Beim Wiesn-Besuch

FC Bayern: Wackelt Nagelsmann schon? Kahn reagiert unmissverständlich auf Aussagen des Trainers

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Für Julian Nagelsmann (r.) ist es noch lange nicht Zeit zu gehen: FCB-Vorstandsboss Oliver Kahn glaubt an einen Umschwung unter dem Trainer.
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Beim FC Bayern läuft es derzeit nicht rund. Julian Nagelsmann zeigt sich selbstkritisch. Auch Vorstandsboss Oliver Kahn kündigt Gespräche an. Der Trainer hat bei ihm aber ein Stein im Brett.

München - Es hätte wahrlich bessere Tage für den obligatorischen Wiesn-Besuch des FC Bayern gegeben. Am zweiten Tag des 187. Oktoberfestes schleppten sich die Spieler und Verantwortlichen des Rekordmeisters samt Anhang auf die Theresienwiese, um ein paar gemeinsame Stunden im Käferzelt zu verbringen. Der Himmel sandte bei herbstlichen Temperaturen nasse Grüße aus den Wolken. Die Laune war nach der ersten Saisonpleite, dem 0:1 beim FC Augsburg, nur einen Tag zuvor ohnehin verhagelt.

Da dürfte es vielen Stars der Roten schwergefallen sein, die Mundwinkel für die lauernden Fotografen vor dem Zelt nach oben zu ziehen. Doch den Planern waren wegen der anstehenden Länderspielpause weitgehend die Hände gebunden, erst am letzten Wiesn-Wochenende hätten die Bayern wieder gemeinsam im Zelt feiern können – allerdings hat die UEFA bereits für den folgenden Dienstag das Champions-League-Heimspiel gegen Viktoria Pilsen terminiert.

FC Bayern auf der Wiesn: Kahn findet reagiert auf Nagelsmanns Aussagen in Augsburg

Etwas Gutes hatte die Stippvisite an diesem Sonntag dann auch für die Bayern: Sie kamen nach den sich aneinanderreihenden Enttäuschungen in der Bundesliga – seit vier Spielen sind die Münchner hier sieglos – auf andere Gedanken. Obendrein konnten die Bosse in aller Öffentlichkeit Klartext sprechen. Zum einen Dampf ablassen, aber womöglich auch etwas den Druck vom Kessel nehmen, schließlich bietet sich die erste Möglichkeit auf Wiedergutmachung erst am 30. September mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

So nutzte Oliver Kahn die Gelegenheit, um einer Personaldiskussion bereits in ihrer Frühphase den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der um Trainer Julian Nagelsmann. Auf der Pressekonferenz in Augsburg hatte der 35-Jährige sichtlich konsterniert betont, auch sich selbst hinterfragen zu wollen. Mit weiteren Aussagen nährte der bis 2026 gebundene Coach sogar Spekulationen, er könnte selbst hinschmeißen - quasi beim ersten echten Gegenwind.

Video: Beim FC Bayern brennt es - „Fassungslos und bedröppelt“

Kahn stützt Nagelsmann: „Beschäftigen uns nicht mit irgendwelchen anderen Trainern“

Vom Vorstandsboss gab es nun Rückendeckung. „Dass er sich Gedanken um die Situation macht, ist ja vollkommen klar. Wir haben vier Spiele in Folge nicht gewonnen“, betonte Kahn und wurde deutlicher: „Wir sind alle unzufrieden und übel gelaunt. Wir beschäftigen uns nicht mit irgendwelchen Personalien oder anderen Trainern. Wir sind von Julian total überzeugt.“

In den nächsten zwei Wochen ohne Pflichtspiel ­- der einzigen Verschnaufpause während der Terminhatz bis zur WM in Katar - will Kahn mit seinen Kollegen aus der Chefetage „alles mal in Ruhe anschauen, analysieren und viele Gespräche führen“. Sicher auch mit Nagelsmann. Der aber weiter fest im Sattel sitzt. Wohl auch, weil er sich so sehr mit dem FC Bayern identifiziert, wie von allen Trainern in den vergangenen zehn Jahren allenfalls noch Jupp Heynckes.

