Kane trifft in Nachspielzeit

Bayern-Einzelkritik gegen Leipzig: Eine späte Eins, und viele Fünfen trotz Last-Minute-Sieg

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    Korbinian Kothny
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Der FC Bayern kann doch noch gewinnen. Gegen RB Leipzig bricht Harry Kane den Bann in der Nachspielzeit. Die Einzelkritik.

München – Spiel eins nach dem großen Tuchel-Knall beim FC Bayern ist Geschichte. Und die Münchener können doch noch gewinnen. Gegen RB Leipzig hatte die Tuchel-Elf auch das nötige Glück, was ihnen in den letzten Spielen fehlte – und Harry Kane.

Harry Kane bringt FC Bayern in Führung, verpasst aber Siegtor

Die Münchener kamen gut rein, verpassten es aber mehrfach in der ersten Halbzeit sich zu belohnen. Harry Kane und Leroy Sané ließen die Halbzeitführung mehrfach liegen. In der zweiten Hälfte kamen dann die Gäste deutlich besser aus der Kabine, bestraften die Tuchel-Elf aber nicht für ihre Nachlässigkeiten.

Ganz anders der FC Bayern in Halbzeit zwei. Mit dem ersten guten Angriff über Raphaël Guerreiro, Jamal Musiala und letztendlich Harry Kane gingen die Münchener in Führung. Sicherheit kam durch den Führungstreffer aber nicht ins Bayern-Spiel. Vielmehr musste Manuel Neuer gegen Benjamin Sesko mit einem überragenden Reflex die Führung retten.

In der 70. Minute machte es dann der Slowene mit Hilfe von Leon Goretzka besser und traf zum verdienten Ausgleich. Danach verpasste erst Kane die sichere Führung, bevor es der Engländer in der Nachspielzeit doch noch besser machte und für die Münchener Erlösung sorgte. Die tz-Einzelkritik.

Manuel Neuer

Rettete die Münchner nach einer knappen Stunde mit starker Parade gegen RB-Stürmer Sesko. War beim Ausgleichstreffer machtlos und spielte so zum sechsten Mal in Folge nicht zu Null. Note: 3

Joshua Kimmich

Am Freitag verkündete Bundestrainer Julian Nagelsmann, dass er mit ihm bei der EM als Rechtsverteidiger plane. Am Samstag musste Kimmich dann auch im Verein dort aushelfen, weil alle drei etatmäßigen RVs verletzt waren. Machte seine Aufgabe ordentlich, hatte aber Glück, die Partie überhaupt auf dem Platz beenden zu dürfen: Nach einem Duell mit Leipzigs Openda trat Kimmich auf dem Boden nach und erwischte den Stürmer mit seinen Stollen am Unterleib. Es gibt durchaus Schiris, die hier eine Rote Karte gezückt hätten. Note: 4

Matthijs de Ligt

Stabilisierte die Abwehr und zeigte mit seinen lautstarken Kommandos, warum er ursprünglich als Abwehrboss eingeplant war. Schaffte es trotzdem nicht, das Zentrum dicht zu halten und ließ im Zusammenspiel mit Dier zu viel Raum für die RB-Stürmer. Note: 3

Eric Dier

Manchem Bayernfan dürfte angst und bange gewesen sein, als er die Aufstellung vor dem Spiel sah: Der nicht gerade für seinen Topspeed bekannte Dier sollten gegen die Leipziger Tempo-Offensive verteidigen. Der Engländer verteidigte die meisten RB-Angriffe zwar resolut, war beim Gegentreffer aber zu weit weg. Note: 3

Raphael Guerreiro

Machte viel Dampf nach vorne und leitete über links zahlreiche Möglichkeiten ein. Hatte dabei aber Probleme, die Balance zu halten – was Freiräume für Leipzigs Olmo bedeuteten. Ist so zwar belebend für die Offensive – aber ein Risiko für die Hintermannschaft. Note: 3

Leon Goretzka

Verpasste mehrmals die Chance, direkt nach vorne zu spielen und entschied sich stattdessen für Querpässe. Wollte so zwar Sicherheit ausstrahlen, verlangsamte das Spiel damit im Umkehrschluss aber extrem. Fälschte außerdem entscheidend beim Gegentor ab. Note: 5

Aleksandar Pavlovic

Leitete fast alle Angriffe mit starken Seitenverlagerungen auf den aufgerückten Guerreiro ein. Immer anspielbar, vor allem aber mit bemerkenswerter Körpersprache: Der 19-Jährige forderte nahezu jeden Ball und erinnerte an den jungen Julian Weigl. Top Vorstellung vom Eigengewächs. Note: 2

Aleksandar Pavlovic war einer der besten Bayern-Spieler gegen RB Leipzig.

Leroy Sané

Wirkte zunächst unkonzentriert und fiel mit schlampigen Abspielen auf. Arbeitete sich dann aber in die Partie, was auch eine Szene kurz vor der Halbzeit bewies: Nach einer Ecke lief der Nationalspieler im Vollsprint bis zur eigenen Grundlinie und vereitelte so den RB-Konter. Darüber hinaus gelang ihm aber wenig. Eine schwache Leistung. Note: 5

Thomas Müller

Fiel durch sein aggressives Anlaufen auf, setzte nach vorne aber kaum Impulse. Es müllert aktuell nicht, was auch die Statistik bewies: Nur 33 Ballkontakte verzeichnete der Nationalspieler, der kaum am Offensivspiel teilnahm. Blasse Vorstellung. Note: 5

Jamal Musiala

Setzte sich mehrfach stark auf engem Raum durch und zog mit seinen Dribblings gleich mehrere RB-Verteidiger auf sich, wodurch Platz für die Offensiv-Kollegen entstand. Zuckerpass auf Sané in der ersten Hälfte, der fast die Führung vorbereitet hätte. Wie auch zuletzt in Bochum einer der wenigen Lichtblicke. Note: 3

Harry Kane

Ließ in der 5. Minute eine Großchance liegen, die der Hinrunden-Kane vermutlich gemacht hätte. Traf danach aber doppelt und bescherte dem FCB mit Saisontreffer 26 und 27 schließlich einen ganz wichtigen Sieg. Somit eine Leistung im Stile eines Spitzenstürmers – auch wenn er ansonsten wenig auffiel. Note: 1

Rubriklistenbild: © IMAGO/Revierfoto

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