Neureuther reagiert

„Würde dich heiraten“: Neureuther reagiert auf völlig überraschendes Karriereende von Braathen

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Norwegens Ski-Hoffnung Lucas Braathen sorgt kurz vor dem ersten Rennen der Saison für eine Überraschung – und macht Schluss.

Sölden – Paukenschlag im alpinen Skizirkus! Der norwegische Skirennfahrer Lucas Braathen hat kurz vor dem Start der neuen Saison überraschend sein Karriereende verkündet. „Ich bin fertig“, sagte der 23-Jährige auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Freitag in Sölden. Dort steht für die Herren am Sonntag (10 und 13 Uhr/ZDF und Eurosport) der erste Riesenslalom des Winters an.

Lucas Braathen
Geboren:19. April 2000 (23 Jahre alt) in Oslo, Norwegen
Weltcupsiege:5
Karriereende:Oktober 2023

Braathen fühlt sich Medienkampagne ausgesetzt

Braathen war zuletzt mit dem norwegischen Skiverband in einem Streit um Vermarktungsrechte aneinander geraten. Der Technik-Spezialist hatte für eine Modemarke einen umstrittenen Werbestunt durchgeführt – und das offenbar ohne Genehmigung des Verbands. Dieser drohte dem Sölden-Sieger von 2020 und besten Slalom-Fahrer der vergangenen Saison daraufhin mit einer Geldstrafe. 

Die Öffentlichkeit und auch die Medien stehen in dieser Auseinandersetzung allerdings auf der Seite der Funktionäre. Braathen kritisierte deshalb, dass er „einige Monate lang einer Medienkampagne gegen mich“ ausgesetzt gewesen sei, „in der behauptet wurde, ich sei ein Egoist, denke nicht an die Gemeinschaft und sei gierig“.

Lucas Braathen beendet völlig überraschend seine Karriere. Felix Neureuther macht ihm ein Angebot.

Braathen fühlt „sich zum ersten Mal seit Jahren frei“

Braathen betonte teils mit Tränen in den Augen in seinem etwa 20-minütigem Monolog, er habe sich immer geschworen, mit seinem Sport nur „bis zu dem Tag weiterzumachen, an dem es mich nicht mehr so glücklich macht“. Nun fühle er sich „zum ersten Mal seit Jahren frei“.

Er sei nun, nachdem er seine Entscheidung öffentlich gemacht hat, zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahr glücklich, sagte Braathen. Zum ersten Mal seit Jahren fühle er sich frei. Seine Teamkollegen habe er am Donnerstagabend über den Schritt, zu dem er sich vor mehreren Wochen entschieden habe, informiert.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Neureuther reagiert auf überraschendes Karriereende

Er gebe allerdings „nicht aus Protest auf, weil ich rachsüchtig oder verbittert bin“, sagte der extrovertierte Braathen. Er gehörte zuletzt zu einer der schillerndsten Figuren der Ski-Szene und zu einer der größten Hoffnungen der Norweger für die nächsten Jahre.

Auf Instagram reagierten in kurzer Zeit viele Wegbegleiter von Braathen auf den überraschenden Schritt – unter anderem Felix Neureuther. Der erfolgreichste deutsche Skifahrer im Weltcup schrieb: „Ich kann das nicht glauben. Wenn es wegen des Verbandes ist, würde ich dich heiraten und dann kannst du für Deutschland starten. Meine Frau wäre damit völlig einverstanden.“ (dpa/sid/kk)

Rubriklistenbild: © Montage: Ulrich Wagner/Gruppo LiveMedia/imago

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