VonMarius Eppschließen
Alle Sportler erleben sie: Tage, an denen einfach alles schief geht. Felix Neureuther macht ein ehrliches Eingeständnis: Auch er hat ab und zu zur Notlüge gegriffen.
München – Die Beine sind schwer, der Kreislauf schlapp und das Wetter sowieso nicht gut: Manchmal hat man einfach keine Lust auf Sport, das geht vielen Amateursportlern so.
Felix Neureuther machte seine Leidenschaft zum Beruf, verdiente mit dem Skifahren sogar gutes Geld. Hatte er deswegen jeden Tag Lust darauf? Natürlich nicht – auch bei ihm gab es Tage, an denen der Sport kein Genuss mehr war, sondern zur Last wurde.
Felix Neureuther macht Geständnis: Ex-Ski-Star simulierte Verletzungen
Die deutsche Ski-Ikone erinnert sich in seinem BR-Podcast „Pizza und Pommes“ an schwierige Momente, in denen er auch mal zur Notlüge griff. „Ich kenne es selbst als Leistungssportler: Es gibt Tage, da hast du einfach keinen Bock“, bekennt er.
„Da hab‘ ich auch mal zum Trainer gesagt: ‚Oh, mir tut der Rücken weh, ich kann heute nicht trainieren‘“, gibt Neureuther zu. Wie manch ambitionierter Hobbysportler schwänzte auch er Trainingseinheiten, weil er keine Lust darauf hatte.
Deichmann-Weltrekord macht Neureuther fassungslos
Umso mehr Respekt hat er deshalb vor Extremsportler Jonas Deichmann, der vor Kurzem einen schier unglaublichen Weltrekord aufstellte: 120 Ironman-Langdistanzen in 120 Tagen. Neureuther gesteht offen: Eine derartige Disziplin hätte er nicht aufgebracht.
Und klar ist: Neureuther dürfte bereits weitaus ambitionierter als der Durchschnittsmensch sein – wenn er das nicht gewesen wäre, hätte er sich nicht jahrelang im Leistungssport und in der Weltspitze seiner Sportart gehalten. Zu Deichmanns Weltrekordversuch sagt Neureuther: „Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das möglich ist.“
Ski-Ikone Neureuther spricht offen über „die ein oder andere Schmerztablette“
Die Slalom-Ikone hatte Zeit seiner Karriere nicht nur ab und zu mit allzu menschlichen Motivationsproblemen, sondern auch immer wieder mit ernsten körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Erschütternde Einblicke lieferte zuletzt auch sein Vater Christian. „Manchmal bin ich morgens nicht aus dem Bett gekommen“, verrät er.
Der Physiotherapeut habe ihn dann oft noch direkt im Bett behandelt. „Natürlich hat es auch die ein oder andere Schmerztablette oder den ein oder anderen Entzündungshemmer gegeben“, erzählt er vom harten Profi-Alltag. Während sein Kumpel Marcel Hirscher die Ski wieder angeschnallt hat, kommt ein Comeback für Neureuther aber nicht infrage. Ihn versetzen nun andere Dinge in Vorfreude – auch wenn seine Frau Miriam energisch widerspricht. (epp)
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