Von Korbinian Kothny
schließen
Der Schock nach dem Tod von Laura Dahlmeier sitzt weiterhin tief. Die Eltern der Biathlon-Ikone verabschieden sich nun auch öffentlich.
München / Garmisch-Partenkirchen – Ganz Deutschland und insbesondere Garmisch-Partenkirchen trauert um Laura Dahlmeier. Nach dem tragischen Bergunfall der zweifachen Olympiasiegerin in Pakistan haben auch ihre Eltern nun einen bewegenden öffentlichen Abschied genommen. Der plötzliche Tod der 31-jährigen Ex-Biathletin beim Abstieg vom Laila Peak hat eine Welle der Anteilnahme ausgelöst.
Laura Dahlmeier ist tot. Ihre Eltern trauern.
© IMAGO / BREUEL-BILD
In ihrer Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen errichteten Papa Andreas und seine Frau Dahlmeier im Schaufenster ihres traditionsreichen Möbelhauses einen rührenden Gedenkort. Das dort platzierte Foto zeigt Laura siegreich und erfüllt in den Bergen – genau dort, wo sie ihre Leidenschaft lebte. Daneben prangt eine schlichte weiße Schleife mit der Aufschrift „Für immer Laura“.
Eltern von Laura Dahlmeier trauern um ihre Tochter Das Möbelhaus Dahlmeier, das Vater Andreas bereits in vierter Generation führt, wird so zu einem Ort der Erinnerung an die außergewöhnliche Sportlerin. Neben diesem privaten Abschied entstand in der Pfarrkirche St. Martin ein weiterer öffentlicher Gedenkort .
Dort können Freunde, Fans und Weggefährten Abschied von der Ausnahmesportlerin nehmen, die nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge, sondern auch durch ihr Engagement bei der Bergwacht geschätzt wurde. Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch würdigte Laura als „Mitglied der Ortsgesellschaft“, die „unserem Ort so unheimlich viel geschenkt“ habe.
Laura Dahlmeier ist tot – sie folgt langer trauriger Liste von Kletter-Kollegen Die frühere deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Die 31-Jährige wurde von einem Steinschlag auf rund 5700 Meter Höhe getroffen und überlebte den Vorfall nicht. © IMAGO / TT Scott Fischer war der erste US-Amerikaner, der den 8516 Meter hohen Lhotse bestieg, den vierthöchsten Berg der Welt. Bei einer Expedition an der Südseite des Mount Everest im Jahr 1996 verunglückte Fischer, weil ihm aufgrund eines Schneesturms die Kräfte versagten. © IMAGO/Frank Bienewald Chloé Graftiaux war eine französisch-belgische Wettkampf- und Alpinkletterin. Im August 2010 wurde sie bei einem Felssturz am Mont‑Blanc-Massiv 600 Meter tief mitgerissen – sie war ungesichert unterwegs und kam sofort ums Leben. © ERIC LALMAND Chloé Graftiaux fing schon im Alter von acht Jahren zu klettern an. Ihre ältere Schwester nahm sie in die Kletterhalle mit, ihr Talent war schnell zu erkennen. © Imago / ERIC LALMAND Kurt Albert (56) ist nach seinem 18-Meter-Sturz gestorben. Kurt Albert war ein Pionier des Sportkletterns aus Deutschland. Er stürzte am 26. September 2010 in Frankenjura etwa 18 Meter ab und starb zwei Tage später an den Folgen. © dpa Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall. Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall. © Imago / Jimmy Chin Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab. Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab. © imago sportfotodienst Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt. Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt. © Sunil Sharma Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden. Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden. © Screenshot Instagram Marc‑André Leclerc Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht. Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht. © Screenshot Instagram Marc-André Leclerc Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko. Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko. © Screenshot Instagram Brad Gobright Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe. Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe. © Screenshot Instagram Brad Gobright David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe. David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe. © Imago / Capital Pictures Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben. Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben. © Screenshot Instagram Hansjörg Auer Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley. Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater. Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley (l. auf dem Bild). Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater. © Screenshot Instagram Jess Roskelley Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen. Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen. © Screenshot Instagram Jess Roskelley Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte im Juni 2020 bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. © Screenshot Instagram Luce Douady Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco. Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco. © Enrico Calderoni, via www.imago-images.de Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden. Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden. © Screenshot Instagram Cala Cimenti Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen. Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen. © Screenshot Instagram Cala Cimenti Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen. Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour an der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen. © Screenshot Instagram Kacper Tekieli Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram. Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram. © Adam Starszynski via www.imago-images.de Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle. Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle. © Instagram Martin Freistl Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh. Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh. © Screenshot Instagram Martin Feistl Cristian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einem bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte. Christian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einen bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte. © Screenshot Instagram Cristian Brenna Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre. Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre. © Screenshot Instagram Cristian Brenna Die Familie steht dabei im Mittelpunkt aller Gedenkaktivitäten – aus Respekt vor ihrer Trauer werden weitere öffentliche Veranstaltungen nur in Absprache stattfinden. Der tragische Steinschlag am 28. Juli kostete Laura Dahlmeier beim Abstieg das Leben. Ihre Eltern haben mit dem Foto im Schaufenster ein würdevolles Zeichen gesetzt: Laura wird unvergessen bleiben – als Sportlerin und als Mensch, der anderen half. (kk )
Rubriklistenbild: © IMAGO / BREUEL-BILD