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Florian Schimak
Hanna Raif
Manuel Bonke
Der FC Bayern kämpfte im ersten Pflichtspiel der Saison gegen RB Leipzig um den DFL-Supercup. Die Noten und die tz-Einzelkritik zum Auftritt der Bayern-Stars.
München – Vor dem Anpfiff im Supercup zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig waren in der Allianz Arena natürlich die Augen nur auf einen Spieler gerichtet: Harry Kane!
| Aufstellung FC Bayern: |
|---|
| Ulreich - Pavard )ab 46. Mazraoui), Upamecano, de Ligt (ab 46. Kim), Davies - Laimer (ab 46. Coman), Kimmich (ab 78. Goretzka) - Sané, Musiala, Gnabry - Tel (ab 63. Kane) |
FC Bayern gegen RB Leipzig: Olmo crasht die Kane-Party
Der Rekord-Neuzugang der Münchner saß allerdings zunächst nur auf der Bank. An seiner Stelle stürmte Mathys Tel. Auch in der Abwehr überraschte Thomas Tuchel und brachte Dayot Upamecano von Beginn an der Seite von Matthjis de Ligt. Außerdem fanden Leon Goretzka und Kingsley Coman keinen Platz in der Startelf.
Bei all der Harry-Mania ließ die kalte Dusche für die Bayern dann aber nicht lange auf sich warten. Dani Olmo brachte die Gäste in der 3. Minute mit 1:0 in Führung. Im Anschluss verpassten Serge Gnabry und Mathys Tel gleich doppelt die besten Chancen auf den Ausgleich.
Gnabry und Tel vergeben beste Chancen - RB schlägt eiskalt zu
Kurz vor der Pause war es wieder Olmo, der Matthijs de Ligt alt aussehen ließ und auf 2:0 erhöhte (44.). Das war gleichzeitig auch der Pausenstand.
In der 63. Minute kam dann endlich Harry Kane. Der Engländer hatte noch keinen Ballkontakt, da erzielte Olmo seinen dritten Treffer (68.). Dieses Mal per Strafstoß, weil dem eingewechselte Noussair Mazraoui im Strafraum ein Handspiel unterlief.
Kane hatte bis zum Abpfiff keine auffällige Szene. Am Ende blieb es beim ernüchternden 0:3 – somit ist RB Leipzig Supercup-Sieger 2023. Nichts also mit dem ersten Titel für Kane.
Sven Ulreich
Stand seit November 2022 nicht mehr in der Startelf. Damals, beim 2:0 gegen Inter Mailand, konnte er seinen Kasten sauber halten, diesmal nicht. Bei beiden Toren vor der Halbzeit ohne Chance, dafür vor dem Seitenwechsel rüde von Dayot Upamencano abgeräumt. „Ulle, Ulle“-Rufe bauten ihn auf. Beim Elfmeter zum 0:3 in der richtigen Ecke, aber eben nicht dran. Verhinderte immerhin das 0:4. Note: 4
Benjamin Pavard
Will eigentlich weg, ist aber noch da – und daher auch auf dem Feld. Setzte nach 13 Minuten das erste Zeichen, als Leipzig schnell nach vorne wollte – war daher früh mit Gelb verwarnt. Zur Halbzeit war auch aus diesem Grund Schluss. Note: 5 (ab 46. Noussair Mazraoui: Kam sehr schnell ins Spiel und brachte ordentlich Tempo mit. Tat dem Offensivspiel deutlich besser als Pavard zuvor. War dann aber beim Handelfmeter der Unglücksrabe. Note: 3)
Dayot Upamecano
Stand eher überraschend von Beginn an auf dem Platz – und hatte auch Einiges zu tun. Sah nach 30 Minuten schon Gelb, als er Timo Werner rüde ausbremste. Hatte hinterher einige wichtige Aktionen, alles in allem aber zu wenige. Note: 5
Matthijs de Ligt
Ist womöglich noch nicht ganz bei 100 Prozent, muss aber in seiner Rolle als Abwehrchef auch mal über die Schmerzgrenze gehen. Sah beim 0:1 nicht ganz glücklich aus – und beim 0:2 noch unglücklicher. Nicht sein Tag. Note: 5 (ab 46. Minjae Kim: Hatte schon dabei zusehen müssen, wie seine Kollegen gefordert waren. Er selbst war es auch. Hielt Benjamin Sesko mit einer sauberen Grätsche vom 0:4 ab und war immer da, wenn es brannte. Note: 2)
