Für den FC Bayern endet der schwierige Monat Januar nach dem 2:2 beim Hamburger SV ohne Happy End. Die Stimmen der Münchner zur „gefühlten Niederlage“.
Wie gewohnt zeigten die Bayern dann ihre Comeback-Qualitäten, glichen durch Harry Kane schnell aus (42.), wollten mit einer Führung in die Halbzeit gehen. Dies gelang nicht, dennoch schien der Tabellenführer fast unmittelbar nach Wiederanpfiff durch den 2:1-Führungstreffer des zur Pause eingewechselten Luis Díaz auf die Siegerstraße zu gelangen. Ein Trugschluss: HSV-Innenverteidiger Luka Vušković egalisierte bereits wenige Zeigerumdrehungen später per Kopf (53.).
Anschließend liefen die Bayern bis tief in die Nachspielzeit fast schon verzweifelt an, wobei die Hanseaten stets mit ihren Kontern gefährlich blieben. Für viel Frustration auf Seiten des Rekordmeisters sorgte in der kampfbetonten Partie SR Harm Osmers, der quasi bei allen kritischen Situationen pro HSV entschied. Selbst ein früherer Kollege knüpfte sich nach dem Spiel den Norddeutschen vor.
Die Bayern-Stimmen zum 2:2 in Hamburg
FCB-Chefcoach Vincent Kompany
„Es gibt keine einfachen Spiele. Wir wussten, dass es heute ein schwieriges Auswärtsspiel wird, weil es keine einfachen Gegner gibt. Es gab heute sehr viele Unterbrechungen und es hätte womöglich 25 Minuten Nachspielzeit geben können. Es war kein gutes Spiel für uns, aber ein gutes Spiel für die Bundesliga, weil die Intensität von beiden Teams da war.
Meine Jungs haben gekämpft und das lasse ich mir nicht wegnehmen. Wir hatten jetzt sieben Spiele in 20 Tagen. Am Ende ist es ein Remis und keine Niederlage. Jetzt werden wir genau das machen, was wir immer machen, wir werden auf dem Platz reagieren.“
Sportvorstand Max Eberl
„Wir haben nur einen Punkt geholt und wollten gewinnen. Darüber ärgere ich mich. Wir haben immer gesagt, dass es nicht so einfach ist, wie es vermeintlich teilweise ausgesehen hat. Jetzt ist es gerade so, dass Fehler von uns bestraft werden. Wir mussten gegen extrem große Widerstände kämpfen.
Wir haben einen sehr harten Monat hinter uns. Und das ist gerade eine Phase, da müssen wir durch und der müssen wir uns stellen. Aber das sind keine Entschuldigungen. Wir hätten mehr Tore schießen können und auch besser verteidigen können. Wir sind durch den Monat jetzt durch und können eine Woche die Akkus aufladen. Physisch sind wir voll da, aber für den Kopf ist das jetzt gut.“
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„Für uns fühlt sich dieses Unentschieden natürlich mehr wie eine Niederlage an. Aber das ist ja auch ein gutes Zeichen, dass wir damit nicht zufrieden sind. Wir haben uns mehr vorgenommen. Ich glaube, uns hat heute so ein bisschen das Glück gefehlt. Das kann man sagen. Wir haben gute Chancen gehabt, gerade auch in der zweiten Halbzeit. Aluminium-Treffer, dann Situationen, wo auf der Linie geklärt wird.
Dann in der Box noch die eine oder andere Entscheidung, die dann nicht für uns gelaufen ist. Aber im Grunde genommen sind das so Spiele, wo es viel um Millimeter geht, wo es um Kampf geht. Wir haben auf jeden Fall einen harten Kampf abgeliefert. Deshalb können wir uns nichts vorwerfen. Wenn ich in die Gesichter der Kollegen schaue, dann ist das ein gutes Zeichen, dass wir nächste Woche wieder angreifen wollen.“
Harry Kane, Torschütze zum 1:1
„Es war ein schweres Spiel gegen ein gutes Team – gerade zu Hause, mit den Fans und der Atmosphäre. Die erste Halbzeit war schwierig, es war wahrscheinlich 50:50. Trotzdem hatten wir unsere Momente, in denen wir es im letzten Drittel besser hätten machen können. In der zweiten Halbzeit fand ich, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Wir wirkten wie die gefährlichere Mannschaft. Klar, wir mussten heute mit gewissen Standards umgehen, die nicht wirklich gut waren.
Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf den Kampf. Wir müssen weitermachen. Es war ein extrem intensiver Monat mit vielen Spielen, da dürfen wir jetzt nicht jammern. Die Saison ist noch lang, es gibt keinen Grund, nervös zu werden. Wir müssen uns einfach gut vorbereiten.“