„Er ist kein Roboter, der sofort wieder springen kann“

Wann steht Neuer wieder auf dem Platz? Mediziner erklärt, wie die Reha abläuft

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Für Manuel Neuer ist die Saison seit seinem Unterschenkelbruch vorbei. Statt Fußball steht jetzt Reha auf dem Plan - ein Einblick eines Mediziners.

München - Die Weihnachtsstimmung ließ sich Manuel Neuer (36) offenbar nicht vermiesen. An Krücken grüßte der Bayern-Torwart am 24. Dezember seine Fans mit einem Foto vor dem Christbaum. Im Gegenzug erhielt er viele Genesungswünsche. Rund zwei Wochen zuvor zog sich Neuer auf einer Skitour einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Saison-Aus. Die tz sprach mit dem Berliner Sportmediziner Thorsten Dolla (59) über Neuers Weg zurück.

Nach Manuel Neuers Unterschenkelbruch: So läuft die Reha bei Beinbrüchen ab

„Bei einer solchen Verletzung wird in der Regel eine Osteosynthese durchgeführt. Die Bruchstücke des Knochens werden in diesem Fall mit einem Marknagel und Schrauben stabilisiert. Das erste Ziel ist, dafür zu sorgen, dass der Knochen wieder fest wird. Frühzeitig kann man auch schwimmen und Rad fahren“, erklärt der Experte, der seit 2002 Stadionarzt bei DFB-Pokal-Endspielen und Länderspielen im Berliner Olympiastadion ist.

Der Marknagel könne zu frühzeitiger Belastung des Knochens führen. Dolla: „Dank der Stabilisierung kann man zeitig Bodenkontakt herstellen und bei Absetzen des Beins mithilfe der Krücken eine Belastung von ungefähr zehn Kilo durchführen. So kann sich der Patient frühzeitig mobilisieren.“ Rund acht Wochen nach der OP könne man die Schrauben entfernen. „Man spricht davon, die Fraktur zu dynamisieren. Dann können die betroffenen Knochen wieder zunehmend belastet werden“, sagt Dolla. „Bis man nach einer Operation, wie Neuer sie hatte, wieder normal gehen kann, dauert es ca. acht bis zwölf Wochen.“ Zwei Wochen hat er schon hinter sich.

Der Weg zurück auf den Platz ist lang: Manuel Neuer schuftet für sein Comeback.

FC Bayern München: Wird Neuer wieder komplett einsatzfähig?

Wann kann Manuel Neuer wieder fußballspezifisch trainieren? „Das hängt nicht nur vom Knochen, sondern auch vom psychischen Zustand des Sportlers ab“, so Dolla. „Er ist kein Roboter, der sofort wieder springen kann. Mit dem Marknagel im Knochen kann er ungefähr nach einem Vierteljahr wieder voll belasten. Wichtig ist, dass er sich nicht unter Druck setzt.“

Direkt nach Neuers Unterschenkelbruch wurde darüber spekuliert, ob er wieder zurück zu alter Stärke finden kann. „Verläuft der Reha-Prozess komplikationslos, muss man sich keine Sorgen um ein vorzeitiges Karriereende machen. In der Regel sind wir aus ärztlicher Sicht bei einer solchen Verletzung optimistisch, sehr selten gibt es dabei Komplikationen“, betont Dolla. (pk)

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa/Instagram/manuelneuer

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