Alphonso Davies
Hat aktuell keinen Konkurrenten um den Stammplatz, weil Raphael Guerreiro noch länger fehlt. Musste also keine Werbung für sich machen – tat es aber trotzdem. Das Zusammenspiel mit Serge Gnabry auf links funktionierte prächtig, immer wieder schickte er seinen Vordermann. Leider aber ohne Ertrag und später nicht mehr ganz so aktiv. Note: 4
Konrad Laimer
Kam deutlich besser ins Spiel als Kimmich. Forderte den Ball, kreuzte, wollte Verantwortung übernehmen. Entscheidend beteiligt aber an keiner Offensivszene, dafür mit großen Augen beim 0:2 durch Olmo. Note: 4 (ab 46. Kingsley Coman: Ist einer der Spieler, die um ihren Platz kämpfen müssen. Suchte den Weg nach vorne, agierte aber ab und an schlampig. Beinahe traf er zum Anschluss, aber Janis Blaswich war zur Stelle. Note: 5)
Joshua Kimmich
Ein früher Ballverlust leitete die erste RB-Chance ein. Und beim 0:1 sah er im Abwehrverbund auch nicht gerade gut aus. Fand sich nach einem ordentlichen Anpfiff von Thomas Tuchel besser ein und setzte dann auch nach vorne Akzente. Seine Ecken waren ähnlich harmlos wie in der Vorsaison, dafür war er aus dem Spiel heraus am Ende wichtiger. Note: 4 (ab. 78. Leon Goretzka: o.B.)
Leroy Sané
Wenn es mal schnell nach vorne ging, dann gerne über ihn. Und wenn es hinten brenzlig wurde auch. Als Werner etwa nach einer guten halben Stunde alleine auf Ulreich zulief, hatte er nicht mit Sané in seinem Rücken gerettet. Selten hat die Arena den Nationalspieler so gefeiert. Lauter wäre es nur bei einem Tor geworden, aber das blieb trotz aller Bemühungen aus. Note: 4
Jamal Musiala
Wenn der Mann, der das bis Anpfiff letzte Pflichtspieltor des FC Bayern geschossen hatte, am Ball war, war was los. Allerdings war das nicht allzu oft der Fall. Wirkte bemüht, aber nicht so gut integriert in das Offensivspiel wie seine beiden Nebenmänner. Vergab nach der Pause den frühen Anschluss. Note: 4
Serge Gnabry
Hatte den ersten Bayern-Abschluss nach Zucker-Pass von Kimmich (10.) und machte auch danach Dampf, gerne im Verbund mit Leroy Sané. Wirkte spritzig, hatte Lust, ähnlich wie bei den Testspielen in Asien. Es fehlte aber die letzte Konsequenz. Note: 4
Mathys Tel
Durfte ran, weil Harry Kane nach seiner Nachtschicht inklusive Medizincheck, Vertragsunterschrift und PR-Terminen leicht übermüdet war. Und hatte beste Möglichkeiten zum Ausgleich, die er alle vergab. Dass Tuchel am Vortrag über den 18-Jährigen gesagt hatte, er schieße „ein bisschen zu wenig Tore“, passte da ganz gut - leider. Es wurde bis zu seiner Auswechslung nicht besser. Dabei hätte er seine Chance so gerne genutzt. Note: 5
ab 64. Harry Kane
Es war 22:08 Uhr, als die neue Zeitrechnung des FC Bayern begann. Selten, eigentlich noch nie, hat man die Allianz Arena so euphorisch erlebt. Es dauerte ein paar Minuten, bis der neue Superstars das erste Mal am Ball war. Fand sich dann besser ein. Es wirkte allerdings, als müssten seine Mitspieler noch realisieren, dass sich Flanken ab jetzt wieder lohnen. Note: 3
Aus der Allianz Arena berichten Manuel Bonke, Hanna Raif und Florian Schimak
Rubriklistenbild: © IMAGO/Eduard Martin



