Wer wird Europameister?

Supercomputer liefert frohe DFB-Kunde vor EM-Viertelfinale gegen Spanien

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Nach dem Achtelfinale berechnet ein Supercomputer den kommenden Europameister. Deutschland wird es offenbar nicht, die DFB-Elf ist im Viertelfinale aber Favorit.

München – Die Achtelfinalspiele der EM 2024 sind abgeschlossen. Überraschend konnten sich die Schweiz mit einem 2:0 gegen Italien und die Türkei mit einem 2:1 gegen Österreich durchsetzen. Die Favoriten behaupteten sich in ihren Matches, einschließlich der deutschen Nationalmannschaft, die Dänemark mit 2:0 besiegte. Nun stellt sich die Frage, ob Deutschland seinen Siegeszug bis zum Finale fortsetzen und den EM-Titel holen wird. Ein Supercomputer prognostiziert den zukünftigen Europameister.

Kann Deutschland den Titel holen? Der Supercomputer gibt eine unerwartete Antwort

Laut dem Supercomputer ‚BETSiE‘ wird Deutschland nicht den Titel holen. Vor dem Viertelfinale hat das Online-Portal Wettbasis.com England als zukünftigen Europameister ermittelt. Doch wie kommt diese Prognose zustande? „Der Algorithmus simuliert das Turnier 100.000-Mal, basierend auf Toren und Gegentoren, abgegebenen und erhaltenen Schüssen, sowie jenen aufs Tor. Des Weiteren bezieht ‚BETSiE‘ auch den xG-Wert heran. Dabei werden alle bisherigen Spielergebnisse der Saison über alle Wettbewerbe berücksichtigt“, erklärt Wettbasis.com.

Angesichts der bisherigen Leistungen in der Vorrunde und im Achtelfinale ist diese Vorhersage überraschend. Zwar gingen die Engländer als einer der Top-Favoriten in die EM 2024, doch ihre Leistungen waren bisher enttäuschend. Nach einem knappen 1:0-Sieg gegen Serbien folgten ein 1:1 gegen Dänemark und ein 0:0 gegen Slowenien. Im Achtelfinale standen sie kurz vor dem Ausscheiden, bis Jude Bellingham in letzter Minute der Ausgleich per Traumtor gelang und Harry Kane in der Verlängerung das 2:1 erzielte.

Ein Supercomputer rechnet den Europameister aus.

Supercomputer liefert frohe DFB-Kunde vor EM-Viertelfinale gegen Spanien

Schon nach der Gruppenphase sagte der Supercomputer den EM-Sieger voraus – mit überraschendem Ergebnis. England lag auch hier vorne, doch der Vorsprung auf die anderen Nationen schrumpfte nach dem Achtelfinale deutlich. Die Titelwahrscheinlichkeit für die Three Lions wurde mit 21,34 % berechnet, fast fünf Prozent weniger als zuvor. Frankreich lauert mit 20,76 % knapp dahinter, gefolgt von Deutschland mit 17,14 % auf dem dritten Platz.

Interessanterweise hat Spanien, der nächste Gegner der DFB-Elf, nur eine Wahrscheinlichkeit von 13,97 %. Wie von allen EM-Experten erwartet, prognostiziert der Supercomputer ein enges Match. Deutschland wird jedoch voraussichtlich mit 53,71 % gegenüber 46,26 % Gewinnwahrscheinlichkeit die Oberhand behalten. Im Halbfinale soll dann allerdings gegen Frankreich Schluss sein.

