VonChristoph Wutzschließen
Haas-Teamchef Günther Steiner und Formel-1-Pilot Mick Schumacher werden wohl keine Freunde mehr. Jetzt schießt der Südtiroler einmal mehr gegen den 24-jährigen Fahrer.
Kannapolis – Bereits während ihrer Zusammenarbeit im letzten Jahr wurde deutlich, dass Günther Steiner, der Teamchef von Haas in der Formel 1, keine hohe Meinung von Fahrer Mick Schumacher hat. Nachdem der Südtiroler den Vertrag von Schumi Jr. nach der vergangenen Saison nicht verlängerte und ihn mehrmals öffentlich kritisierte, tritt er nun in seinem Buch „Surviving to Drive“, das Ende April veröffentlicht wird, weiter gegen den 24-Jährigen nach. The Times berichtet vorab über Auszüge aus dem Buch.
| Mick Schumacher |
| Geboren: 22. März 1999 in Genolier, Schweiz |
| Nationalität: Deutsch |
| Team: Ersatzfahrer für Mercedes AMG F1 Team und McLaren Racing |
| größter Erfolg: Formel-2-Weltmeister mit Prema Racing (2020) |
Steiner traut Schumacher nicht zu, „ein Auto sicher durch eine langsame Runde zu bringen“
Steiner beschreibt in seinem Buch eine Situation, die sich im Freien Training beim Großen Preis von Japan in Suzuka zuegtragen hatte. Dabei hatte Schumacher im ersten freien Training auf dem Weg in die Box aufgrund von starkem Regen einen Unfall, der das Chassis seines Boliden schwer beschädigte. Laut Steiner verursachte die Reparatur des Schadens Haas etwa 700.000 US-Dollar. Der Teamchef kommentiert die Szene in seinem Buch wütend: „Es ist auf der verf***ten In-Lap passiert. Auf der In-Lap!“
Weiter schreibt er: „Natürlich war es sehr nass auf der Strecke, aber kein anderer hat es geschafft, auf dem Weg zurück an die Box sein Auto zu verlieren. Wir haben nach fünf Minuten ein Auto verloren und mussten ein neues bauen.“ Da die Zeit bis zum zweiten freien Training dafür darauf ging, konnte Schumacher nicht am zweiten freien Training teilnehmen. Steiner schreibt dem Deutschen die Eignung dazu in seinem Buch fast komplett ab: „Ich kann keinen Fahrer haben, dem ich nicht zutraue, ein Auto sicher durch eine langsame Runde zu bringen.“
Steiner: „Mick Schumacher hat uns zwei Millionen Dollar an Unfallschäden gekostet“
Nachdem Schumacher im letzten Jahr bei den Rennen in Monaco und in Saudi-Arabien bereits in zwei Unfälle verwickelt war, scheint dieser Vorfall das Fass für Steiner zum Überlaufen gebracht zu haben. Zumal der Sohn der Formel-1-Legende Michael Schumacher auch selten mit guten Leistungen überzeugen konnte.
Aus finanzieller Sicht war er wohl nicht mehr tragbar, wie der Haas-Teamchef in seinem Buch sehr konkret ausführt: „Mick Schumacher hat uns zwei Millionen Dollar an Unfallschäden gekostet“ – eine zu starke Belastung für das klamme Budget des US-amerikanischen Rennstalls, die zur Trennung vom 24-Jährigen am Ende der vergangenen Saison führte.
Mick Schumacher Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes und McLaren
Für die neue Saison nahm kein Team Schumacher als festen Fahrer unter Vertrag, inzwischen ist er aber immerhin als Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes und McLaren angestellt. Zuletzt war er auch auf zwei Rädern unterwegs und erntete dafür Zuspruch seiner Fans. Seinen Platz bei Haas nahm sein Landsmann Nico Hülkenberg ein und überzeugte bisher in den ersten Rennen dieser Saison mit guten Leistungen. (wuc)
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Melanie Gottschalk sorgfältig überprüft.
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