VonManuel Bonkeschließen
Deutschland macht wieder Spaß! Die DFB-Elf gewinnt in Frankreich. Die Einzelkritik und Noten für die deutsche Nationalmannschaft.
Lyon – Deutschland überzeugt beim Härtetest vor der EM 2024: Die DFB-Elf gewinnt in Frankreich mit 2:0. Die Einzelkritik zum Auswärtssieg.
Marc-André ter Stegen: Cool und clever mit einer Hand entschärfte der Schlussmann des FC Barcelona einen gelupften Schuss von Kylian Mbappé im Fünfmeterraum - viele Torhüter wären bei solch einer Situation leicht nach unten, worauf der Franzose auch spekuliert hatte. Ansonsten strahlte ter Stegen die nötige Ruhe auf seine Vordermänner aus und war immer anspielbereit. Die deutsche Nummer zwei lässt sich trotz der Pro-Neuer-Entscheidung nicht hängen. Note: 2
Einzelkritik und Noten zum DFB-Sieg: Viel zu tun in der Defensive – Neuling Mittelstädt mit schwerem Stand
Joshua Kimmich: Bei seiner Rückkehr auf die Rechtsvertreter-Position bei der Nationalmannschaft bekam es der Münchner gleich mit Superstar Kylian Mbappé zu tun. Kimmich erledigte seine Aufgabe mit viel Körpereinsatz, enormer Laufarbeit und einem cleveren Stellungsspiel vorbildlich. Er machte dem schnellen Franzosen das Leben auf dem Platz schwer. Trotz seiner defensiven Mammut-Aufgabe schaltete sich Kimmich immer wieder ins Offensivspiel ein. Note: 2
Antonio Rüdiger: Der Abwehrchef kam gegen die Franzosen ohne Wackler aus. Vor allem in Kopfballduellen war Rüdiger eine Bank. Mit diesem Selbstverständnis bestritt er auch die Zweikämpfe am Boden. Ein mehr als ordentlicher Auftritt. Note: 3
Jonathan Tah: Mit dem Bewusstsein in der Nationalmannschaft als Innenverteidiger gesetzt zu sein, knüpfte Tah in Lyon an seine guten Leistungen in Leverkusen an. Tah antizipierte clever und brachte selbst in vermeintlich brenzligen Situationen eine Ruhe rein. Note: 3
Maximilian Mittelstädt: Der Stuttgarter startete in der Anfangsphase mutig nach vorne - bekam im Laufe des Spiels in der Defensive aber deutlich seine Grenzen aufgezeigt. Ousmane Dembele schlug gegen Mittelstädt Haken nach Belieben und ließ den Linksverteidiger ein ums andere Mal ins Leere laufen. Note: 4
Der Chef ist wieder da: Top-Leistung von Toni Kroos beim DFB-Comeback
Toni Kroos: Deutschland hat wieder einen waschechten Mittelfeldchef. Der Dirigent von Real Madrid gibt jetzt auch wieder beim DFB den Ton an. Das tut er mit viel Ruhe am Ball, präzisen Pässen und einer enormen Spielübersicht. Gleichzeitig haute Kroos mit Statement-Fouls auch mal dazwischen, wenn er es für nötig erachtete. Der Asisst zum 1:0 durch Florian Wirtz nach zwei Sekunden zeigt Kroos‘ Klasse in einer Szene. Note: 1
Robert Andrich: Der Job von Andrich im deutschen Spiel ist klar definiert: Er ist Kroos‘ Kettenhund. Dementsprechend versuchte er alles, um dem Mittelfeldchef und den drei Zauberern (O-Ton Julian Nagelsmann) in der Offensivreihe den Rücken freizuhalten. Das klappt gut, seine Zuspiele haben hingegen noch Luft nach oben. In der Zweikampfführung kompromisslos und teilweise (gewollt) ungestüm. Note: 3
Jamal Musiala: Der Auftritt mit neuer Rückennummer war eine wahre ZEHNsation. Den Treffer von Kai Havertz bereitete der Ausnahmespieler mit einem seiner unnachahmlichen Dribblings im gegnerischen Strafraum vor. Darüber hinaus war Musiala auch körperlich enorm präsent und gewann dadurch auch viele wichtige Zweikämpfe in der Defensive. Note: 2
Ilkay Gündogan: Der Kapitän fiel im Vergleich zu den beiden Ausnahme-Youngstern Musiala & Wirtz deutlich ab. Seine Pässe waren nicht immer präzise genug. Auch, weil Gündogan in einigen Aktionen zu sehr mitzaubern wollte und Bälle gerne mit der Hacke spielte. Er muss seine Rolle in der Dreier-Offensivgruppe noch finden - wohl wissend, dass mit Leroy Sané und Serge Gnabry zwei Münchner auf ihre Chance bei der Europameisterschaft lauern. Note: 3
Wirtz-Wahnsinn in Frankreich: Blitztor bringt DFB-Elf auf Siegerstraße
Florian Wirtz: Bei seinem Blitztor zum 1:0 nach sieben Sekunden bewies Wirtz Schusskraft und Präzision. Beim Treffer zum 2:0 Ball schickte er Vorlagengeber Jamal Musiala mit ganz viel Gespür für den freien Raum und noch mehr Gefühl im Fuß auf die Reise. Zwei Weltklasse-Aktionen, die den Leverkusener nun auch im DFB-Trikot zum Unterschiedsspieler machen. Lyon soll idealerweise nur der Anfang gewesen sein. Note: 1
Kai Havertz: Abgesehen von seinem Tor zum 2:0 war es ein unauffälliger Auftritt vom falschen Neuner. Allerdings ist sein Treffer Argument genug, um weiterhin in der deutschen Stammformation zu stehen. Note: 3
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