Welcher ist Ihr Favorit? Alle EM-Bälle der Geschichte

EM 1968: Beim Turnier in Italien werden erstmals dokumentiert, Design und Name des Spielballs vorgestellt. Der „Telstar“ von Adidas wird mit dem Namenszusatz „Elast“ bestückt. Ihn Anlehnung an einen Kommunikations-Satelliten, der der eine Kugelform aufwies und durch seine Form so Inspirationsquelle für die Namensgeber war.
EM 1968: Beim Turnier in Italien werden erstmals dokumentiert, Design und Name des Spielballs vorgestellt. Der „Telstar“ von Adidas wird mit dem Namenszusatz „Elast“ bestückt. Ihn Anlehnung an einen Kommunikations-Satelliten, der der eine Kugelform aufwies und durch seine Form so Inspirationsquelle für die Namensgeber war. © Picture Alliance
EM 1972 und 1976: Es war „Telstar“-Jahrzehnt und das Modell „Durlast“ kam gleich dreimal zum Einsatz. Zweimal wurde das DFB-Team mit ihm Turniersieger, Europameister 72 und Weltmeister 74. Seine Ära als Glücksbringer endet im Belgrader Nachthimmel nach einem Elfmeter von Uli Hoeneß.
EM 1972 und 1976: Es war „Telstar“-Jahrzehnt und das Modell „Durlast“ kam gleich dreimal zum Einsatz. Zweimal wurde das DFB-Team mit ihm Turniersieger, Europameister 72 und Weltmeister 74. Seine Ära als Glücksbringer endet im Belgrader Nachthimmel nach einem Elfmeter von Uli Hoeneß. © IMAGO
EM 1980: Der erste „Tango“-Ball bei einer EM. Dabei ist die Variante „River Plate“ ein Erbstück der WM 1978, die passenderweise in Argentinien stattfand.
EM 1980: Der erste „Tango“-Ball bei einer EM. Dabei ist die Variante „River Plate“ ein Erbstück der WM 1978, die passenderweise in Argentinien stattfand. © Picture Alliance
EM 1984: Trotz des Namens „Tango Mundial“ kam die Gerätschaft bei der EM in Frankreich zum Einsatz. Gleichbedeutung mit der Abkehr vom reinen Lederball endete mit dem aus DFB-Sicht enttäuschenden Turnier die Amtszeit von Jupp Derwall.
EM 1984: Trotz des Namens „Tango Mundial“ kam die Gerätschaft bei der EM in Frankreich zum Einsatz. Gleichbedeutung mit der Abkehr vom reinen Lederball endete mit dem aus DFB-Sicht enttäuschenden Turnier die Amtszeit von Jupp Derwall. ©  Sven Simon/Imago
EM 1988: Etwas zurückhaltend präsentiert Eike Immel den „Tango Europa“ für die bevorstehende Heim-EM. Trotz „Tango Europa „besserer Imprägnation und hochwertiger Nähte“ des Spielgeräts, reicht es für die DFB-Elf für das Halbfinale, wo man gegen die Niederlande unterlag.
EM 1988: Etwas zurückhaltend präsentiert Eike Immel den „Tango Europa“ für die bevorstehende Heim-EM. Trotz „Tango Europa „besserer Imprägnation und hochwertiger Nähte“ des Spielgeräts, reicht es für die DFB-Elf für das Halbfinale, wo man gegen die Niederlande unterlag. © Ferdi Hartung/Imago
EM 1992: Im Finale bezwingt Überraschungsteam Dänemark die deutsche Mannschaft mit 2:0 und ist neuer Europameister: „Etrusco Unico“ ist jedoch ein alter Bekannter. Er kam bereits bei der WM in Italien und bei Olympia 92 in Barcelona zum Einsatz.
EM 1992: Im Finale bezwingt Überraschungsteam Dänemark die deutsche Mannschaft mit 2:0 und ist neuer Europameister: „Etrusco Unico“ ist jedoch ein alter Bekannter. Er kam bereits bei der WM in Italien und bei Olympia 92 in Barcelona zum Einsatz.  © Bernd Weissbrod/Picture Alliance
EM 1996: Samt Rosen und Löwen im Design, kehren das Turnier und „Questra Europa“ in das Mutterland des Fußballs zurück. Am Ende ist es jedoch das DFB-Team, das in Wembley den Pokal überreicht bekommt.
EM 1996: Samt Rosen und Löwen im Design, kehren das Turnier und „Questra Europa“ in das Mutterland des Fußballs zurück. Am Ende ist es jedoch das DFB-Team, das in Wembley den Pokal überreicht bekommt. © TEAM2/Imago
