VonChristopher Michelschließen
Die Qualität des Rasens im Frankfurter Deutsche Bank Park ist ein wiederkehrendes Problem bei der EM. Spieler rutschen, Löcher tun sich auf.
Frankfurt – Die Ereignisse vom 26. März dieses Jahres sind sicherlich noch frisch im Gedächtnis von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Obwohl Deutschland die Niederlande mit 2:1 besiegte, war der Zustand des Rasens im Frankfurter Deutsche Bank Park ein großes Ärgernis für den Trainer. Er äußerte sich wie folgt: „Leider ist der Platz eine Katastrophe, wirklich eine Katastrophe. Da gab es viele Situationen im letzten Drittel, als wir weggerutscht sind.“
DFB-Star Musiala hatte im März Probleme mit dem Frankfurter Rasen
Bereits im März hatte Deutschland Schwierigkeiten mit dem Rasen. Jamal Musiala hatte insbesondere „mit seinen Haken“ Probleme, sich auf dem Rasen der Mainmetropole zu behaupten. Der junge Spieler äußerte seine Frustration: „Ich bin bei gefühlt jeder Aktion ausgerutscht. Das Feld ist jedes Mal weggegangen, bei jeder Drehung. Zum Glück habe ich überlebt.“ Niko Kovac, der damalige Trainer des VfL Wolfsburg, äußerte sich nach einem Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt ähnlich: „Ich weiß nicht, ob der Platz jemals so schlecht war.“ Leider hat sich die Situation während der laufenden Europameisterschaft nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.
Im ersten EM-Gruppenspiel zwischen Belgien und der Slowakei (0:1) rutschten viele Spieler aus und traten immer wieder Löcher in den Rasen. Schon nach wenigen Minuten flogen die Rasenfetzen durch die Luft, der Rasen war extrem rutschig. Auch im zweiten Spiel zwischen England und Dänemark (1:1) änderte sich nichts an diesem Zustand. Die DFB-Stars sind vor ihrem Spiel gegen die Schweiz am Sonntagabend (21 Uhr) gewarnt.
Poulsen und Maehle warnen DFB-Stars
Yussuf Poulsen, der dänische Stürmer, der seit 2016 regelmäßig mit RB Leipzig im Deutsche Bank Park spielt, kennt den Platz gut. Er warnte seine Kollegen: „Der Rasen hier ist halt immer so. Das ist nichts Neues. Und habe den Jungs auch schon gesagt, dass sie die Stollenschuhe auspacken sollen, denn nach 20 Minuten wird es rutschig.“ Joakim Maehle vom VfL Wolfsburg bestätigte diesen Eindruck: „Es war nicht der beste Rasen. Wir hatten Schwierigkeiten, darauf zu rennen.“
Obwohl der Zustand des Platzes nicht als Ausrede diente, da beide Teams davon betroffen waren, gab es verschiedene Beobachtungen. Bukayo Saka, der Star von Arsenal, wechselte bereits während des Aufwärmens die Schuhe, und Kyle Walker, der Außenverteidiger von Manchester City, tat dies nach wenigen Spielminuten. In der Halbzeitpause bemühten sich jeweils vier Greenkeeper, die größten Löcher zu stopfen. Kurzfristig müssen alle Teams mit dem „Rutsch-Rasen“ zurechtkommen.
Eintracht muss eine Lösung des Rasen-Problems finden
Eintracht Frankfurt sollte schnellstmöglich eine Lösung für dieses anhaltende Problem finden. Laut eines Berichts der Bild vom März werden die beiden NFL-Spiele im November als Hauptursache für das Problem angesehen. Der Hybrid-Rasen, der ursprünglich auch die Europameisterschaft überstehen sollte, musste danach ausgetauscht werden. Der Stadionbetreiber entschied sich für einen normalen Rasen. Dies war zwar eine kostengünstigere Option, aber der jetzige Zustand ist ein Debakel. Dino Toppmöller, der Trainer von Eintracht, äußerte sich nach dem Länderspiel: „Das ist schon sehr lange ein Thema. Wir haben es erleben müssen, wie es ist. Die Spieler sind viel weggerutscht.“
Es stehen noch drei Spiele in Frankfurt an: Deutschland gegen die Schweiz, Slowakei gegen Rumänien (26. Juni/18 Uhr) und ein Achtelfinale am 1. Juli (21 Uhr). Danach gibt es Zeit, den Rasen, der einer Eisbahn ähnelt, auszutauschen. Musiala und seine Kollegen wissen, was auf sie zukommt. Sie sollten sich nach den warnenden Worten der dänischen Profis auf das richtige Schuhwerk vorbereiten.
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