- schließen
Hanna Raif
Vinzent Tschirpke
Philipp Kessler
Das Trainingscamp in Faro verlief positiv, aber nicht ganz nach Plan. Bayerns wilde Vorbereitung auf das Spiel am Sonntag gegen Bremen.
München - München empfing den Tross des FC Bayern am Donnerstagnachmittag nicht unbedingt von seiner besten Seite - aber immerhin von einer sehr warmen. Knapp zehn Grad Celsius zeigte das Thermometer am Erdinger Moos, als Thomas Tuchel (50) und sein Team in der Maschine LH2571 aufsetzten - also gerade mal sieben Grad weniger als am Abflugort Faro. Bei der Hinreise am Sonntag hatte der Temperaturunterschied noch knapp 30 Grad betragen, aber das Wetter hat hierzulande in der vergangenen Woche bekanntlich verrückt gespielt. Erst Schnee, dann Eisglätte, plötzlich Tauwetter und Regen - alles war dabei. Genau wie in der ungewöhnlichen, fast wilden Bayern-Woche vor dem am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) anstehenden ersten Rückrunden-Spiel daheim gegen Werder Bremen.
Trainingslager, Trauerfeier, Spiel gegen Bremen: Intensiver Wochenplan für die Bayern
Zusammengefasst sah bzw. sieht das Programm wie folgt aus: Auslaufen am Samstag, Flug nach Faro am Sonntag, drei intensive Trainingstage in Almancil, Rückreise am Donnerstag, Training und Trauerfeier für Franz Beckenbauer, der im Alter von 78 Jahren verstorben ist, am Freitag, Abschlusseinheit am Samstag. Ein intensiver Wochenplan inmitten der Saison, körperlich und emotional herausfordernd. Weil Tuchel sich aber intern stark für ein Trainingslager eingesetzt hatte, war er in seinem Fazit in Faro auch sichtlich bemüht, die positive Seite des gemeinsamen Camps herauszustellen. Ein Kernsatz, der bleibt, lautet: „Ich liebe Trainingslager!“ Man merke „uns an, dass die Energie, die im Training entsteht, in der Gruppe bleibt“.
Tuchel hat „den Spirit gesehen, mit dem wir auch spielen wollen“
In er Tat sah man - trotz einiger Widrigkeiten wie Regen, Wind, fehlendem Sichtschutz am Trainingsplatz und Blessuren bei Matthijs de Ligt (24) und Dayot Upamecano (25) - auch zum Abschluss des Portugal-Aufenthalts gelöste Spieler und Trainer. Tuchel und der nachgereiste Sportdirektor Christoph Freund (46) etwa gönnten sich zum Abschluss eine Padel-Tennis-Einheit, Leon Goretzka (28) sorgte mit einer kleinen Fahrrad-Einlage für Lacher. Entscheidend aber war freilich auf dem Platz - und da hatte Tuchel „den Spirit gesehen, mit dem wir auch spielen wollen“. Das Niveau, resümierte der Coach, sei inzwischen „enorm hoch“. Gegen Bremen soll 48 Stunden nach dem geschlossenen Auftritt beim Gedenken an Franz Beckenbauer der Transfer ins Stadion gelingen.
Neuzugang Dier steht vor einem Kaltstart
Die unmittelbare Vorbereitung auf das zweite Heimspiel 2024 startet am Freitag. Wenn Tuchel seine Männer am Vormittag an der Säbener Straße versammelt, wird er eine Bestandsaufnahme machen. Die Hoffnung, neben dem frisch gebackenen Vierfach-Papa Joshua Kimmich (28) und Eric Dier (30/reiste wegen der Geburt seines ersten Kindes ab) auch de Ligt wieder zu mehr auf dem Platz zu begrüßen als einer Laufeinheit, bestand am Mittwoch. Tendenziell aber wird Dier einen Kaltstart hinlegen müssen und neben Upamecano verteidigen. Das Ziel ist ganz klar: mit einem Sieg „den Druck auf Leverkusen zu erhöhen“. Kapitän Manuel Neuer (37) betont: „Natürlich ist es für uns zuhause gegen Bremen schon eine Pflichtnummer, auf jeden Fall zu gewinnen.“
Der Last-Minute-Sieg des Tabellenführers in Augsburg, der am Samstag im Topspiel bei RB Leipzig ran muss, hat laut Tuchel „unsere Moral und unsere Zuversicht nicht beeinträchtigt“. Man geht motiviert aus der wilden Woche - der übrigens eine weitere ungewöhnliche folgen wird. Nach Bremen auf dem Programm: Das Nachholspiel gegen Union Berlin am Mittwoch - und die verschobenen „Weihnachtsbesuche“ bei den Fanclubs am Sonntag. Fad wird’s nicht... Hanna Raif, Vinzent Tschirpke, Philipp Kessler
Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa



