„Die Obersten kapieren es einfach nicht“: Schul-Dilemma bringt Neureuther auf die Palme
VonMelanie Gottschalk
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Felix Neureuther fordert vehement mehr Bewegung in der Schule. Der Ski-Star prangert die Entwicklungen an und kritisiert die Politik.
München – Es ist nicht das erste Mal, dass Felix Neureuther über das Thema Bewegung an deutschen Schulen spricht, er wird aber auch nicht müde, die Wichtigkeit dessen zu betonen. In seinem ARD-Podcast „Pizza & Pommes“ sprach Neureuther nun erneut mit Ex-Bundesliga-Trainer Manuel Baum über die fehlende Bewegung bei Kindern – und kritisierte auch die Politik.
Felix Neureuther wird deutlich: „Unser System ist so extrem verkrustet“
„Weil unser System so extrem verkrustet ist, weil die Bürokratie so extrem kompliziert ist, dauert es eine lange Zeit, etwas umzusetzen“, sagte Neureuther in dem Podcast. In der Zwischenzeit seien fünf verschiedene Personen für das Thema zuständig und es passiere nichts. „Dem einen ist es wichtiger, dem anderen ist es nicht so wichtig. Und dann schiebt der das wieder da hin. Das ist eigentlich das, was mich ehrlich gesagt, so aufregt“, sagte Neureuther.
Es gehe um die Kinder und es gehe um die Zukunft. „Es geht um die Gesundheit der Kinder. Du kannst alles wunderbar vereinen: Bewegung, Kreativität und Bildung. Aber es kapieren die Obersten einfach noch nicht“, nahm er auch die Politik in die Pflicht. „Irgendwann müssen wir doch aber versuchen, da eine Lösung zu finden, dass wir ein vernünftiges System für die wichtigsten Menschen haben, die es in unserem Land gibt. Und das sind nun mal die Kinder.“ Neureuther ist selbst Vater von drei Kindern.
Bewegung an Schulen: Ex-Bundesliga-Trainer nimmt Politik in die Pflicht
Ex-Bundesliga-Trainer Manuel Baum kann Neureuther bei dem Thema nur zustimmen. „Wenn ich das Thema wirklich fördern möchte, dann muss es Vorgaben geben, die einzuhalten sind. Das ist die Aufgabe der Bildungspolitik“, sagte er im Podcast „Pizza & Pommes“.
Man müsse eine Vision haben und diese dann auch umsetzen. „Daraufhin muss ich dann eine Strategie bauen und die ganzen Regularien darauf auslegen, dass das dann eben passiert. Alles andere sind nur Lippenbekenntnisse und wird nicht funktionieren“, sagte Baum.
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88 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen in Deutschland zwischen 11 und 17 Jahren bewegen sich laut einer Studie der WHO zu wenig. Die WHO empfiehlt für Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität bei moderaten bis hohen Intensitäten.
Bewegung an Schulen ist jedoch nicht das einzige Thema, zu dem Felix Neureuther eine klare Meinung hat – gerade die Digitalisierung im Kinderzimmer umtreibt ihn. „Unsere Große kam gerade in die Schule. Wenn einem dann empfohlen wird, für das Kind ein Tablet zu besorgen, um das Schreiben zu lernen, muss ich klar sagen: Sorry, da bin ich raus“, sagte er kürzlich in einem Interview mit dem österreichischen Portal heute. (msb)