- VonPhilipp Pachollekschließen
In einem Interview gewährt Alphonso Davies Einblicke in sein Seelenleben. Die lange ungeklärte persönliche Zukunft setzte dem Linksverteidiger des FC Bayern zu.
München – Dieser Poker zog sich wie ein Kaugummi. Die Vertragsverhandlungen mit Alphonso Davies, beziehungsweise seinem Berater Nick Huoseh, beschäftigte die Münchener Vereinsführung monatelang. Erstmalig war der Rekordmeister sogar vor rund zwei Jahren auf den Kanadier zugekommen, wollte bereits damals den ursprünglich zum 30.06.2025 auslaufenden Vertrag dem Vernehmen nach vorzeitig verlängern. Der Durchbruch erfolgte jedoch erst Anfang Februar dieses Jahres, als sich beide Parteien auf ein Arbeitspapier bis 2030 einigten. Die Zeit bis dahin ist nicht spurlos an Davies vorbeigegangen.
Aus mentalen Gründen: Davies verzichtete auf Nationalmannschaftsreise
„Ich war physisch und mental erschöpft“, öffnete sich Davies in der aktuellen Länderspielpause gegenüber dem kanadischen Portal One Soccer. Der 24-Jährige spricht den Zeitraum der vorherigen Länderspielpause im November 2024 an. Damals blieb er der kanadischen Nationalelf fern. „Ich hatte das Gefühl, nicht bei 100 Prozent zu sein, wenn ich zum Nationalteam kommen würde. Das war immer in meinem Kopf. Ich habe immer daran gedacht“, so Davies. „Ich habe versucht, mich auszuruhen, weil ich wusste, dass mein Vertrag ausläuft.“
In diesem Zuge suchte er das Gespräch mit Kanadas Nationaltrainer Jesse Marsch. „Ich habe ihm gesagt, dass ich fit sein muss. Aber physisch war ich erschöpft“, schildert Davies, der gleichzeitig in München „für einen neuen Vertrag gekämpft“ habe.
Schlagzeilen machten Bayern-Profi Davies zu schaffen
Die Überschriften hinsichtlich seiner Zukunft häuften sich gegen Ende des Jahres 2024 - speziell kurz vor der Öffnung des Wintertransferfensters. Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United - diese und weitere Vereine sollen Interesse angemeldet haben. Dass Top-Klubs bei Davies angeklopft haben, dementiert er im Interview nicht.
Davies sah sich mit Schlagzeilen wie „Geht er?“, „Bleibt er?“, „Was macht er?“ konfrontiert. „Natürlich versuchst du, nicht zu viel zu lesen. Aber heutzutage ist es schwer, einfach das Handy auszumachen und sich zu fokussieren“, erklärt der Linksverteidiger des FC Bayern weiter.
Liebesbekenntnis zum FC Bayern - Lob für Müller
Im Februar dieses Jahres nahm die Odyssee ein Ende: Bayern und Davies verkündeten ihre Zusammenarbeit über den Sommer 2025 hinaus. „Die Unterschrift war ein Zeichen, dass ich den Klub liebe und ich glücklich bin“, drückt der Kanadier seine Wertschätzung für den Rekordmeister aus.
Wertschätzung zeigt Davies auch gegenüber Teamkollege Thomas Müller, der ein wichtiger Ansprechpartner für ihn sei. „Ich unterhalte mich oft mit Thomas. Er wäre in Zukunft bestimmt ein guter Trainer. Er gibt mir hier und da Ratschläge. Einen Routinier wie ihn zu haben, der mit dir und den anderen jungen Spielern spricht, ist sehr hilfreich.“ (pp)
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