Einzelkritik und Noten

Klarer Sieg im Klassiker gegen BVB: Zwei Bayern-Stars verdienen sich die absolute Bestnote

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    Hanna Raif
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Der FC Bayern war am Samstagabend zu Gast bei Borussia Dortmund. Im „Klassiker“ gegen den BVB geht‘s immer heiß her. Noten und Einzelkritik zum Spiel.

Dortmund/München – Was war das denn für ein Klassiker zwischen dem BVB und dem FC Bayern? (Hier gibt‘s den Ticker zum Nachlesen)

Die Münchner hätte nicht besser in die Partie starten können. Dayot Upamecano, der erst kurz vor dme Anpfiff das Go für einen Einsatz gegeben hatte, nickte in der 3. Minute eine Sané-Ecke aus kurzer Distanz zur frühen Führung ins Tor. Nico Schlotterbeck sah dabei gar nicht gut aus.

Anschließend waren keine zehn Minuten gespielt, dann hatten die Gäste aus München schon nachgelegt. Leon Goretzka, ebenfalls mit einer Handmanschette gehandicapt, schickte Leroy Sané, der quer legte und Harry Kane vollendete zum 2:0 (9.).

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Im Laufe der ersten Hälfte bestimmten die Bayern dann das Geschehen, die Dortmunder zeigten sich geschockt. Goretka und Kane verpasste es aber, das 3:0 nachzulegen. Erst kurz vor der Pause hatte Doniel Malen die Chance zum Anschlusstreffer. So ging es mit dem 2:0 in die Pause.

Im zweiten Durchgang hatten die Münchner dann Glück, dass Marco Reus in Manuel Neuer seinen Meister fand. In der 72. Minute war es dann wieder Kane, der zur Stelle war, nachdem er mustergültig von Kingsley Coman bedient wurde und locker das 3:0 erzielen konnte. In der Nachspielzeit legte Kane mit seinem dritten Treffer nach und erzielte mit seinem 15. Saisontor das 4:0 für den Rekordmeister.

Das war auch der Endstand. Besser hätten sich der FC Bayern für das Peinlich-Aus unter der Woche in Saarbrücken nicht rehabilitieren können.

Manuel Neuer

Der erste Ballkontakt nach dem Anstoß gebührte ihm, diesmal gekleidet in knallpink und lila. Danach hatte er sehr lange, sehr wenig zu tun. Als der BVB (und das Stadion) nach der Pause mal kurz aufkamen, sortierte er seine Abwehr lautstark. Seine erste Parade war in der 57. Minute gegen Marco Reus notwendig, 81.365 Zuschauern gefiel sie der Laustärke nach nicht sonderlich gut. Den Bayern aber schon. Note: 2

Noussair Mazraoui

War nach der- starken ersten Viertelstunde der erste Tempomacher, der beim Versuch eines Angriffs von der schwachen BVB-Abwehr aufgehalten wurde. Eine Flanke auf Goretzka kam später dafür an und führte fast zum 3:0. In der zweiten Halbzeit war auch der Rechtsverteidiger hinten mehr gefragt und ließ sich kaum etwas zuschulden kommen. Note: 3

Jubeltraube in rot und weiß: Der FC Bayern besiegte Borussia Dortmund im Topspiel klar.

Dayot Upamecano

Mit den Worten „es wird nicht für 90 Minuten reichen, aber er wollte unbedingt beginnen“ schickte Thomas Tuchel den Franzosen in seinen ersten Startelfeinsatz seit 8. Oktober. Und der Wille zahlte sich aus. Schon in der 4. Minute klingelte es, weil Upamecano sich geschickt von seinen Manndeckern Schlotterbeck und Hummels gelöst hatte und locker aus sechs Metern einköpfte. Auch hinten spielte er stark, gewann einige wichtige Zweikämpfe. Note: 2 (ab 60. Aleksandar Pavlovic o.B.)

