Klub-WM 2025: Modus, Teams, Format, Geschichte & alle Infos
VonNiklas Kirk
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Die Klub-WM 2025 revolutioniert den Vereinsfußball mit 32 Teams, neuem Modus und neuem Turnierformat. Alle Infos zum Mammut-Wettbewerb der FIFA.
Frankfurt – Im Juni 2025 wird die FIFA Klub-WM erstmals im rundum erneuerten Format an den Start gehen. Im Vergleich zur ursprünglichen Fassung haben sich nicht nur der Zeitpunkt der Austragung, sondern vor allem die Anzahl der Teilnehmer verändert. Alle Infos über den neuen Modus und die 32 Teilnehmer aus allen Kontinentalverbänden erhalten Sie hier.
Klub-WM 2025: Revolution im Vereinsfußball – der Weg bis zum heutigen Format
Im Dezember 2022 richteten sich alle Augen der Fußballwelt auf Katar. Nicht nur fand dort die Fußball-Weltmeisterschaft statt, sondern gleichzeitig verkündet Präsident Gianni Infantino in Doha die revolutionäre Reform der FIFA-Klub-WM. Mehr Mannschaften sollen dafür sorgen, das Turnier „wirklich wie eine Weltmeisterschaft“ werden zu lassen, so der Präsident damals.
Gleichzeitig bedeutete dies das Ende des bisherigen Modus und seiner Vorgängerformate. Die bisherige jährliche Variante mit sieben Teams wird durch den FIFA-Interkontinental-Pokal ersetzt, während die erweiterte Klub-WM mit 32 Teams alle vier Jahre stattfinden wird. Die Klub-WM wurde in ihrer bisherigen Form seit dem Jahr 2000 ausgetragen. Die erste Austragung der Klub-WM fand mit acht Teams statt, die in zwei Gruppen à vier Mannschaften jeweils einmal gegeneinander antraten. Danach trafen die Gruppenersten im Finale aufeinander, während die Zweitplatzierten um Platz drei spielten.
Für das Jahr 2001 war ein Turnier mit zwölf Teilnehmern in Spanien vorgesehen, wobei die geplante Struktur drei Vierer-Gruppen vorsah. Die drei Gruppensieger sowie der punktbeste Zweitplatzierte hätten das Halbfinale bestritten. Jedoch wurde das Turnier abgesagt und bis zum Jahr 2005 geriet der Wettbewerb in Vergessenheit.
Diese Klubs haben Geschichte geschrieben: Alle Sieger der Klub-WM
2005–2007: Format mit sechs Teams, später auf sieben erweitert
Im Jahr 2005 erfolgte seine Wiederauferstehung und das Turnier wurde 2005 und 2006 mit sechs Mannschaften ausgetragen. Dafür wurde das Format ab 2005 bis 2023 auf ein K.-o.-System umgestellt: Die Klubvertreter aus Europa und Südamerika starteten direkt im Halbfinale, während die Mannschaften der übrigen vier Kontinentalverbände – Asien (AFC), Afrika (CAF), Nord- und Zentralamerika sowie Karibik (CONCACAF) und Ozeanien (OFC) – in einem Viertelfinale die Halbfinalgegner ermittelten. Neben dem Endspiel wurden auch Platzierungsspiele durchgeführt: Die Verlierer der Halbfinals spielten um Rang drei, die der Viertelfinals um Platz fünf. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2007, in dem das Spiel um Platz fünf entfiel.
Eine bedeutende Änderung wurde 2007 eingeführt, nachdem Australien von der Ozeanien- in die Asienkonföderation gewechselt war. Da die OFC-Klubs dadurch an Wettbewerbsstärke verloren, erhielt fortan der Landesmeister des Gastgeberverbands einen festen Startplatz, und die Klub-WM erhöhte ihre Teilnehmerzahl auf sieben – ein Format, das bis zur großen Reform im Jahr 2025 Bestand hatte. Der jeweilige Gastgeber trat fortan in einer Qualifikationsrunde gegen den OFC-Vertreter an, um sich einen Platz im Viertelfinale zu sichern.
