlich (5.), Jamal Musiala aber hatte den ersten Hochkaräter: Eine Kimmich-Hereingabe aber platzierte er zu zentral und scheiterte an PSG-Keeper Safonov. Weil Paris aber die starke Anfangsphase der Bayern gut überstand, wirkte die Partie schnell ausgeglichener. Beide Teams zogen ihr Pressing gut auf.

Abwehr-Bollwerk und Stürmer-Star: Upamecano und Kane herzen Torschütze Kim (r.).

FC Bayern besiegt PSG: Kim erzielt das goldene Tor

Vor allem Kimmich trieb das Spiel mit guten Ideen aus dem Mittelfeld an, ging es mal schnell, war meist Kingsley Coman involviert. Weil Harry Kane aber in der Mitte gut bewacht war, kamen die letzten Pässe oft nicht an. Glück hatten die Bayern, als Zaire-Emery die beste Pariser Chance frei verzog (29.), zwei Minuten später musste Manuel Neuer erstmals gegen Dembele eingreifen. Dass PSG selbstbewusster wurde, lag auch daran, dass die Bayern sich Nachlässigkeiten leisteten. Ruhe konnte nur ein Tor bringen – und das fiel.

PSG-Keeper Matvei Safonov – aus leistungsbezogenen Gründen anstelle für Gianluigi Donnarumma eingesetzt – griff nach einer Ecke am Ball vorbei, Kim nahm das Geschenk an: Der Innenverteidiger stand goldrichtig und köpfte den Ball zum 1:0 ins Netz. Coman, Kimmich und Sané hätten noch vor der Pause nachlegen können, aber das 1:0 zur Pause passte zum Spielverlauf.

FC Bayern siegt gegen PSG: Doch nur einer bekommt die Note 1

PSG startete auch in den zweiten Durchgang ohne nominellen Stürmer, wurde aber zwingender. Dass Dembelé nach seinem zweiten Foul Gelb-Rot sah, war eine harte Entscheidung und nahm Paris den Schwung dann auch schnell wieder. Die Bayern hatten Chance um Chance, Musiala traf sogar den Pfosten (73.). Am Ende blieb es beim 1:0 – womöglich in Kompanys neuer Glücks-Trainingsjacke...

Manuel Neuer

Wurde von den Pariser Angreifern häufig gepresst. Tanzte nach einer halben Stunde Dembele im eigenen Strafraum aus. Wenig später parierte er einen Schuss des Ex-Dortmunders. In der zweiten Halbzeit wagte er auch einen seiner berühmten Ausflüge in Richtung Mittellinie – und vollendete diesen mit einem genauen Zuspiel auf den linken Flügel. Note: 2

Konrad Laimer

Der Österreicher rutschte für Guerereiro in die Startelf. Als Rechtsverteidiger hatte er großen Offensivdrang, in Nähe des gegnerischen Sechzehners fehlte ihm aber oft der Mut. Gegen den Ball aggressiv. Note: 3

Dayot Upamecano

Wieder ein solider Auftritt des französischen Innenverteidigers. Weil PSG lange ohne richtigen Mittelstürmer gespielt hat, wurde er auch kaum richtig gefordert. Note: 2

Minjae Kim

Der Dauerbrenner stand zum 24. Mal in Serie in dieser Saison in der Startelf. Mit seinem ersten Champions-League-Tor köpfte er Bayern in Führung. Zeigte sich auch defensiv fehlerfrei und sorgte für Stabilität in der Münchner Abwehr. Note: 1

Alphonso Davies

Der Kanadier spielte ordentlich, aber ohne nennenswerte Ausschläge nach vorne und hinten. Note: 3

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Joshua Kimmich

Starker Auftritt vom DFB-Captain. Defensiv gut und auch offensiv mit starken Zuspielen. In der Anfangsphase setzte er Musiala gut ins Szene. Nach seiner Ecke fiel das 1:0. Note 2

Leon Goretzka

Wichtiges Tackling in der 8. Minute, feierte sich danach mit der Doppel-Faust. Spielerisch nicht immer ganz sauber, aber zeigte viel Einsatz. Note 3

Leroy Sané

Starker Beginn, aber bei der Flanke nach seinem Mega-Sprint genauso ungenau, wie beim Abschluss in der 12. Minute. Auch danach war Sané zwar weiter auffällig, aber auch unglücklich in seinen Aktionen. Note 3 (ab 70. Michael Olise, o.B.)

Jamal Musiala agierte gegen PSG etwas unglücklich.

Jamal Musiala

Riesen-Chance in der 7. Minute, als er nach dem Kimmich-Chipp völlig frei an PSG-Keeper Safonov. Doch anschließend war vom 21-Jährigen nicht mehr allzu viel zu sehen. Musiala agierte nicht so auffällig, wie in den vergangenen Wochen und hatte einige ungewohnte Stockfehler, wie bei der großen Coman-Chance (67.). Hatte dann noch Pfosten-Pech. Note 3 (ab 77. Thomas Müller, o.B.)

Kingsley Coman

Der Final-Held von Lissabon wirkte deutlich verbessert im Vergleich zum FCA-Spiel und hatte gleich zwei dicken Chancen im ersten Durchgang. Allerdings konnte Coman keine davon nutzen, wie auch im zweiten Durchgang. Half Davies in der Defensive gegen den schnellen Hakimi immer wieder aus. Note 2 (ab 70. Serge Gnabry, o.B.)

Harry Kane

Man kann nicht immer drei Tore schießen. Kane war dieses Mal nicht so treffsicher wie gegen den FCA. Das lag zum einen am Gegner und zum anderen an Kane selbst, der sich weniger fallen ließ und daher nicht so in der Partie war, da er fast als Art Wandspieler agierte. Note 4

Aus der Allianz Arena berichten Manuel Bonke, Hanna Raif, Philipp Kessler und Florian Schimak

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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