Kulturschock in München

Bayern-Neuzugang Guerreiro verrät lachend ersten Nachteil an München für sich und seine Familie

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Raphael Guerreiro spielt in der kommenden Saison für den FC Bayern. Der Neuzugang offenbarte nach seinem Wechsel nach München erste Sprachprobleme.

München – Die Fans des FC Bayern dürfen sich in der neuen Saison auf Raphael Guerreiro freuen. Der Linksverteidiger, der auch im Mittelfeld spielen kann, kommt ablösefrei von Borussia Dortmund nach München. In dem neuen Format des Rekordmeisters „Stammtisch“ stellt sich der Neuzugang ausführlich vor. Dabei enthüllt Guerreiro Sprachprobleme nach seinem Wechsel an die Säbener Straße.

Raphael Guerreiro
Geboren:22. Dezember 1993 (Alter 29 Jahre), Le Blanc-Mesnil, Frankreich
Verein:FC Bayern (Vertrag bis Juni 2026)
Position:Linksverteidiger
Marktwert:20 Millionen Euro

Raphael Guerreiro beim FC Bayern im Porträt

In gemütlicher Atmosphäre sprach Guerreiro in einem YouTube-Video des FC Bayern auf Englisch über seine Herkunft und seinen Werdegang, der ihn schließlich nach München geführt hat. Dazu wurde ein Brotzeitbrettl mit Breze und Weißbier serviert, damit sich der Neue in seiner neuen Heimat direkt wohlfühlt. Den Käse ließ sich der gebürtige Franzose besonders gut schmecken.

Guerreiro ist in dem nordöstlich von Paris gelegenen Ort Le Blanc-Mesnil geboren und aufgewachsen, spielt aber für das Heimatland seines Vaters. Mit Portugal wurde er 2016 Europameister. Bei der Ankunft in München offenbarten sich zunächst ein paar Probleme mit der Kommunikation.

Bayern-Neuzugang Raphael Guerreiro gut gelaunt beim Stammtisch.

Bayern-Neuzugang Guerreiro enthüllt Sprachprobleme nach Wechsel

Guerreiro hat mit seiner Frau Marrion drei Kinder. Ana wird im August sieben und hat zwei Brüder. Guerreiros Sohn Sacha ist acht, sein drittes Kind drei.

„Sie sprechen Deutsch, auch mein Sohn. Als wir angekommen sind, sagte er ‚Die sprechen nicht dasselbe Deutsch wie ich‘“, verriet Guerreiro mit einem Lachen. Der 29-Jährige spielt offenbar auf den bayrischen Dialekt in der Landeshauptstadt an. Während sich Guerreiro und sein Sohn in ihrer neuen Umgebung sprachlich noch etwas anpassen müssen, dürfte es auf dem Fußballplatz zu keinerlei Anlaufschwierigkeiten kommen. Das liegt vor allem an FCB-Coach Thomas Tuchel.

Fußballstar und Sprachgenie: Diese Spieler können sich in etlichen Ländern verständigen

Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen.
Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen. © Imago / Pro Sports Images
Luís Figo, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen.
Luís Figo (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten.
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten. © Imago / Sportimage
Maxwell, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch.
Maxwell (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch. © Imago / agefotostock
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch.
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch. © Imago / osnapix
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch.
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch. © Imago / Sportimage
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt.
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt. © Imago / Independent Photo Agency
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch.
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch. © Imago / Shutterstock
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen.
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen. © Imago / Poolfoto
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch.
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch. © Imago / Newspix
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache).
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch auch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache). © Imago / USA TODAY Network
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen.
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch.
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch. © Imago / Gribaudi/ImagePhoto

Guerreiro beim FC Bayern wieder mit Trainer Tuchel vereint

Guerreiro spielte in der Saison 2016/17 unter Tuchel in Dortmund und blickt gerne auf die gemeinsame Zeit zurück, jetzt sind beide wieder vereint beim FC Bayern. „Ich erinnere mich an viele Momente mit ihm, es war nur ein Jahr, aber wir haben zusammen den Pokal gewonnen“, schwärmte Guerreiro, der über einen Wechsel nach München nicht lange nachdenken musste. „Als er mich angerufen hat, wollte ich sofort wieder für ihn spielen.“

Tuchel setzte den Linksverteidiger zu dessen Überraschung häufig im Mittelfeld ein. „Durch ihn habe ich viel über die Position gelernt“, erklärte Guerreiro, dem die Erfahrung in der neuen Rolle auch als Linksverteidiger im Zusammenspiel mit den Mittelfeldspielern sehr geholfen habe. „Meine Art des Fußballs ist es, über Positionsspiel und Freilaufverhalten nachzudenken, das ist seinetwegen.“ Mit Joao Cancelo, der ebenfalls auf der linken Seite spielen kann, hat der FC Bayern nun einen Landsmann Guerreiros verabschiedet. (ck)

Rubriklistenbild: © FC Bayern/Youtube

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