Oktoberfest-Besuch des FC Bayern: de Ligt mit Model-Freundin, die Müllers, Nagelsmann und Kahn da

Julian Nagelsmann auf der Wiesn
Der Trainer in Wiesn-Tracht: Julian Nagelsmann hat derzeit einiges aufzuarbeiten. © Sven Hoppe/dpa
Manuel Neuer auf der Wiesn
Freudloser Gruß: Manuel Neuer hatte bei vergangenen Wiesn-Besuchen sicher bessere Laune mitgebracht. © Sven Hoppe/dpa
Manuel Neuer auf der Wiesn
Wobei der Kapitän beim Massstemmen für die Fotografen doch ein Lächeln parat hat. © Sven Hoppe/dpa
Dayot Upamecano auf der Wiesn
Tauscht das Bayern-Trikot ebenfalls gegen Lederhose und Co.: Dayot Upamecano lernt die Wiesn als Bayern-Profi kennen. © Stefan Matzke / sampics
Matthijs de Ligt mit Freundin Annekee Molenaar auf der Wiesn
Wiesn-Premiere: Matthijs de Ligt und seine Freundin Annekee Molenaar sind erstmals mit dem FC Bayern auf dem größten Volksfest der Welt. © Jacob Alschner
Matthijs de Ligt und seine Freundin Annekee Molenaar
Einmal Mass, bitte: Hier bekommt Matthijs de Ligt das Bier gereicht. © Jacob Alschner
Kingsley Coman und Ehefrau Sabrina
Hoch die Tassen heißt es auch für Kingsley Coman und Ehefrau Sabrina. © Sven Hoppe/dpa
Marcel Sabitzer und Freundin Katja Kühne auf der Wiesn
Zweites Bayern-Jahr, erster Wiesn-Besuch: Marcel Sabitzer und Freundin Katja Kühne geben auch ohne Masskrüge ein gutes Bild ab. © babiradpicture/AndyKnoth
Hasan Salihamidzic und Tochter Selina auf der Wiesn
Sportvorstand Hasan Salihamidzic bringt seine Tochter Selina mit. © Sven Hoppe/dpa
Thomas Müller und Ehefrau Lisa auf der Wiesn
Sind bereits alte Wiesn-Hasen: Thomas Müller und Ehefrau Lisa haben mit dem FC Bayern schon diverse Besuche auf dem Oktoberfest hinter sich gebracht. © Sven Hoppe/dpa
Oliver Kahn mit Ehefrau Svenja auf der Wiesn
Warten auf die Fotografen: Vorstandsboss Oliver Kahn und seine Ehefrau Svenja sind versorgt. © Jacob Alschner
Oliver Kahn und Ehefrau Svenja auf der Wiesn
Bei Ehepaar Kahn bekommt jede(r) seine eigene Mass. © Jacob Alschner
Oliver Kahn auf dem Weg zum Wiesn-Besuch
Wo geht es hier bitte zum Wiesnzelt? Kahn grübelt wohl auch noch über die Niederlage in Augsburg. © Jacob Alschner
Edmund Stoiber und seine Ehefrau Karin auf de Wiesn
Einmal stoppen für die Fotografen: Auch Aufsichtsrat Edmund Stoiber und Ehefrau Karin sind dabei. © Jacob Alschner
Thomas Müller und Ehefrau Lisa auf der Wiesn
So schnell sieht man sich wieder: Die Müller machen es sich im Käferzelt gemütlich. © Stefan Matzke / sampics
FC Bayern auf der Wiesn
Was hier wohl besprochen wird? Die Vorstände Hasan Salihamidzic (l.) und Oliver Kahn (r.) nehmen Trainer Julian Nagelsmann und die Frauen in die Mitte. © Stefan Matzke / sampics
Manuel Neuer auf der Wiesn
Ein Bild wie aus dem Werbekatalog: Vorne die Nummer eins mit einem kühlen Blonden, im Hintergrund das Karussell und zwischendrin schwirren luftige Marienkäfer herum. © IMAGO/FCB
Bayern-Profis auf der Wiesn
Bayerischer Gruß vom Balkon: Ryan Gravenberch, Noussair Mazraoui, Jamal Musiala, Leon Goretzka und Alphonso Davies (v. l.) trauen sich nochmal in die Kälte. © IMAGO / MIS
Joshua Kimmich und Ehefrau Lina auf der Wiesn
Auch Joshua Kimmich und Ehefrau Lina haben sich herausgeputzt und nehmen sogar die Bavaria-Statue mit aufs Bild. © IMAGO / MIS
Sven Ulreich und Ehefrau Lisa auf der Wiesn
Auch hier trägt der Mann das Bier: Sven Ulreich weiß seine Ehefrau Lisa an seiner Seite. © IMAGO/Alexander Hassenstein
Julian Nagelsmann und Freundin Lena Wurzenberger auf der Wiesn
Da will sich auch der Coach nicht lumpen lassen: Julia Nagelsmann und Freundin Lena Wurzenberger mit auf den Balkon. © Poolfoto/M.i.S.
Sadio Mané und Mathys Tel auf der Wiesn
Zwei neue Gesichter auf der Wiesn: Sadio Mané (l.) und Mathys Tel scheinen sich auf dem Rasen wohler zu fühlen. © IMAGO/Alexander Hassenstein