Dort stiegen auch die Sieger aus Asien, Nordamerika und Afrika in den Wettbewerb ein. Erst im Halbfinale kamen die europäischen und südamerikanischen Vertreter hinzu. Da jedoch pro Landesverband nur ein Verein starten durfte, galt: Wenn ein Klub aus dem Gastgeberland gleichzeitig den kontinentalen Titel gewann, rückte der bestplatzierte Klub desselben Wettbewerbs nach, der nicht dem Gastgeberverband angehörte. Kam es vor, dass der Kontinentalpokalsieger oder Gastgebervertreter nicht zur jeweiligen Konföderation gehörte, übernahm die bestplatzierte Mannschaft der betreffenden Konföderation dessen Startplatz im Turnier.
Erstmalige Austragung, tiefgreifende Veränderungen – Bedeutung der FIFA Klub-WM
Dürfen sich Fans vor allem auf Begegnungen freuen, die in herkömmlichen Turnieren nicht zustande kämen, bedeutet die reformierte Klub-WM für zahlreiche Akteure im Weltfußball eine regelrechte Zäsur. Unter anderem setzte sich die Sportschau mit den Konsequenzen für folgende Interessengruppen auseinander:
Spielergewerkschaften: Vor allem für Spitzenspieler nimmt die Belastung weiter zu. Ein zusätzliches Turnier bedeutet mehr Spiele in einem ohnehin übervollen Kalender. Die internationale Spielergewerkschaft FIFPRO warnt vor ernsten Folgen. Gleichzeitig profitieren Spieler auch finanziell: Ein erheblicher Teil der Turniereinnahmen fließt in Gehälter und Beraterhonorare.
Nationale Ligen: Mit der Klub-WM drängt die FIFA noch stärker in den Markt der Medienrechte. Da auch die UEFA durch die aufgewertete Champions League höhere Erlöse erzielen will, geraten nationale Wettbewerbe wie der DFB-Pokal oder die Bundesliga zunehmend unter Druck. Es könnte ein Verdrängungswettbewerb um die begrenzten Mittel der Sender und Streamingplattformen entstehen.
Kleinere Klubs: Da primär Topklubs finanziell vom neuen Format profitieren, droht sich die Schere in nationalen Ligen weiter zu öffnen. Kleinere Vereine könnten langfristig kaum noch mithalten. Derzeit läuft ein Rechtsstreit zwischen FIFPRO und dem Weltverband der Ligen auf der einen sowie der FIFA auf der anderen Seite. Die Kläger fordern mehr Mitbestimmung bei der Planung des Spielkalenders – auch der europäische Ligenverband hat sich dieser Forderung angeschlossen.
Frauen-EM: Ein weiterer Streitpunkt ist der Terminkonflikt mit der UEFA Frauen-Europameisterschaft 2025. Die Klub-WM der Männer ist vom 14. Juni bis 13. Juli in den USA angesetzt – die Frauen-EM beginnt am 2. und endet am 27. Juli in der Schweiz. Damit überlagert das neue Turnier der Männer die ersten elf Tage der EM. Zwar fällt das EM-Eröffnungsspiel auf einen Ruhetag der Klub-WM, doch mehrere entscheidende Partien überschneiden sich: Das Klub-WM-Viertelfinale und beide Halbfinals finden parallel zu EM-Spielen statt.
UEFA: Im Ringen um Einfluss gerät die UEFA durch die FIFA-Initiative in eine heikle Lage. Die FIFA stärkt ihre Position bei den europäischen Topklubs – einem Machtbereich, den auch die UEFA dringend benötigt. Eine Abwertung der Champions League zur bloßen Nummer zwei auf Klubebene ist nicht ausgeschlossen. Die UEFA kann sich diesen Entwicklungen sportpolitisch kaum entgegenstellen, da sie auf die Loyalität der Spitzenklubs im Kampf gegen die Super League angewiesen ist.
FIFA Klub-WM 2025: Infos zum Turnier – Termine, Austragungsorte & Spiele
Die reformierte Klub-Weltmeisterschaft findet im Zeitraum vom 14. Juni (Eröffnungsspiel Al Ahly - Inter Miami mit Lionel Messi am 15. Juni um 2 Uhr MESZ) bis 13. Juli 2025 statt. Austragungsland sind die USA, wo in 12 Stadien in 11 Städten gespielt wird. Als Austragungsstädte haben sich Atlanta, Charlotte, Cincinnati, Los Angeles, Miami, Nashville, East Rutherford, Orlando, Philadelphia, Seattle und Washington D.C. in Position gebracht.
