„Im Sinne der Mitglieder“

FC Bayern reist zum Trainingslager ins umstrittene Katar – Münchner vor brisanter Entscheidung

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Wintertrainingslager des FC Bayern: Die Münchner bereiten sich schon traditionell in der Aspire Academy Katars auf die Rückrunde vor.
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Etliche Spieler des FC Bayern kehren bereits Anfang 2023 wieder nach Katar zurück - zum Trainingslager der Münchner. Diese wollen bald eine Entscheidung zum umstrittenen Sponsoring von Qatar Airways treffen.

München - Katar steht im Fokus. Nicht nur wegen der WM 2022 samt spektakulären und irre teuren Stadien für die Weltmeisterschaft. Sondern auch wegen toter Gastarbeiter, die mutmaßlich auf den WM-Baustellen gestorben sind.

Wegen angeblicher Diskriminierung von Frauen und angeblicher Homophobie. Und nun auch wegen des mutmaßlichen Bestechungsskandals im Europäischen Parlament, der ebenfalls mit dem schwerreichen Emirat und dessen fragwürdigen Geschäftsgebaren in Verbindung gebracht wird.

Trainingslager des FC Bayern: Münchner fliegen Anfang Januar wieder nach Katar

Auch beim FC Bayern bietet Katar Gesprächsstoff, man könnte sagen, es ist ein Dauerthema zwischen Vereinsführung und den organisierten Fans, die das Sponsoring der staatlichen Qatar Airways beim deutschen Bundesliga-Rekordmeister scharf kritisieren. Just in dieser Gemengelage stehen eine brisante Reise der Münchner und eine brisante Entscheidung der Klub-Bosse bevor.

Denn: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge werden die Bayern Anfang 2023 für ihr Wintertrainingslager erneut nach Katar reisen, wo sie sich seit 2011 an der hypermodernen Aspire Academy auf die jeweilige Rückrunde der Fußball-Bundesliga und auf die K.o.-Phase der Champions League vorbereiten. Die Münchner sind demnach vom 6. bis 12. Januar in Katar, das wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen und wegen Korruptionsverdachts international erheblich in der Kritik steht.

Im Video: Ski-Unfall von Bayern-Star - Rettungskräfte erkennen Manuel Neuer nicht

Fußball-Weltmeister Manuel Neuer wird nach seinem Unterschenkelbruch das Trainingslager auf der arabischen Halbinsel verpassen. Viele andere Spieler des FCB kehren dagegen nur wenige Wochen nach der Weltmeisterschaft nach Doha zurück, wo die Aspire Academy mit mehreren Trainingsplätzen, Fitnessstudios und Reha-Räumen beheimatet ist.

Für die deutschen Nationalspieler aus der Säbener Straße wie Joshua Kimmich ist es die Rückkehr an den Ort des Scheiterns, nachdem das DFB-Team desaströs schon in der Vorrunde der Fußball-WM ausgeschieden war.

Wir werden das Thema nach der WM mit Qatar Airways weiter intensiv besprechen.

Oliver Kahn, Vorstandsboss des FC Bayern

Währenddessen müssen die Bosse klären, wie und ob es mit dem Sponsoring der staatlichen Qatar Airways beim Rekordmeister weitergeht. Die organisierte Fanszene hatte das Engagement in den vergangenen Jahren immer wieder harsch kritisiert, ein Sponsoring, das den Bayern laut Sport Bild jährlich 20 Millionen Euro einbringen soll. 2023 endet der bisherige Vertrag, FCB-Vorstandschef Oliver Kahn kündigte eine Entscheidung nach der Weltmeisterschaft an.

FC Bayern und Katar: Münchner wollen über Sponsoring von Qatar Airways entscheiden

„Wir werden das Thema nach der WM mit Qatar Airways weiter intensiv besprechen, wir werden alles abwägen, und dann werden wir für den FC Bayern eine Lösung finden“, sagte der 53-Jährige nach der Jahreshauptversammlung Mitte Oktober.

Vorstandsboss des FC Bayern: Oliver Kahn.

Brisant: Nationalspieler Leon Goretzka stellte sich bei diesem Thema Anfang November gegen die Bayern-Bosse. „Es ist richtig, dass wir das Katar-Logo auf dem Ärmel tragen“, sagte der 27-jährige Nationalspieler damals in der Münchner Allianz Arena und meinte: „Ich glaube, der Vertrag läuft kommendes Jahr aus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Verein im Sinne des Klubs und der Mitglieder handeln wird.“  Er „persönlich hätte nichts dagegen“, wenn der Vertrag nicht verlängert wird, meinte er weiter. Das Trainingslager wird durchgezogen, das Sponsoring der Qatar Airways kommt jetzt auf den Prüfstand. (pm)

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