Münchner Anhänger stehen zum bayerischen Urgestein
„Mia san Müller“: Fans brechen Lanze für die degradierte Bayern-Ikone
VonPhilipp Kessler
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Thomas Müller durchlebt schwierige Zeiten. Der Bayern-Star würde seinen Vertrag gerne bis 2025 verlängern. Aber bei Trainer Thomas Tuchel ist er hauptsächlich Reservist.
München – Der FC Bayern und Thomas Müller (34) – das gehört zusammen wie der Marienplatz und München.
Der Vertrag der Vereinsikone läuft im Sommer aus. Spieler und Verein wollen den Kontrakt um ein weiteres Jahr verlängern. Auch Trainer Thomas Tuchel (50) sprach in der vergangenen Woche seine Wertschätzung gegenüber Müller öffentlich aus.
„Thomas ist fixer Bestandteil unserer Mannschaft, eine Ikone für den Club, eine spielende Legende“, so der Coach. „Natürlich wollen wir ihn im Team haben und es ist selbstverständlich, dass er weiterspielen will.“ Die große Frage: Welche Rolle soll Müller in Zukunft beim FC Bayern einnehmen?
Thomas Müller
Geburtsdatum:
13. September 1989 (34 Jahre)
Verein:
FC Bayern München
Position:
Hängende Spitze
Marktwert:
12 Millionen (Quelle: transfermarkt.de)
Thomas Müller und seine Zukunft beim FC Bayern: Verlängert er nochmal?
Tuchels Antwort beim 1:0 am vergangenen Freitag in Köln: Müller schmorte – wie seine Reservistenkollegen – 90 Minuten lang auf der Bank. Trotz der Verletzung von Zehner Jamal Musiala (20/Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel). In dieser Saison stand Müller generell erst fünfmal in der Startelf.
„Thomas bekommt seine Einsatzzeiten nicht und ich glaube, das wurmt ihn am meisten, obwohl er sich das nach außen nicht anmerken lässt“, sagte Lothar Matthäus (62) bei Sky. Die Bayern-Legende vermutet: „Es brennt sicherlich in ihm.“
In der tz sprechen nun die Bayern-Fans über Müller und ihre Wünsche für dessen Zukunft
Gerhard Stadler (Floss 1988): „Für Thomas Müller ist das wahrscheinlich eine sehr schwierige Zeit. Man muss schon sehen, dass die stärksten Spieler auflaufen müssen. Der FC Bayern hat eben eine sehr gewaltige Offensive. Es zählt das Leistungsprinzip. Wenn die Mannschaft verliert, kann man natürlich alles infrage stellen. Aber wenn sie gewinnt, so wie jetzt – welchen Trainer will man in einer solchen Phase reinreden? Müller und der Verein würden ja gerne noch bis 2025 gemeinsam weitermachen. Ich glaube, dass sie sich einig werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich wegen eines Jahrs noch einen anderen Verein antun würde. Für mein Dafürhalten sollte man Müller noch bis zum Karriereende bei Laune halten und anschließend im Verein für eine andere Tätigkeit einbinden.“
Thomas Hasler (Fanclub Ilmendorf): „Mit Thomas Müller grundsätzlich immer verlängern. Er lebt einfach für seinen FC Bayern und das soll auch noch langfristig so bleiben. Thomas Müller ist seit seinem Debüt mein absolutes Vorbild. Nicht nur, weil wir Namensvetter sind, sondern auch wegen seiner gemütlichen bayerischen Art. Manuel Neuer spielt ja auch noch so lange wie unser Thomas Müller - hoffentlich bis es gar nicht mehr geht. Müller sollte auch gegen vermeintlich schwächere Gegner mehr Spielzeit erhalten, da er einfach das Spiel in ganz andere Bahnen leitet. Mir kommt es so vor, dass Tuchel weiß, er hat einen Müller, aber er braucht ihn eigentlich nicht, weil er ja genug Spieler hat. Wobei das mit dem dünnen Kader in dieser Saison eigentlich nicht der Fall ist. Immer verlängern!“
Alexander Grundler (Rollwagerl 93): „Ich denke, der Verein und die Fans brauchen eine Identifikationsfigur. Ich würde Müllers Vertrag jetzt verlängern und mir Gedanken über die Zukunft einer kommenden Identifikationsfigur machen. Nach einer sportlichen Karriere könnte ich mir Müller in einer Vereinsposition vorstellen, da er die Situation der Spieler und die Motivation sowie Wünsche der Fans versteht. Warum Müller trotz Musialas Verletzung nicht eingewechselt wurde, kann ich auch nicht beurteilen. Die sportlichen Entscheidungen muss der Trainer treffen, auch wenn wir Fans das manchmal nicht nachvollziehen können. Aber wir sind von den Spielern zu weit entfernt, um ihr aktuelles Leistungspotenzial genau zu beurteilen. Klar ist, dass die sportliche Leistungsfähigkeit im Alter nachlässt, Erfahrung kann das jedoch teilweise kompensieren.“
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Matthias Haser (Fanclub Kasing): „Der Club will mit Müller verlängern, weil er schon immer bei Bayern spielt und die Verantwortlichen das Gesicht verlieren würden, wenn sie das nicht tun. Und Müller braucht den FC Bayern. Er möchte nirgendwo anders hin, weil er - auch wegen seiner Frau und des Gestüts - in der Nähe von München bleiben will. Deswegen wird es zu diesem Vertrag kommen. Ich glaube, er hat sich auch mit seiner Rolle als Rotationsspieler abgefunden. Dass Tuchel ihn in Köln nicht eingesetzt hat, nehme ich dem Trainer nicht übel. Er muss in Zukunft aber ein bisschen die Balance finden, so wie es bei anderen Altgedienten war. Arjen Robben ist zum Schluss auch ein Auslaufmodell geworden. Als Trainer muss man das Gleichgewicht zwischen ein paar Einsätzen und nicht nur Bankplätzen finden. Da muss Tuchel ein guter Psychologe und Pädagoge sein.“
Hansi Gehrlein (13 Höslwanger): „Wenn ich beim FC Bayern was zu sagen hätte, dann würde ich dem Thomas noch einen Einjahresvertrag anbieten. Auch wenn er nicht immer regelmäßig spielt, ist er für den Verein und die Mannschaft ein sehr wichtiger Bestandteil. Egal, ob er auf dem Platz steht oder auf der Bank sitzt - er ist immer leidenschaftlich dabei und ein hundertprozentiger Bayer. Wenn Müller zum Einsatz kommt, dann ist er auch immer für außergewöhnliche Aktionen gut. Deshalb wird er von den Bayern-Fans so geliebt. Schade, dass er am vergangenen Freitag in Köln nicht zum Einsatz gekommen ist. Aber es folgt ja schon wieder das nächste Spiel. Ich denke, Trainer Thomas Tuchel wird froh sein, dass er auch hier die ein oder andere Option in der Offensive hat. Und wie würde Thomas jetzt selbst über seine Lage sagen? ‚Schau ma moi!‘“ Philipp Kessler