EM 2000: Der „Terrestra Silverstream“ sollte sprachlich für die zahlreichen Wasserstraßen in den Niederlanden und Belgien stehen. Seine weiche Oberfläche galt damals als revolutionär.
EM 2000: Der „Terrestra Silverstream“ sollte sprachlich für die zahlreichen Wasserstraßen in den Niederlanden und Belgien stehen. Seine weiche Oberfläche galt damals als revolutionär. © Imago / Werek
EM 2004: „Roteiro“, was auf Portugiesisch mit „Straßenkarte“ übersetzt werden kann, weist der DFB-Elf den kürzesten Weg nach Hause. Nach der Vorrunde ist für das Team von Rudi Völler Schluss.
EM 2004: „Roteiro“, was auf Portugiesisch mit „Straßenkarte“ übersetzt werden kann, weist der DFB-Elf den kürzesten Weg nach Hause. Nach der Vorrunde ist für das Team von Rudi Völler Schluss.  © Imago/Sven Simon
EM 2008: Passend zum Ambiente der gastegebenden Länder, trug der Ball den Namen „Europass“. Die DFB-Elf trägt die Kugel erfolgreich durch das Alpen-Turnier bevor sie sich im Finale gegen Spanien geschlagen geben muss.
EM 2008: Passend zum Ambiente der Gastegeber, trug der Ball den Namen „Europass“. Die DFB-Elf trägt die Kugel erfolgreich durch das Alpen-Turnier bevor sie sich im Finale gegen Spanien geschlagen geben muss. © Picture Alliance/Barbara Gindl
EM 2012: Beim Turnier und Polen und der Ukraine geht „Tango 12“ an den Start. Wie seine Vorgänger aus den 80er-Jahren kommt er klassisch daher, jedoch mit leichten Farbakzenten der Gastgeberflaggen.
EM 2012: Beim Turnier und Polen und der Ukraine geht „Tango 12“ an den Start. Wie seine Vorgänger aus den 80er-Jahren kommt er klassisch daher, jedoch mit leichten Farbakzenten der Gastgeberflaggen. © Thomas Eisenhuth/Picture Alliance
EM 2016: „Beau Jeu“ (dt. „schönes Spiel“) in den Farben der französischen Trikolore ist der Begleiter des Turniers. Im Halbfinale setzten sich ebenjene Gastgeber mit 2:0 gegen die DFB-Elf durch.
EM 2016: „Beau Jeu“ (dt. „schönes Spiel“) in den Farben der französischen Trikolore ist der Begleiter des Turniers. Im Halbfinale setzten sich ebenjene Gastgeber mit 2:0 gegen die DFB-Elf durch. © Picture Alliance/Christian Charisius
EM 2020: Erstmals fand das EM Turnier in mehreren Ländern statt. Passen dazu soll „Uniforia“ in einer Mischung aus Kunst und Fußball sinnbildlich für das grenzenlose Europa stehen.
EM 2020: Erstmals fand das EM Turnier in mehreren Ländern statt. Passen dazu soll „Uniforia“ in einer Mischung aus Kunst und Fußball sinnbildlich für das grenzenlose Europa stehen. © Imago/Anthony Bibard
EM 2024: Beim Turnier in Deutschland wird der Ball mit dem klangvollen Namen „Fußballliebe“ zum Einsatz kommen. Als Extra enthält er Darstellungen aller Turnierstadien mit dem Namen der entsprechenden Stadt.
EM 2024: Beim Turnier in Deutschland wird der Ball mit dem klangvollen Namen „Fußballliebe“ zum Einsatz kommen. Als Extra enthält er Darstellungen aller Turnierstadien mit dem Namen der entsprechenden Stadt. © Picture Alliance/Bernd von Jutrczenka

Der Supercomputer berechnet das EM-Halbfinale für Deutschland – Türkei hat nur eine minimale Chance

Laut dem Supercomputer hat die Türkei die geringsten Chancen. Die Wahrscheinlichkeit, den EM-Titel zu gewinnen, liegt bei etwas mehr als einem Prozent. Aber wer weiß, vielleicht gelingt es der Türkei, den Supercomputer erneut „auszutricksen“. Im Viertelfinale trifft sie auf die Niederlande. Allerdings droht dem türkischen Abwehrchef eine Sperre nach dem Türkei-Eklat beim EM-Achtelfinale: Die UEFA leitet eine Untersuchung gegen Demiral ein. (ck)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Science Photo Library/Imago

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