VonFlorian Schimakschließen
Hanna Raifschließen
Der FC Bayern war am Samstagabend zu Gast bei Borussia Dortmund. Im „Klassiker“ gegen den BVB geht‘s immer heiß her. Noten und Einzelkritik zum Spiel.
Dortmund/München – Was war das denn für ein Klassiker zwischen dem BVB und dem FC Bayern? (Hier gibt‘s den Ticker zum Nachlesen)
Die Münchner hätte nicht besser in die Partie starten können. Dayot Upamecano, der erst kurz vor dme Anpfiff das Go für einen Einsatz gegeben hatte, nickte in der 3. Minute eine Sané-Ecke aus kurzer Distanz zur frühen Führung ins Tor. Nico Schlotterbeck sah dabei gar nicht gut aus.
Anschließend waren keine zehn Minuten gespielt, dann hatten die Gäste aus München schon nachgelegt. Leon Goretzka, ebenfalls mit einer Handmanschette gehandicapt, schickte Leroy Sané, der quer legte und Harry Kane vollendete zum 2:0 (9.).
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Im Laufe der ersten Hälfte bestimmten die Bayern dann das Geschehen, die Dortmunder zeigten sich geschockt. Goretka und Kane verpasste es aber, das 3:0 nachzulegen. Erst kurz vor der Pause hatte Doniel Malen die Chance zum Anschlusstreffer. So ging es mit dem 2:0 in die Pause.
Im zweiten Durchgang hatten die Münchner dann Glück, dass Marco Reus in Manuel Neuer seinen Meister fand. In der 72. Minute war es dann wieder Kane, der zur Stelle war, nachdem er mustergültig von Kingsley Coman bedient wurde und locker das 3:0 erzielen konnte. In der Nachspielzeit legte Kane mit seinem dritten Treffer nach und erzielte mit seinem 15. Saisontor das 4:0 für den Rekordmeister.
Das war auch der Endstand. Besser hätten sich der FC Bayern für das Peinlich-Aus unter der Woche in Saarbrücken nicht rehabilitieren können.
Manuel Neuer
Der erste Ballkontakt nach dem Anstoß gebührte ihm, diesmal gekleidet in knallpink und lila. Danach hatte er sehr lange, sehr wenig zu tun. Als der BVB (und das Stadion) nach der Pause mal kurz aufkamen, sortierte er seine Abwehr lautstark. Seine erste Parade war in der 57. Minute gegen Marco Reus notwendig, 81.365 Zuschauern gefiel sie der Laustärke nach nicht sonderlich gut. Den Bayern aber schon. Note: 2
Noussair Mazraoui
War nach der- starken ersten Viertelstunde der erste Tempomacher, der beim Versuch eines Angriffs von der schwachen BVB-Abwehr aufgehalten wurde. Eine Flanke auf Goretzka kam später dafür an und führte fast zum 3:0. In der zweiten Halbzeit war auch der Rechtsverteidiger hinten mehr gefragt und ließ sich kaum etwas zuschulden kommen. Note: 3
Dayot Upamecano
Mit den Worten „es wird nicht für 90 Minuten reichen, aber er wollte unbedingt beginnen“ schickte Thomas Tuchel den Franzosen in seinen ersten Startelfeinsatz seit 8. Oktober. Und der Wille zahlte sich aus. Schon in der 4. Minute klingelte es, weil Upamecano sich geschickt von seinen Manndeckern Schlotterbeck und Hummels gelöst hatte und locker aus sechs Metern einköpfte. Auch hinten spielte er stark, gewann einige wichtige Zweikämpfe. Note: 2 (ab 60. Aleksandar Pavlovic o.B.)
Minjae Kim
War bis einige Stunden vor Anpfiff der einzig verbliebene gesunde Innenverteidiger, bekam aber dann doch Upamecano an die Seite gestellt. Trat lange vor allem durch Unterredungen mit Neuer und den einen oder anderen weiten Ball in Erscheinung. War dann aber hinten da, als es notwendig war. Ein Kim-Fuß oder -Kopf war immer dazwischen. Note: 3
Alphonso Davies
In der ersten Druckphase der Bayern war der Kanadier ins Offensivspiel eingebunden und bremste hinten Marco Reus aus. Danach aber verlor er an Spielwitz und Sicherheit. Als er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball verlor und so die beste BVB-Chance einleitete, war Thomas Tuchel sauer. Fiel im Vergleich zu seinen Nebenmännern etwas ab. Note: 4
Konrad Laimer
Hatte ab dem Moment, in dem er wusste, dass Leon Goretzka fit werden würde, sicherlich ein besseres Gefühl als in den vergangenen Tagen. Denn als alleiniger Sechser in ein Topspiel zu gehen, ist riskant. So aber konnte Laimer den groberen Part der Schaltzentrale übernehmen, während sein Nebenmann sich gerne auch in die Wirbelwind-Offensive einschaltete. Eroberte einige wichtige Bälle und war vor allem nimmersatt. Eines seiner besten Spiele im Bayern-Trikot. Note: 2
Leon Goretzka
Bei ihm sah es ähnlich aus wie bei Upamecano. In allerletzter Sekunde gab er grünes Licht – und es dauerte nur fünf Minuten länger als bei „Upa“ bis zum zählbaren Ertrag. Nach einem Ballgewinn trieb er vor dem 2:0 den Ball nach vorne und war so Teil des wunderschönen Spielzugs, den Kane zum 2:0 vollendete. Dass er sich später den einen oder anderen Ballverlust leistete, ging da fast unter. Ein Fallrückzieher und ein Kopfball verpassten das Tor, dafür rettete er später auch hinten. Note: 2
Kingsley Coman
Rannte viel und flink nach vorne, durch eine BVB-Abwehr, die mit dem Tempo absolut nicht zurechtkam. Vor dem Seitenwechsel an zwei Aktionen beteiligt, die beinahe zum 3:0 geführt hätten. Und am echten 3:0 als Vorlagen-Geber für Kane später dann auch. Seit Ende September in jedem Liga-Spiel mit mindestens einem Scorer-Punkt. Note: 3
Jamal Musiala
Holte die Ecke raus, die zur frühen Führung führte. Und war danach Teil der Offensive, die lange nach Belieben rennen und kombinieren konnte. Fiel etwas weniger auf als seine Nebenmänner, aber immer noch genug. Prüfte Kobel direkt nach dem Seitenwechsel und feierte in der 70. Minute bereits das 3:0 – wurde aber zurückgepfiffen. Note: 3 (ab 89. Eric Maxim Choupo-Moting, o.B.)
Leroy Sané
Dass er schnell laufen kann, war den meisten Bundesligisten bekannt – der Dortmunder Abwehr anscheinend nicht. Nach einigen guten Aktionen und der Ecke vor dem 1:0 leitete er so auch das 2:0 ein, indem er zunächst Mats Hummels davoneilte und dann Kane nach einem grandiosen Spielzug bediente. Sah früh Gelb, das tat seinem Drang nach vorne aber keinen Abbruch. Lediglich das Glück verließ ihn nach der Halbzeit etwas. Am 3:0 mit einem Doppelpass in der Entstehung beteiligt. Note: 1 (ab 89. Thomas Müller, o.B.)
Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München




Harry Kane
Hatte noch nie mit dem FC Bayern gegen Dortmund gespielt, aber trotzdem BVB-Erfahrung. Aus vier Spielen mit Tottenham standen drei Siege und vier Tore – daran knüpfte er im roten Münchner Dress einfach an. Der 15. Treffer für den neuen Arbeitgeber war einer der leichtesten: Gut mitgelaufen, mustergültig bedient von Sané. Ließ sich danach gerne fallen und war stets ein wichtiger Part des Offensivspiels. Nicht immer als Vollstrecker, sondern auch mit guten Pässen und Flanken. Dass er selbst einige Male im Abseits stand, machte der in der 72. Minute mit dem entscheidenden 3:0 gut. In der Nachspielzeit legte Kane mit seinem dritten Treffer nach und erzielte mit seinem 15. Bundesliga-Saisontor das 4:0 für den Rekordmeister. Note: 1
Aus dem Signal-Iduna-Park berichte Hanna Raif
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