FC Bayern in der Bundesliga: Kahn bemängelt „letzte Konsequenz und Konzentration“

Kritischer geht Kahn mit den Leistungen der Mannschaft ins Gericht. Die fallen zwar im Normalfall auch auf den Trainer zurück. In diesem Fall moniert der ehemalige Weltklasse-Keeper aber eher die Ein- als die taktische Aufstellung: „Wir erarbeiten uns eine Fülle von Möglichkeiten, aber machen viel zu wenig Tore daraus. Immer wieder fehlt es an letzter Konsequenz und an der nötigen Konzentration. Dem müssen wir auf den Grund gehen.“ Auffällig: Dies gilt nur für die Bundesliga, in der Königsklasse etwa gelang gegen einen sogar leicht überlegenen FC Barcelona ein 2:0.

Was der „Titan“ vermutet: Die lockeren Siege im August könnten ihren Anteil an der aktuellen Misere haben. „Am Anfang der Saison ging alles locker und leicht. Vielleicht hat sich bei dem einen oder anderen der Glaube eingenistet, man könnte die Bundesliga mal nebenbei machen, aber das ist nicht der Fall“, warnt Kahn. Dabei dürfte er durchaus an die zehn nacheinander eingefahrenen Meisterschaften gedacht haben, die vielleicht auch eine falsche Sicherheit in manchem Spielerkopf ausgelöst haben.

Der Tisch der Bosse: Beim Wiesn-Besuch des FC Bayern passten zwischen Trainer Julian Nagelsmann (l.) und Vorstandsboss Oliver Kahn nur deren Partnerinnen.

Kahn setzt auf Nagelsmann: „Werden in die Erfolgsspur zurückfinden“

Damit sollte es spätestens jetzt vorbei sein, denn: „Wenn wir nicht Tabellenführer sind, ist die Situation immer prekär.“ Das werden auch die Neu-Bayern wie Sadio Mané oder Matthijs de Ligt bereits gemerkt haben. Nun müssen sie aber die richtige Reaktion zeigen.

Bereits die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der FC Bayern gerade dann besonders stark ist, wenn er nicht nur aus dem Tritt, sondern sogar ins Taumeln zu geraten scheint. Und so beschließt auch Kahn seine Ausführungen mit einem positiven Gefühl: „Ich bin davon überzeugt, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden werden.“ Mit Nagelsmann. Aber das brauchte der Klub-Boss nach den vorherigen Aussagen nicht noch einmal zu betonen. (mg)

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