Wahnsinn in Heidenheim

Bayern-Stars versagen vor Arsenal: Sechs Mal Note 5 - einer bekommt sogar die 6

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Der FC Bayern war am Samstag beim 1. FC Heidenheim zu Gast. Die Generalprobe vor dem CL-Kracher beim FC Arsenal. Die Einzelkritik zum Auftritt des Rekordmeisters.

Heidenheim – Bevor das Spiel beim 1. FC Heidenheim überhaupt angepfiffen wurde, war bereits wieder Druck auf dem Kessel beim FC Bayern.

Zum einen lag das am blutleeren Auftritt in der Vorwoche beim Klassiker gegen den BVB (0:2). Zum anderen hatte Trainer Tuchel ordentlich Frust, weil er verletzungsbedingt auf fünf Stars verpflichten musste. Darüber hinaus äußerte sich Bayern-Sportdirektor Christoph Freund über die Trainersuche – und ließ mit seinen Aussagen zu Julian Nagelsmann aufhorchen.

Die Münchner aber ließen sich von all dem zunächst nicht beeinflussen und lieferten eine souveräne und dominante erste Hälfte ab. Harry Kane belohnte die Tuchel-Elf in der 37. Minute mit der Führung. Serge Gnabry hatte den Stürmer für sein 32. Saisontor bedient. Wenige Minuten später war dann Gnabry, der nach einer Davies-Flanke schulbuchmäßig auf 2:0 erhöhte (45.). So ging es dann auch in die Pause.

Der 1. FC Heidenheim drehte die Partie gegen den FC Bayern nach einem 0:2-Pausenrückstand noch zu einem 3:2-Sieg.

Doch dann war es vorbei mit der Bayern-Herrlichkeit: Nach der Pause bot sich ein komplett anderes Bild! Die Gastgeber glichen innerhalb von einer Minute zum 2:2 (50. und 51.) aus und überrannten die Bayern förmlich. In der Folge entwickelte sich ein spektakulärer Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Vor allem Kane verpasste zweimal die Führung für die Münchner.

Richtig bitter wurde es dann in der 80. Minute, als Tim Kleindienst nach einem tollen Konter das nicht unverdiente 3:2 für den aggressiven Aufsteiger erzielte.

Am kommenden Dienstag muss der FC Bayern bei Arsenal in der Champions League ran. Selbstvertrauen getankt hat die Tuchel-Elf mit diesem Auftritt garantiert nicht.

Sven Ulreich

Sein zweites Spiel hintereinander dürfte schon wieder das letzte gewesen sein – denn aus München postete Manuel Neuer kurz vor Anpfiff Bilder, die seinen Weg zurück ins Tor dokumentieren sollen. Ulreich hätte sich das in der ersten Halbzeit ausführlich auf seinem Handy ansehen können, denn auf sein Tor kam sowieso nichts. Das änderte sich schlagartig in Halbzeit zwei. Bei den Toren machtlos, in der 72. Minute mit starker Parade da. Half aber nichts. Note: 4

Joshua Kimmich

Hatte als einziger Bayern gegen Dortmund Normalform bewiesen und schlug auch diesmal passable Flanken. Über die rechte Seite ging zunächst mehr als über die linke, Kimmich tauchte aber auch zentral immer wieder auf. Machte viele Wege und riss seine Mitspieler auch lange mit. Stand dann aber recht optimistisch im Raum, als Heidenheims erste Offensivbemühungen zum Erfolg führten und war später Teil der Viererkette, die drei Gegentore kassierte. Note: 4

Dayot Upamecano

Hat keine guten Erinnerungen an seinen letzten Startelfeinsatz – denn Ende Februar sah er gegen Leipzig Gelb-Rot. Nun, wo Matthijs de Ligt und Eric Dier nicht immer sattelfest gewirkt hatten, durfte er wieder ran. Spielte viele Diagonalbälle und stand bei den seltenen Heidenheimer Offensiv-Bemühungen in den ersten 45 Minuten goldrichtig. Leistete sich dann aber bei den Gegentoren folgenschwere Unachtsamkeiten. Der Nachmittag wurde plötzlich anstrengend und ungemütlich. Absolut keine Werbung für einen Arsenal-Einsatz. Note: 5