Minjae Kim

War bis einige Stunden vor Anpfiff der einzig verbliebene gesunde Innenverteidiger, bekam aber dann doch Upamecano an die Seite gestellt. Trat lange vor allem durch Unterredungen mit Neuer und den einen oder anderen weiten Ball in Erscheinung. War dann aber hinten da, als es notwendig war. Ein Kim-Fuß oder -Kopf war immer dazwischen. Note: 3

Alphonso Davies

In der ersten Druckphase der Bayern war der Kanadier ins Offensivspiel eingebunden und bremste hinten Marco Reus aus. Danach aber verlor er an Spielwitz und Sicherheit. Als er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball verlor und so die beste BVB-Chance einleitete, war Thomas Tuchel sauer. Fiel im Vergleich zu seinen Nebenmännern etwas ab. Note: 4

Konrad Laimer

Hatte ab dem Moment, in dem er wusste, dass Leon Goretzka fit werden würde, sicherlich ein besseres Gefühl als in den vergangenen Tagen. Denn als alleiniger Sechser in ein Topspiel zu gehen, ist riskant. So aber konnte Laimer den groberen Part der Schaltzentrale übernehmen, während sein Nebenmann sich gerne auch in die Wirbelwind-Offensive einschaltete. Eroberte einige wichtige Bälle und war vor allem nimmersatt. Eines seiner besten Spiele im Bayern-Trikot. Note: 2

Leon Goretzka

Bei ihm sah es ähnlich aus wie bei Upamecano. In allerletzter Sekunde gab er grünes Licht – und es dauerte nur fünf Minuten länger als bei „Upa“ bis zum zählbaren Ertrag. Nach einem Ballgewinn trieb er vor dem 2:0 den Ball nach vorne und war so Teil des wunderschönen Spielzugs, den Kane zum 2:0 vollendete. Dass er sich später den einen oder anderen Ballverlust leistete, ging da fast unter. Ein Fallrückzieher und ein Kopfball verpassten das Tor, dafür rettete er später auch hinten. Note: 2

Kingsley Coman

Rannte viel und flink nach vorne, durch eine BVB-Abwehr, die mit dem Tempo absolut nicht zurechtkam. Vor dem Seitenwechsel an zwei Aktionen beteiligt, die beinahe zum 3:0 geführt hätten. Und am echten 3:0 als Vorlagen-Geber für Kane später dann auch. Seit Ende September in jedem Liga-Spiel mit mindestens einem Scorer-Punkt. Note: 3

Jamal Musiala

Holte die Ecke raus, die zur frühen Führung führte. Und war danach Teil der Offensive, die lange nach Belieben rennen und kombinieren konnte. Fiel etwas weniger auf als seine Nebenmänner, aber immer noch genug. Prüfte Kobel direkt nach dem Seitenwechsel und feierte in der 70. Minute bereits das 3:0 – wurde aber zurückgepfiffen. Note: 3 (ab 89. Eric Maxim Choupo-Moting, o.B.)

Leroy Sané

Dass er schnell laufen kann, war den meisten Bundesligisten bekannt – der Dortmunder Abwehr anscheinend nicht. Nach einigen guten Aktionen und der Ecke vor dem 1:0 leitete er so auch das 2:0 ein, indem er zunächst Mats Hummels davoneilte und dann Kane nach einem grandiosen Spielzug bediente. Sah früh Gelb, das tat seinem Drang nach vorne aber keinen Abbruch. Lediglich das Glück verließ ihn nach der Halbzeit etwas. Am 3:0 mit einem Doppelpass in der Entstehung beteiligt. Note: 1 (ab 89. Thomas Müller, o.B.)

Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München

Gerd Müller jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Die erste große Nummer 9 des FC Bayern trug den Namen Gerd Müller. Über ein Jahrzehnt lief der mittlerweile verstorbene „Bomber der Nation“ mit dieser Zahl auf, insgesamt schoss er in 611 Pflichtspielen 568 Tore für die Münchner. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Dieter Hoeneß bei einem Spiel des FC Bayern
Auch Dieter Hoeneß, jüngerer Bruder von FCB-Patron Uli, trug in den 80er Jahren das Jersey mit der 9. Der Mittelstürmer erzielte in seiner Zeit an der Isar 145 Tore und bereitete 14 weitere vor. © imago sportfotodienst
Roland Wohlfarth bei einem Spiel des FC Bayern
Roland Wohlfarth wechselte mehrfach seine Rückennummer, am häufigsten lief er aber mit der 9 auf. Bis zu seinem Abgang zum französischen Klub AS Saint-Etienne netzte der gebürtige Bocholter in 332 FCB-Spielen 156 Mal. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Michael Rummenigge bei einem Spiel des FC Bayern
Lediglich in der Saison 1983/84 zierte die 9 das Trikot von Michael Rummenigge, in der Spielzeit schoss der offensive Mittelfeldspieler in 44 Pflichtspielen 18 Buden. Am häufigsten spielte er übrigens mit der 10, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. © imago sportfotodienst
Bruno Labbadia bei einem Spiel des FC Bayern
Vor seiner Zeit als Bundesliga-Trainer war Bruno Labbadia in der höchsten deutschen Spielklasse als Stürmer unterwegs. Seine Zeit beim FCB fand mit der deutschen Meisterschaft 1993/94 ein erfolgreiches Ende. Auf dem Rücken: die Nummer 9. © Imago Images / Sven Simon
Alexander Zickler bei einem Spiel des FC Bayern
Mittlerweile als Co-Trainer bei RB Leipzig unter Marco Rose tätig, trieb Alexander Zickler in den 90er und 2000er Jahren in gegnerischen Strafräumen sein Unwesen. In der Spielzeit 94/95 auch zeitweise mit der legendären Nummer auf dem Rücken. Zehn Tore erzielte er in dieser Saison, insgesamt traf er für den FCB 70 Mal. © Imago Images / Sven Simon
Jürgen Klinsmann bei einem Spiel des FC Bayern
Als Trainer der DFB-Elf war Jürgen Klinsmann hauptverantwortlich für das Sommermärchen 2006, zuvor machte er sich als brandgefährlicher Mittelstürmer einen Namen. Schon beim VfB Stuttgart und bei Inter Mailand trug er die 9 auf dem Rücken, die Tradition setzte sich 95/96 auch in München fort. © imago sportfotodienst
Giovane Elber jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Der Brasilianer mit dem verschmitzten Grinsen kickte sechs Jahre für den deutschen Rekordmeister und durfte 131 Bundesliga-Treffer bejubeln. Bis heute Platz drei unter ausländischen Torschützen im deutschen Oberhaus. Egal ob mit links, rechts oder dem Kopf – bei allen hatte er die 9 auf dem Trikot.  © imago sportfotodienst
Luca Toni jubelt einen Treffer für den FC Bayern
Apropos Jubel: Wenn nach einem Tor mal wieder am Ohr geschraubt wurde, war Luca Toni für den FC Bayern zur Stelle. Von 2007 bis 2010 kickte der großgewachsene Italiener in München, gewann zwei Meistertitel und ein Mal den DFB-Pokal – natürlich trug er dabei die 9. © imago sportfotodienst
Mario Mandzukic jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Nachdem er beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Zvjezdan Misimovic und Grafite die Liga verzauberte, ging Mario Mandzukic für rund 13 Millionen Euro nach München. Mit dem kroatischen Angreifer gewann der FCB die Champions League, Mandzukic steuerte auf dem Weg zum Titel drei Treffer bei. Auch im legendären Finale gegen den BVB netzte er zum 1:0. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Robert Lewandowski bejubelt einen Treffer für den FC Bayern
Der jüngste Vorgänger von Harry Kane – und auch einer der erfolgreichsten. Kaum ein Angreifer prägte die Bundesliga und den FC Bayern über so eine lange Zeit wie Robert Lewandowski. 2022 ging er nach acht Saisons, 375 Pflichtspielen und 344 Toren ablösefrei zum FC Barcelona. Dort sicherte er sich, wie zuvor schon in München, das Oberteil mit der Rückennummer 9. © Imago / Action Pictures
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern
Nun also Harry Kane. Für kolportierte 100 Millionen Euro plus möglichen Boni kam der Engländer Mitte August von Tottenham an die Isar und soll die Münchner bestenfalls zu einigen Titeln schießen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Harry Kane

Hatte noch nie mit dem FC Bayern gegen Dortmund gespielt, aber trotzdem BVB-Erfahrung. Aus vier Spielen mit Tottenham standen drei Siege und vier Tore – daran knüpfte er im roten Münchner Dress einfach an. Der 15. Treffer für den neuen Arbeitgeber war einer der leichtesten: Gut mitgelaufen, mustergültig bedient von Sané. Ließ sich danach gerne fallen und war stets ein wichtiger Part des Offensivspiels. Nicht immer als Vollstrecker, sondern auch mit guten Pässen und Flanken. Dass er selbst einige Male im Abseits stand, machte der in der 72. Minute mit dem entscheidenden 3:0 gut. In der Nachspielzeit legte Kane mit seinem dritten Treffer nach und erzielte mit seinem 15. Bundesliga-Saisontor das 4:0 für den Rekordmeister. Note: 1

Aus dem Signal-Iduna-Park berichte Hanna Raif

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