Bayerns Sturm-Sorgen reißen nicht ab: Ein Spieler verletzt, einer außer Form
VonChristoph Wutz
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Bayern ist nach dem 2:0 gegen die Hertha wieder auf Kurs Deutsche Meisterschaft. Allerdings bereitet die Münchner Offensive weiter Probleme.
München – Der FC Bayern München hat den Patzer von Borussia Dortmund in Bochum ausgenutzt und die Tabellenführung zurückerobert. Beim 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC wurde aber ein Problem ersichtlich, das sich durch fast die gesamte Saison des Rekordmeisters zieht: Es fehlt ein Torjäger. Wirklich konkret wurde es bei den Bayern offensiv insbesondere in der ersten Halbzeit nicht. Und die beiden Spieler im Kader, die diese Rolle bekleiden sollten, bereiten gerade mehr Sorge als Freude.
Stürmer Choupo-Moting „ist nicht komplett schmerzfrei“ und fehlt den Bayern weiter verletzt
Eric Maxim Choupo-Moting schien den Abgang von Tormaschine Robert Lewandowski, den es im vergangenen Sommer nach Barcelona zog, mit einer bärenstarken Phase im Herbst vergessen zu machen. Doch seit dem Wiederbeginn nach der WM-Unterbrechung stockt der Motor des 34-jährigen Kameruners, der zuletzt kaum noch spielte.
Schuld daran sind vor allem Verletzungen. Seit geraumer Zeit klagt Choupo-Moting über Knieprobleme und fällt derzeit wieder aus. „Da kann ich gar keine Prognose abgeben. Das Knie reagiert immer wieder ein bisschen, ist nicht komplett schmerzfrei und wir wollen in keine On-Off-Situationen reinlaufen, wo er dann wiederkommt und dann wieder rausgeht“, sagte Bayern-Trainer Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen die Hertha über seinen Stürmer, der also vorerst weiter pausieren wird.
Bayern-Trainer Tuchel über Angreifer Mané: „Normalerweise wäre das ein klares Tor“
Von Beginn an gegen die „Alte Dame“ dabei war hingegen Sadio Mané als linker Stürmer. Der Senegalese, der zu Saisonbeginn aus Liverpool nach München wechselte, war bemüht, aber konnte dem Bayern-Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Das Spiel der Bayern sei „sehr rechtslastig“ gewesen, sagte Tuchel später. Seine Mannschaft habe allgemein „zu weit innen gespielt“ und „die linke Seite so vernachlässigt“, befand der Bayern-Trainer. Tuchels Schützling Leon Goretzka beklagte nach dem Spiel vor allem die mediale Berichterstattung über die Bayern-Spieler.
Und auch auf eine große Kopfball-Chance von Mané kurz vor dem Halbzeitpfiff, als der Angreifer zuerst leicht wegrutschte und den Ball anschließend aus wenigen Metern Entfernung knapp links am Tor vorbeiköpfte, ging Tuchel ein – mit klaren Worten: „Die Situation mit dem Kopfball ist normalerweise eine klassische Sadio-Mané-Situation. Er hat ein sehr gutes Kopfballspiel und in Freiburg einen ähnlichen Ball sehr, sehr gut geköpft. Normalerweise wäre das heute ein klares Tor“, zeigte er sich ein Stück weit enttäuscht.
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Bayern-Stürmer Mané „muss den Kopf oben halten“, sagt Coach Tuchel
Aber Tuchel relativierte die Lage des Senegalesen und gab sich optimistisch: „Wir müssen weiter dran bleiben, er muss den Kopf oben halten und sich das verdienen. Der Junge hat getroffen ohne Ende in der schwierigsten Liga der Welt und deshalb gibt er mir trotzdem das Gefühl, dass das jederzeit platzen kann.“
Der Coach der Bayern ist also guter Dinge, das Sadio Mané doch noch der erhoffte Torjäger des Rekordmeisters werden kann. Entscheidend für den Sieg war am Sonntag auch Thomas Müller. Dass er zunächst nur auf der Bank saß, offenbarte ein größeres Problem. (wuc)