FC Bayern sucht neuen Sportvorstand: Alter Bekannter vor Comeback an der Säbener Straße?
Alle Autoren
schließen
Philipp Kessler
Hanna Raif
Manuel Bonke
Am Dienstag steht die Aufsichtsratssitzung beim FC Bayern auf der Agenda. Für die interimsmäßige Besetzung des Sportvorstands kommt wohl ein alter Bekannter ins Gespräch.
München – Die Generalüberholung des FC Bayern wird am Dienstag im Rahmen der Aufsichtsratssitzung in der Allianz Arena (vorerst) abgeschlossen sein. Dann wird Präsident Herbert Hainer den Mitgliedern vorschlagen, den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge in das Gremium zu wählen. Im Anschluss werden die künftigen Aufgabengebiete für die Vorstandschaft neu verteilt. Dadurch nimmt der neue FC Bayern nach der Trennung von CEO Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic weiter Form an: Angeführt von Jan-Christian Dreesen als Vorstandschef und mit der tatkräftigen Unterstützung der Granden Rummenigge und Ehrenpräsident Uli Hoeneß soll der deutsche Vorzeige-Club diesem Ruf wieder gerechter werden.
Neu-Vorstandsvorsitzender Dreesen beim FC Bayern: „Mehr zu einem Füreinander und Miteinander kommen“
Der neue Vorstandschef hat in seiner Antrittsrede bereits durchblicken lassen, wie er den FC Bayern in Zukunft führen möchte. Dreesen will den Club wieder mehr vereinen und „mehr zu einem Füreinander und Miteinander kommen. Das fängt meiner Meinung nach oben an. Mir ist wichtig, dass wir das im Vorstand vorleben“. Dadurch erhofft sich der gelernte Banker aus Ostfriesland, auch wieder für die nötige Ruhe im Verein zu sorgen. Das ist freilich ganz nach dem Geschmack von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der die jüngsten Unruhen dem geschassten Kahn via Kicker zuschreibt. Für „die katastrophal schlechte Stimmung“ hätten in erster Linie die Berater des geschassten CEO gesorgt. Sogar die Südkurve und die Ultra-Vereinigung Schickeria wäre an den Verein herangetreten, weil das Image des Clubs massiv gelitten habe. Gut für Dreesen: Er genießt bei den Fans einen hervorragenden Ruf.
Im aktuellen Vorstand der FC Bayern München AG befindet sich dennoch jetzt niemand mehr, der auf eine Karriere als Profi-Fußballer zurückblickt. Um dieses Vakuum in sportlichen Fragen zu füllen, werden Hoeneß und Rummenigge bei Spielertransfers oder Vertragsverlängerungen wieder ein gewaltiges Wort mitsprechen. Ebenso wie bei der Suche nach einem neuen Sportvorstand. Präsident Hainer kündigte im Rahmen der Meisterfeierlichkeiten auf dem Marienplatz einen „Hochkaräter“ an. Nach Informationen unserer Zeitung hoffen die Münchner – mal wieder – auf eine Verpflichtung von Max Eberl. Problem: Der frühere Bayern-Spieler hat erst Ende des Jahres einen langfristigen Vertrag bis 2026 bei RB Leipzig unterschrieben.
Ersatz für Salihamidzic: Kurz-Comeback des ehemaligen Technischen Direktors möglich
Laut Hoeneß wollen sich die Verantwortlichen Zeit lassen, bis spätestens Weihnachten einen Ersatz für Salihamidzic gefunden haben. Daher gibt es andere Überlegungen: Der ehemalige Technische Direktor Michael Reschke könnte ein Kurz-Comeback in München feiern. Wie unsere Zeitung erfuhr, gibt es interne Gedankenspiele, ihn als Drei-Monatslösung für die anstehende Transfer-Periode zu installieren. Ein ähnliches Modell, wie es Jörg Schmadke in Liverpool praktizieren wird.
Allerdings ist Reschke zufrieden mit seinem Job als Europa-Chef der Berater Agentur CAA Stellar. Aber: Reschke hat noch immer ein gutes Standing in München, sowohl bei den Fans als auch bei den Bossen. Vor allem Rummenigge und Trainer Thomas Tuchel schätzen ihn sehr. Auch zu Dreesen und Hoeneß hat er ein gutes Verhältnis. Der Fußball-Kenner ist international bestens vernetzt, kennt den Verein und hat in seiner Zeit bei Bayern sehr gute Transfers getätigt, wie beispielsweise Joshua Kimmich oder Kingsley Coman.
Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern
Das sportliche Vakuum in der Führungsetage sorgt dafür, dass Trainer Tuchel bei Transfers noch mehr Mitspracherecht genießt, wie Vorstandschef Dreesen durchblicken ließ: „Wir haben Karl-Heinz Rummenigge neu im Team, wir haben Uli Hoeneß immer noch im Team und wir haben vor allem auch Thomas Tuchel im Team.“ Der Trainer kündigte noch auf dem Marienplatz an, dass er die nächsten Tage in der Stadt bleiben werde, um die neue Saison zu planen: „Wir werden alles geben, um die besten Entscheidungen zu treffen.“ In den Urlaub wird Tuchel daher erst mal nicht fahren. Acht bis zehn Tage soll und will der Coach nach der heutigen Aufsichtsratssitzung dauerhaft für das Gremium erreichbar sein – und seine Ideen einbringen. (Hanna Raif, Philipp Keßler, Manuel Bonke)