CEO spricht

Bayern-Boss Dreesen: „Der Kader war vor dieser Saison eine Herausforderung“

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FC Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen zeigt sich zum Saisonstart optimistisch – und spricht über die Transfers sowie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

München – Der FC Bayern ist mit einem 4:0-Sieg im DFB-Pokal bei Zweitligist Ulm souverän in die neue Saison gestartet. „Was mich zuversichtlich macht“, sagt Jan-Christian Dreesen in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, „ist, dass die Einstellung bereits in der ersten Pokalrunde gestimmt hat. Jetzt geht es darum, schnell und fokussiert Fahrt in der Liga aufzunehmen.“

Für den deutschen Rekordmeister geht es am Sonntag (15.30 Uhr) zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison auswärts gegen den VfL Wolfsburg. Nach einer titellosen Vorsaison wollen die Münchner zurück zum Erfolg. „Unsere Zielsetzung ist jedes Jahr die gleiche: Wir wollen immer möglichst alles gewinnen. Der ehrlichste Titel, der über die längste Strecke ausgespielt wird, ist dabei die Deutsche Meisterschaft. Aber auch im DFB-Pokal und in der Champions League nehmen wir uns einiges vor“, betont Dreesen.

Dreesen: Transfers für „den maximalen sportlichen Erfolg“

Um in dieser Saison möglichst erfolgreich zu sein, hat der FC Bayern im Sommer beachtlich investiert. „Der Kader war vor dieser Saison eine Herausforderung, deshalb haben wir ordentlich investiert, das ist richtig“, gibt Dreesen zu, stellt aber klar: „Für uns ist es nicht entscheidend, den maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Für uns ist es entscheidend, den maximalen sportlichen Erfolg zu erreichen.“

Jan-Christian Dreesen ist seit Sommer 2022 CEO des FC Bayern.

Für Hiroki Ito, Michael Olise und João Palhinha gab der FC Bayern kolportierte 127,5 Millionen Euro aus. Im Gegenzug nahmen die Münchner für Verkäufe – unter anderem für Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui, die beide zu Manchester United wechselten – rund 72,85 Millionen Euro ein. Die Transferbilanz des Rekordmeisters weist damit gegenwärtig ein Minus aus. Die Transferperiode läuft allerdings auch noch, vor allem auf der Abgangsseite könnte nach wie vor etwas passieren.

Bayern-Boss erklärt, was in diesem Sommer „sehr gut geklappt“ hat

Dreesen versichert: „Wir sind finanziell stark genug, um erst kaufen und später verkaufen zu können. Die Grundlage dafür ist durch umsichtiges Wirtschaften in den letzten 25 Jahren gelegt worden. Das gibt uns jetzt die Power, auch ein Stück weit in Vorleistung gehen zu können.“

Von den Neuzugängen kann der Vorstandsvorsitzende nur schwärmen. Olise sei „ein spannender Flügelspieler, der zuletzt bei den olympischen Spielen in Paris begeistert hat“. An Palhinha war man bereits 2023 dran, „da hat sich der Satz bewährt, dass man sich immer zweimal im Leben sieht“, sagt Dreesen und erklärt, dass Ito „sicher einer der Gründe“ war, „dass der VfB Stuttgart vergangene Saison weniger Gegentore bekommen hat als wir“.

Was beim FC Bayern in diesem Sommer auffällt: Anders als in den Vorjahren scheint es, als würden weniger Interna nach außen dringen. „Wir hatten uns vorgenommen, die Schotten wieder dichter zu machen. Das hat in dieser Transferperiode bislang auch sehr gut geklappt“, berichtet Dreesen.

Hoeneß und Rummenigge sind „eine große Bereicherung“

Es sei außerdem „immer die Philosophie des FC Bayern“ gewesen, „den Erfahrungsschatz, die Kompetenz und die Meinungsstärke großer Spielerpersönlichkeiten einzubinden. Das ist ein immenses Plus für den FC Bayern“. So hebt Dreesen die Zusammenarbeit mit den einstigen Bayern-Machern hervor.

„Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sind als Aufsichtsratsmitglieder eine große Bereicherung und willkommene Ratgeber für das Management und den gesamten Klub“, bekräftigt Dreesen und führt aus: „Entscheidend ist doch immer, wie es nach innen funktioniert und dass alle an einem Strang ziehen – auch mit Michael Diederich und Max Eberl im Vorstand, mit Herbert Hainer als Aufsichtsratschef, der als langjähriger CEO eines Dax-Unternehmens noch einmal eine ganz andere Perspektive einbringt.“

Nach Dreesens Dafürhalten bekäme der FC Bayern „dieses Zusammenspiel sehr gut hin“. Denn: „Teamwork und Transparenz sind auf allen Ebenen der Schlüssel.“ Ob diese Faktoren den Münchnern künftig wieder mehr sportlichen Erfolg versprechen, wird sich erweisen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

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