Insgesamt nehmen 32 Mannschaften an dem Turnier teil. In den knapp vier Wochen werden 63 Partien ausgetragen – ein Wettbewerb von bislang unerreichter Größenordnung im Klubfußball.
Detaillierte Erklärung des Modus – von der Gruppenphase bis zum Finale
Die Klub-Weltmeisterschaft beginnt mit einer Gruppenphase, in der insgesamt 8 Gruppen gebildet werden, die jeweils aus 4 Teams bestehen. In dieser ersten Turnierphase spielen alle Mannschaften innerhalb ihrer Gruppe nach dem Prinzip „jeder gegen jeden“ gegeneinander. So hat jedes Team die Möglichkeit, sich in drei Spielen zu beweisen und Punkte zu sammeln. Am Ende dieser Gruppenphase qualifizieren sich jeweils die beiden besten Teams jeder Gruppe für die nächste Runde.
Damit steigen insgesamt 16 Mannschaften in die K.o.-Phase auf, die mit dem Achtelfinale startet. Im Anschluss folgen das Viertelfinale, das Halbfinale und schließlich das große Finale, in dem der neue Klub-Weltmeister ermittelt wird. Das Endpsiel findet am 13. Juli 2025 (21 Uhr MESZ) im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) statt. Mit diesem Turnierformat wollen die Ausrichter die Spannung eines Ligasystems in der Gruppenphase mit der Dramatik des direkten Ausscheidens in der K.o.-Runde verbinden.
Wer darf mitspielen? Die Qualifikationskriterien der FIFA Klub-WM
Die 32 Startplätze der reformierten Klub-Weltmeisterschaft verteilen sich auf alle sechs Kontinentalverbände und spiegeln damit die globale Ausrichtung des Turniers wider. Für die UEFA (Europa) gibt es mit 12 Startplätzen das größte Kontingent und unterstreicht damit die dominierende Rolle europäischer Klubs im Weltfußball. Die CONMEBOL (Südamerika) folgt mit 6 Startplätzen und bringt traditionell starke Mannschaften aus fußballbegeisterten Nationen wie Brasilien und Argentinien ins Rennen.
Die CONCACAF, der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, erhält 4 Startplätze, wobei ein zusätzlicher Platz automatisch an den Gastgeber vergeben wird – im Jahr 2025 also an die USA. Auch die CAF (Afrika) und die AFC (Asien) sind mit jeweils 4 Startplätzen vertreten und bieten damit ihren besten Klubs die Bühne auf globalem Niveau. Die OFC (Ozeanien) schließlich erhält einen Startplatz, was den vergleichsweise kleineren Wettbewerb im ozeanischen Raum widerspiegelt.
Um dem Wettbewerb ein hohes sportliches Niveau zu garantieren, setzt die FIFA auf ein Rankingsystem, aus dem sich die jeweiligen Teilnehmer der Kontinentalverbände ergeben. Die Qualifikation basiert auf den Leistungen der Klubs in den jeweiligen kontinentalen Spitzenwettbewerben der letzten vier Spielzeiten. Für europäische Klubs gilt eine Ausnahmeregelung: Hier wird das bestehende UEFA-Klubkoeffizientensystem angewendet.
Zwölf beeindruckende Arenen: Die Spielstätten der Klub-WM 2025
Bei Konföderationen mit mehr als vier Plätzen - hier die CONMEBOL mit sechs Vertretern – qualifizieren sich neben den Turniersiegern auch die bestplatzierten Klubs laut Ranking. Bei vier verfügbaren Plätzen qualifizieren sich die Gewinner der kontinentalen Wettbewerbe. Falls ein Klub mehrfach gewinnt, rückt der nächstbeste Verein im Ranking nach. Konföderationen mit weniger als vier Plätzen entsenden nur die besten unter den Titelträgern.