Minjae Kim

Ist 2024 kein Dauerbrenner – will es aber wieder werden. Und so passte ihm die Chance, die Thomas Tuchel ihm drei Tage vor dem Gastspiel beim FC Arsenal gab, freilich gut in den Kram. Weil Heidenheim lange harmlos war, konnte er sich Sicherheit im Spielaufbau holen. Ab und an versprang ein Ball, ein vermeintliches Handspiel (48.) wurde nicht geahndet – und bei beiden Gegentreffern sah er dann nicht gut aus. Im Gedächtnis bleiben ein verlorenes Kopfball-Duell und viel zu viel Platz für Tim Kleindienst und Marvin Pieringer. Note: 6

Alphonso Davies

Der Auftritt gegen den BVB war unterirdisch gewesen, diesmal wirkten schon die ersten Aktionen deutlich zielstrebiger. Dass trotzdem ungenaue Pässe und unnötige Fouls unter seinen Aktionen waren, passt zum derzeitigen Gesamtbild des Kanadiers. Dass er aber unter anderem Serge Gnabry vor dem 2:0 (45.) bediente, macht Hoffnung, dass die Formkurve nach oben zeigt. Später, als das Spiel ein anderes war, defensiv ein paar Mal richtig und wichtig. Aber halt mindestens drei Mal zu wenig. Note: 5

Leon Goretzka

Der erste Schuss wurde geblockt (5.), das brachte Goretzka jedoch nicht aus der Ruhe. War oft eingebunden im Spielaufbau, aber auch im Offensivspiel. Über 45 Minuten ein besserer Auftritt des derzeitigen Dauerbrenners auf der Sechs, dann aber genauso unsicher wie alle anderen - und ohne zündende Idee für den Siegtreffer. Note: 5 (ab 84. Bryan Zaragoza: o.B.)

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Konrad Laimer

Die erste Flanke des Spiels kam von ihm (2.), Einsatz und Willen stimmten. Übernahm wie gewohnt den offensiveren Part vor der Abwehr und spielte auf rechts auch viel Doppelpass mit Kimmich. Machte vor dem 2:0 den Ball fest und lieferte eigentlich einen soliden Auftritt. Das angeknackste Selbstvertrauen nach den beiden schnellen Gegentoren aber merkte man auch ihm an. Ließ ordentlich Körner und fiel in der Endphase eher mit wütenden Gesten als guten Taten auf. Note: 5

Serge Gnabry

Stand zuletzt am 11. November in der Startelf und durfte diesmal recht überraschend über linke Seite kommen. Die ersten Flanken waren zu ungenau, er fand aber immer besser ins Spiel und bediente folgerichtig auch Harry Kane vor dem 1:0 (38.). Das 2:0 (45.) machte er per Kopf höchstselbst, nach dem Ausgleich aber baute auch er ab. Note: 3 (ab 67.: Mathys Tel: o.B.)

Thomas Müller

Agierte in seinem 700. Pflichtspieleinsatz für den FC Bayern als Kapitän – und wollte seine Mitspieler auch führen. Gestikulierte und schrie viel, diskutierte auch hier und da mal – und hatte in der 27. Minute die beste Chance zum 1:0 auf dem Fuß. In der Entstehung des überfälligen Führungstores durch Harry Kane war er später nicht ganz unwesentlich beteiligt. Eine Rolle, die ihm besser gefällt als die des Anpeitschers nach Negativ-Erlebnissen. Als es 2:2 stand, schüttelte er nur noch den Kopf. Und als es 3:2 stand sowieso. Note: 5 (ab 84. Raphael Guerreiro: o.B.)

Jamal Musiala

Übernahm den zentralen Part in der Reihe hinter Harry Kane und hatte von dort aus gute Ideen. Nicht immer aber stimmten die Genauigkeit sowie die Abstimmung mit den Nebenmännern. Brauchte etwas, ehe er richtig im Spiel war. Und musste dann Schadensbegrenzung leisten. Das 3:0 wäre ihm beinahe gelungen und immens wichtig gewesen. Genau wie später das 3:2. Note: 5 (ab 76. Eric Maxim Choupo-Moting: o.B.)

Harry Kane

War oft von drei Heidenheimern umzingelt und somit im Handlungsspielraum begrenzt. Versuchte dennoch, sind ins Offensivspiel einbinden zu lassen, machte viele Bälle fest und tauchte immer wieder an den richtigen Stellen auf. So auch in der 38. Minute, als er nach Gnabry-Hereingabe aus elf Metern ins linke untere Eck zum 32. Saisontreffer vollendete. Auf dem Weg zum 33. verließen ihm beim Stand von 2:2 alleine vor dem Tor die Nerven. Note: 4

Aus Heidenheim berichtet Hanna Raif

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Sascha Walther

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