VonKorbinian Kothnyschließen
Julian Nagelsmann will noch vor der EM über seine Zukunft entscheiden. Dabei ist dem Bundestrainer wohl auch die Nähe zu seiner Familie wichtig.
Frankfurt – „Es ist für jeden Menschen ratsam, sich um seine berufliche Zukunft zu kümmern“, sagte Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor den anstehenden Länderspielen am Donnerstag. Gerade mit 36 Jahren gehört es laut dem Bundestrainer dazu, „sich zu überlegen, wie das Leben aus beruflicher Sicht weitergeht.“
Nagelsmann will wohl kein „Ab-und-zu-Papa“ sein
Der Beruf ist dabei die eine Sache, die Familie die andere. Denn wie die Bild-Zeitung berichtet, spielt diese eine viel größere Rolle bei Nagelsmanns Zukunfts-Entscheidung als bisher angenommen. Der Bundestrainer hat mit seiner Ex-Frau Verena zwei Kinder und ist derzeit in einer Beziehung.
Bei einem Trainer-Job im Ausland würde Nagelsmann vor allem seine Kinder aufgrund der Sorgerechtsvereinbarung mit seiner Ex-Frau nicht mehr so häufig sehen. Und das will der Bundestrainer wohl nicht. Laut dem Bericht möchte Nagelsmann kein „Ab-und-zu-Papa sein, sondern die Entwicklung seiner Kinder aktiv begleiten“.
Nagelsmann bleiben wohl nur zwei Optionen
Passend dazu sagte der 36-Jährige auf der Fan-Pressekonferenz am Dienstag: „Ich habe eine Lebensgefährtin und Kinder. Die versuche ich, mit einzubeziehen. Ich gehe nicht stur meinen Weg.“
Heißt: Sollte Nagelsmann seine Kinder weiter regelmäßig sehen wollen, gibt es eigentlich nur zwei Optionen für den Bundestrainer: Eine Weiterbeschäftigung beim DFB nach der EM oder eine Rückkehr zum FC Bayern. Nagelsmanns Familie lebt in Bayern, der Bundestrainer mit seiner Lebensgefährtin derzeit in München. Auch bei einem kolportierten BVB-Engagement wäre die Distanz zur Familie für regelmäßige Besuche wohl zu groß.
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DFB kämpft um Nagelsmann-Verbleib
Bayern-CEO Dreesen schloss erst kürzlich eine Rückkehr des Bundestrainers nicht aus. Und auch Nagelsmann sagte dazu: „Die Antwort von Jan-Christian Dreesen ist clever. Dinge nie auszuschließen im Fußball gehört ja dazu.“ Genauso wie eine Weiterbeschäftigung beim DFB.
Auf Nagelsmanns Ankündigung vor der EM gerne Klarheit über seine Zukunft haben zu wollen, reagierte die Verbandsspitze schnell und eindeutig. „Wir haben den Trainer und den Menschen Julian Nagelsmann beim DFB in relativ kurzer Zeit kennen- und schätzen gelernt“, betonte Präsident Bernd Neuendorf, während Geschäftsführer Andreas Rettig sagte: „Erfolgreiche Trainer schickt man nicht weg“. Und nicht weg zu wollen, scheint auch Nagelsmanns Devise zu sein … (kk)
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