VonPeter Gradschließen
Die Verwunderung über den offensichtlichen Abgang von Leroy Sané zu Galatasaray Istanbul ist groß. Hat der FC Bayern seinen Nachfolger schon an der Angel?
München – Der Transfersommer des FC Bayern hat schon einige Überraschungen parat. Wähnte man sich an der Säbener Straße offenbar ziemlich sicher, dass Florian Wirtz schon in diesem Jahr den Weg von Leverkusen zum Rekordmeister finden würde, kam es letztendlich doch ganz anders. Und wer danach glaubte, dass diese Absage die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, dass dessen Nationalmannschaftskollege Leroy Sané doch noch seinen Kontrakt beim FCB verlängern würde, reibt sich nun erneut verwundert die Augen.
Die laut übereinstimmenden Medienmeldungen auf den ersten Blick verblüffende neue Entwicklung, dass der 70-fache deutsche Internationale tatsächlich - für einen großen Batzen Geld - in eine Liga gehen könnte, die meilenweit von europäischen Spitzenfußball entfernt ist, könnte aber einen bestimmten Hintergrund haben: Der FC Bayern soll sich im Werben um den spanischen Europameister Nico Williams offenbar in einer guten Position befinden, vielleicht sogar besser als bisher gedacht.
FC Bayern bei Nico Williams „in der Pole Position“
Nach Informationen der in Bilbao ansässigen Zeitung El Correo sind die Bayern in diesem Sommer der Hauptinteressent für den 22-jährigen Flügelflitzer von Athletic. Die Bayern sollen sogar in der Pole Position sein, nachdem der FC Barcelona, der im letzten Jahr noch intensiv um Williams gebuhlt hatte, aus bekannten finanziellen Gründen nicht mitbieten kann.
Williams selbst steht bei den Verantwortlichen des Rekordmeisters ganz oben auf der Wunschliste. El Correo berichtet, dass diese bereits während der Nations League Kontakt mit der Spielerseite aufgenommen haben. Für die Bayern hat die Verpflichtung von Williams absolute Priorität, insbesondere nachdem nun offenbar klar ist, dass Leroy Sané den Verein tatsächlich Richtung Türkei verlassen wird.
Ausstiegsklausel hilfreich bei den Verhandlungen, Bilbao kämpft aber noch
Laut dem Bericht aus dem Baskenland liegt die Ausstiegsklausel für Williams bei Athletic Bilbao nicht wie bisher vermeldet bei 60 Millionen Euro, sondern bei „nur“ 58 Millionen Euro. Damit wäre der 28-fache spanische Nationalspieler für den FC Bayern sogar ein bisschen günstiger als bisher vermutet, zudem erleichtert dieser Umstand die Verhandlungen mit dem abgebenden Verein.
Als größter Konkurrent wird derzeit der FC Arsenal gehandelt. Speziell Trainer Mikel Arteta soll ein großer Fan von Williams sein und ihn als Verstärkung für die Offensive der „Gunners“ ins Visier genommen haben. Allerdings besitzen die Bayern mit ihrem frühzeitigen und intensiven Werben angeblich einen Vorsprung.
Williams derzeitiger Verein Athletic Bilbao, der sich in LaLiga für die kommende Champions League qualifiziert hat, ist dagegen weiterhin zuversichtlich, dass sich der technisch versierte linke Flügelspieler erneut für einen Verbleib entscheiden könnte. In der größten baskischen Stadt bereitet man parallel ein neues Vertragsangebot vor, um den22-Jährigen langfristig zu binden.
„Tausch“ Sané / Williams ein FCB-Minusgeschäft
Finanziell ist der Tausch auf dem linken Flügel für den FC Bayern, der sich selbst eigentlich einen ziemlich radikalen Sparkurs auferlegt hat, aufgrund des ablösefreien Abgangs von Sané ein fettes Minusgeschäft. Ob die sportliche Seite künftig über dieses hinwegtrösten wird, muss sich noch zeigen. Noch ist allerdings Sané Spieler des Deutschen Meisters und Williams längst noch nicht an der Säbener Straße gelandet.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

