Gnabry beim FC Bayern sportlich in der Kritik, aber mit großem sozialen Engagement
VonPeter Grad
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Sportlich steht Serge Gnabry derzeit in der Kritik. Nur wenigen Kritikern des Bayernspielers dürfte dagegen sein großes soziales Engagement bekannt sein.
München - Schon die zweite Saison in Folge läuft es beim deutschen Nationalspieler nicht so richtig rund. Waren die Gründe in der Spielzeit 2023/24 noch in seinen zahlreichen Verletzungen zu sehen, kommt er als einer der wenigen FCB-Profis auch unter dem neuen Chefcoach Vincent Kompany nicht so richtig in Schwung. Stellvertretend dafür der verschossene Elfmeter im Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum.
Gnabrys Stiftung für Reformen im Gesundheitssystem
Abseits des Rasens setzt der 29-Jährige dagegen wichtige Akzente, unter anderem tritt er mit seiner Stiftung für längst notwendige Reformen im Gesundheitssystem ein. Dort sieht er dringenden Handlungsbedarf in Deutschland: „Das Thema Pflege ist ein zentrales Anliegen in unserer Gesellschaft. Die Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten, leisten unglaublich viel – oft unter schwierigen Bedingungen. Sie sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems, erhalten jedoch nicht immer die Anerkennung und Unterstützung, die sie verdienen“, so Gnabry im Interview mit der Münchner Abendzeitung.
Viele Angestellte in der Pflege würden „unter hohem Druck stehen, werden schlecht bezahlt und es fehlt an ausreichend Personal – eine Situation, die dringend verbessert werden muss“, betonte der Nationalspieler. Durch seine eigene Stiftung sei er „zunehmend mit diesen Herausforderungen konfrontiert worden. Der enge Austausch mit den Einrichtungen und dem Personal verdeutlicht uns, wie dringend dieses Thema angegangen werden muss. Allen voran wollen wir mehr Bewusstsein für dieses Thema schaffen.“
Es gehe bei seiner Stiftungsarbeit nicht nur darum, direkte Hilfe zu leisten, sondern auch um „eine größere Aufmerksamkeit darauf, wie wichtig Pflegekräfte für uns alle sind – und dass sie die Unterstützung erhalten, die sie verdienen“, betont Gnabry. Außerdem unterstützt er mit seiner Stiftung Menschen mit schweren gesundheitlichen Schicksalen, insbesondere Kinder. Dabei besucht er unter anderem regelmäßig die Haunersche Kinderklinik in München.
Dies beschreibt er als eine „emotionale Herausforderung“, aber die Besuche bedeuten ihm sehr viel, weil „sie zeigen, wie wichtig es ist, Hoffnung zu schenken und gemeinsam positive Momente zu schaffen. Manchmal braucht es nicht viel, um den Kindern eine Freude zu machen – ein Lächeln, ein aufmunterndes Wort oder einfach nur Zeit, die man gemeinsam verbringt“, berichtet Gnabry. Oft seien es „gerade die kleinen Gesten“.
Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars
Häufig blickt die Öffentlichkeit, nicht nur im Fußball, ausschließlich auf den bekannten Bereich von Personen und kritisiert sie dann scharf, weil dieser – wenn auch manchmal nur zwischenzeitlich – nicht zur Zufriedenheit der Allgemeinheit erfüllt wird. So regt Gnabry derzeit den BILD-Reporter Alfred Draxler total auf, wenn er – wie gegen Bochum – abermals die von ihm erwartete Leistung nicht bringt. Die meisten Bayernfans stimmen Draxler dabei sicherlich zu. Sein großartiges soziales Engagement ist aber wohl eine größere, wichtigere Aufgabe als die auf dem Fußballfeld.