Bayern-Präsident im „Doppelpass“

Hainer wundert sich über „Nachtreten“ von Lewandowski und kontert Kritik aus Leipzig

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Bayern-Präsident Herbert Hainer war im Doppelpass von Sport1 zu Gast und sprach über Trainer Julian Nagelsmann, Hasan Salihamidžić und dem Transfer-Theater um Lewandowski.

München – Es war eine dankbare Aufgabe für Herbert Hainer, seines Zeichens Präsident des FC Bayern, im Sport1 Doppelpass Rede und Antwort zu stehen. Sein Verein geht gestärkt aus der Transferperiode hervor, sieht man von dem Theater rund um Robert Lewandowski mal ab, und am Vorabend holten die Bayern mit einem größtenteils souveränen Auftritt den Supercup gegen RB Leipzig. Folglich verbrachte Hainer die Zeit im Talkstudio relativ entspannt. Nur ein Thema schlug dem 68-Jährigen weiter auf den Magen.

FC Bayern: Hainer über Nagelsmann - „einer der besten Trainer Europas“

Im Angesicht des Erfolgs am Vortag, wusste Hainer die Vorstellung der Bayern-Mannschaft gegen RB Leipzig zu würdigen und stellte vor allem den Verdienst von Trainer Julian Nagelsmann in den Vordergrund. Dieser hätte schon jetzt das Format „eines der besten Trainer Europas“, bekäme aber von Hainer auch weiterhin die Zeit zugestanden, um sich noch weiter zu entwickeln.

Immerhin ist es für den Trainer, der zuvor bei der TSG Hoffenheim und RB Leipzig tätig war, die erste richtig große Adresse, deren Umfeld auch dementsprechend sensibel auf Misserfolge reagiert. Hainer stellt Nagelsmann aber ohnehin schon ein hervorragendes Zeugnis aus, dieser sei ein „unglaublich kreativer und innovativer Trainer“, so der Bayern-Präsident.

Hainer will mit Salihamidžić verlängern - „würde mich freuen“

Auch zu dem jetzt hochgejubelten, aber in der Vergangenheit oft kritisierten Sportdirektor Hasan Salihamidžić hat Herbert Hainer eine klare Meinung. Als die Sprache darauf kommt, dass Salihamidžić nun endlich zeige, was er könne, brach der Präsident eine Lanze für die bereits gezeigte Arbeit der letzten Jahre. „2020 (Anm.: im Jahr des Triple-Gewinns) hat niemand über Hasan geredet“, so Hainer. Der FCB-Präsident betont, dass Salihamidžić bereits für die damalige Mannschaftszusammenstellung zuständig war.

So wundert es nicht, dass Hainer Salihamidžić einen „unglaublich guten Job“ attestiert und, angesprochen auf das Vertragsende des Sportdirektors in einem Jahr, den bereits hinterlegten Verlängerungswunsch bekräftigt: „Ich würde mich freuen, wenn er weitermachen würde.“ 

Wollen auch in Zukunft gemeinsam große Titel bejubeln: Herbert Hainer und Hasan Salihamidžić beim Champions-League-Gewinn 2020.

FC Bayern: Hainer ärgert sich über Lewandowski-Aussage und kontert Leipzig-Kritik

Ein Thema bringt den ansonsten ruhigen Auftritt des Präsidenten dann aber doch etwas aus der Balance. Nachdem das Transfer-Theater um Robert Lewandowski ohnehin schon auf das Münchner Gemüt geschlagen hat, trat der Pole mit seiner „Bullshit-Aussage“ jetzt nach, inklusive Retourkutsche von Hasan Salihamidžić. Auch Herbert Hainer hat eine klare Meinung dazu. Er verstehe überhaupt nicht, „warum Robert jetzt nochmal nachtritt“.

Einen anderen verbalen Angriff Richtung FCB gab es vor kurzem aus Leipzig, als sich RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff über das Transferverhalten der Münchner beschwerte. Den Vorwurf, man wäre bei den Bayern zu einfallslos, da man sich immer wieder bei Leipzig bediene, konnte Hainer getrost weglächeln. Mit einem Blick auf die sommerlichen Transfer-Aktivitäten stellte der Bayern-Boss richtiggehend fest: „Wenn ich mir die Neuzugänge angucke, finde ich keinen von Leipzig“. (sch)

Rubriklistenbild: © Ulrich Gamel/imago-images

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