VonLars Pollmannschließen
Zur Deadline der Transferperiode hat der BVB Daniel Svensson verpflichtet. Ein Fachmann bewertet die Fähigkeiten des Schweden.
Dortmund – Selbst im Zeitalter der schier endlosen Berichterstattung zum Transfermarkt gibt es noch Deals, die aus dem sprichwörtlichen Nichts kommen. Borussia Dortmund hat mit Daniel Svensson einen solchen Transfer an Land gezogen. Als am Samstag die heißen Gerüchte um den schwedischen Linksverteidiger aufkamen, werden sich die meisten Fans des BVB gefragt haben, wer dieser 22-Jährige vom FC Nordsjaelland in Dänemark überhaupt ist.
Am Deadline Day des Winter-Transferfensters hat der BVB die zunächst leihweise Verpflichtung des Nationalspielers perfekt gemacht. Eine Kaufoption, die sich Dortmund sichern konnte, soll unter gewissen Umständen in eine Kaufpflicht münden, dies dürfte an die Anzahl von Einsätzen von Svensson bis Saisonende gebunden sein. Dann werden kolportierte 6 bis 7 Millionen Euro fällig.
Schweden-Experte schätzt BVB-Neuzugang Svensson ein
„Es gab vorher keine Gerüchte über das Interesse von Dortmund. Letztes Jahr wurde berichtet, dass Klubs wie Liverpool und Juventus auf ihn schauen. Es hat sich schon angedeutet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein größerer Klub zuschlägt“, erklärt Keven Bader, Experte beim schwedischen Fotbollskanalen, gegenüber fussball.news.
Der Schritt von Svensson nach Dortmund wird in Schweden positiv bewertet. „Für ihn ist das eine große Chance, sich zu zeigen. Es ist sicher auch ein Vorteil, dass mit Niko Kovač ein neuer Trainer übernommen hat. Für alle Spieler werden die Karten neu gemischt“, sagte Bader. Auf der linken Abwehrseite dürfte Ramy Bensebaini auch unter Kovač zunächst die Nase vorn haben, dem Eigengewächs Almugera Kabar ist noch keine echte Rolle beim BVB zuzutrauen. Entsprechend musste Julian Ryerson oft links aushelfen, der aber auf der gegenüberliegenden Seite die Nummer 1 ist.
Dortmund-Leihgabe Svensson „in Schweden etwas unter dem Radar“
Das Beispiel des Norwegers liegt beim Blick auf Svensson nahe: Auch Ryerson kam Anfang 2023 eher unvermittelt zum BVB, hat sich seither durch seine kämpferische Einstellung auf den Außenbahnen zu einem Publikumsliebling entwickelt. „Das Stereotyp des skandinavischen Fußballers passt durchaus auch zu Svensson. Er ist sehr bodenständig und zielorientiert. Auch wenn er noch jung ist, ist er durchaus schon reif in seinen Äußerungen und Entscheidungen“, schätzte Bader ein.
Dafür, dass Svensson mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist, sorgte nicht nur sein Naturell. „Er ist in der Öffentlichkeit in Schweden etwas unter dem Radar geflogen. Er ist kein Spieler, der das ganz große Medieninteresse auf sich gezogen hat. Erst letztes Jahr ist er durch sein Debüt in der Nationalmannschaft in den Fokus gerückt und dann gab es auch Spekulationen um seine Zukunft auf Vereinsebene“, erklärte Bader.
„Dortmund und Svensson sind ein gutes Match“
Diese Zukunft wird wahrscheinlich über das Saisonende hinaus beim BVB liegen. „Dortmund und Svensson sind ein gutes Match, er passt in das Profil, das der BVB mag: Er ist jung, vielseitig, bezahlbar und hat großes Potenzial. Er kann für den Klub ein wertvoller Spieler werden“, ist Experte Bader überzeugt.
Svensson bringt ein interessantes Profil mit, hat für Nordsjaelland in dieser Saison noch keine Minute verpasst. Allerdings startet die dänische Superliga erst nächste Woche in die Rückserie, der letzte Einsatz des BVB-Neuzugangs datiert auf Anfang Dezember. Eine gewisse Eingewöhnungszeit ist beim Sprung aus Dänemark in die Champions League ohnehin zu erwarten.
Mittelfristig traut Bader dem Leihspieler zu, sich in Dortmund durchzusetzen: „Svenssons größte Stärke ist seine Vielseitigkeit. Er spielt am liebsten als Linksverteidiger, aber in den letzten Jahren hat er auch gelernt, im zentralen Mittelfeld zu agieren. Er hat ein sehr hohes Grundniveau und kann alle Aufgaben, die ihm ein Trainer gibt, erledigen. Svensson hat keine offensichtlichen Schwächen, er ist in den meisten Aspekten gut. Das macht ihm zu einem sehr wertvollen Teamspieler.“
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