Wer ist für die FIFA Klub-WM qualifiziert? Alle Teilnehmer in der Übersicht
AFC (Asien)
Al-Hilal (Saudi-Arabien)
Urawa Red Diamonds (Japan)
Al Ain Club (Vereinigte Arabische Emirate)
Ulsan HD FC (Südkorea)
CAF (Afrika)
Al Ahly SC (Ägypten)
Wydad Casablanca (Marokko)
Espérance Tunis (Tunesien)
Mamelodi Sundowns (Südafrika)
CONCACAF (Nord-, Mittelamerika & Karibik)
CF Monterrey (Mexiko)
Seattle Sounders (USA)
Club León (Mexiko)
CF Pachuca (Mexiko)
Inter Miami (USA)
Los Angeles FC (USA)
CONMEBOL (Südamerika)
Palmeiras São Paulo (Brasilien)
Flamengo Rio de Janeiro (Brasilien)
Fluminense Rio de Janeiro (Brasilien)
Botafogo FR (Brasilien)
River Plate (Argentinien)
Boca Juniors (Argentinien)
OFC (Ozeanien)
Auckland City FC (Neuseeland)
UEFA (Europa)
FC Chelsea (England)
Real Madrid (Spanien)
Manchester City (England)
FC Bayern München (Deutschland)
Paris Saint-Germain (Frankreich)
Borussia Dortmund (Deutschland)
Inter Mailand (Italien)
FC Porto (Portugal)
Atlético Madrid (Spanien)
Benfica Lissabon (Portugal)
Juventus Turin (Italien)
FC Red Bull Salzburg (Österreich)
Diese 32 Teams kämpfen 2025 um den Klub-WM-Titel in den USA
Die deutschen Teilnehmer: FC Bayern München und Borussia Dortmund
Die Gruppenkonstellationen und Gegner stehen inzwischen fest – und versprechen hochklassige Begegnungen. Borussia Dortmund trifft in seiner Gruppe auf Mamelodi Sundowns (Südafrika), Ulsan HD FC (Südkorea) und Fluminense Rio de Janeiro (Brasilien). Eine Gruppe mit sehr unterschiedlichen Spielstilen, die dem BVB alles abverlangen wird.
Der FC Bayern München bekommt es in seiner Gruppe mit Auckland City FC (Neuseeland), Boca Juniors (Argentinien) und Benfica Lissabon (Portugal) zu tun. Die Münchner treffen damit auf zwei absolute Traditionsvereine aus Südamerika und Europa sowie den Dauermeister Ozeaniens – eine anspruchsvolle, aber machbare Aufgabe für den deutschen Rekordmeister.
Die FIFA Klub-WM 2025 findet vom 14. Juni (Eröffnungsspiel Al Ahly - Inter Miami mit Lionel Messi am 15. Juni um 2 Uhr MESZ) bis 13. Juli 2025 in den USA statt. Gespielt wird in 12 Stadien in 11 verschiedenen Städten.
Wie viele Teams nehmen an der Klub-WM 2025 teil?
An der Klub-WM 2025 nehmen erstmals 32 Teams teil, deutlich mehr als bei den bisherigen Ausgaben mit nur 7 Mannschaften.
Wie funktioniert der Modus der Klub-WM 2025?
Das Turnier beginnt mit einer Gruppenphase (8 Gruppen à 4 Teams), gefolgt von einer K.o.-Phase mit Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Die beiden besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Achtelfinale.
Wie haben sich die Teams für die Klub-WM 2025 qualifiziert?
Die Qualifikation erfolgte über zwei Wege: Entweder durch den Gewinn der kontinentalen Klubwettbewerbe (z.B. Champions League) in den Jahren 2021-2024 oder über die Kontinental-Koeffizienten der Klubs im selben Zeitraum.
Welche deutschen Teams nehmen an der Klub-WM 2025 teil?
Aus Deutschland nehmen der FC Bayern München und Borussia Dortmund teil. Beide haben sich über die UEFA-Koeffizienten-Rangliste qualifiziert.
Wie oft wird die Klub-WM in diesem Format ausgetragen?
Die Klub-WM im neuen 32-Team-Format soll alle vier Jahre stattfinden. Die bisherige jährliche Version wird durch den FIFA-Interkontinental-Pokal ersetzt.
Wo findet das Finale der Klub-WM 2025 statt?
Das Finale der Klub-WM 2025 findet am 13. Juli 2025 (21 Uhr MESZ) im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) nahe New York statt.
Wie unterscheidet sich das neue Format vom alten?
Das neue Format umfasst 32 statt 7 Teams, dauert einen Monat statt einer Woche und findet alle vier Jahre statt jährlich statt. Zudem gibt es eine Gruppenphase mit anschließender K.o.-Runde.