VonJohannes Skibaschließen
Lucas Alario hat keine Zukunft mehr bei Eintracht Frankfurt. Mit Grêmio und Internacional haben jetzt wohl zwei große brasilianische Vereine Interesse angemeldet.
Porto Alegre – Der südamerikanische Fußball ist unter anderem für seine großen Rivalitäten bekannt. Neben vielen feurigen Duellen auf dem Platz, liefern sich viele rivalisierende Klubs auch auf dem Transfermarkt immer wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen um begehrte Fußballspieler. Eintracht Frankfurts Lucas Alario ist nun offenbar das gemeinsame Ziel zweier großen brasilianischer Vereine aus Porto Alegre, der Millionenstadt aus dem südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul.
Wird Eintracht Frankfurts Lucas Alario der Nachfolger von Luis Suárez?
Grêmio und Internacional haben beide ein Auge auf den unglücklichen Stürmer von Eintracht Frankfurt geworfen, der in dieser Saison kein Pflichtspiel absolviert hat und den Verein verlassen soll. Vom Interesse Inters berichten unter anderem die großen brasilianischen Medien UOL und Globo übereinstimmend, während die Journalisten Talis Andrey und Uriel Iugt unabhängig voneinander von Grêmios Augenmerk auf Alario schreiben.
Auch in diesem Jahr haben sich die brasilianischen Erzfeinde einen spektakulären Wettstreit auf dem Transfermarkt geliefert. Der Uruguayer Luis Suárez wechselte Anfang des Jahres in die Hafenstadt. Mit 17 Treffern wurde er Zweiter der Torschützenliste und ballerte den Aufsteiger zur Vize-Meisterschaft. Vergangene Woche wurde der 36-Jährige kurz nach Saisonende sogar zum besten Spieler der brasilianischen Série A gewählt. Der Deal entpuppte sich als voller Erfolg. Konkurrent Inter verpflichtete als indirekte Reaktion auf den Suárez-Deal ein halbes Jahr später den ecuadorianischen WM-Star Enner Valencia. Im Januar wird wiederum Suárez Porto Alegre in jedem Fall verlassen und höchstwahrscheinlich zu seinem guten Freund Lionel Messi nach Miami wechseln. Das bringt nun wieder Grêmio in Zugzwang.
Eintracht-Flop Alario könnte bei Internacional Traumduo mit WM-Star bilden
Somit könnte Lucas Alario von Eintracht Frankfurt der direkte Nachfolger von Luis Suárez bei Grêmio werden. Der Argentinier würde dann sogar in der Copa Libertadores, dem hoch angesehenen und wichtigsten südamerikanischen Vereinswettbewerb, spielen und im Team gleich einen wichtigen Platz einnehmen.
Doch auch Inter buhlt um den 31-jährigen Argentinier der SGE, der schon im Sommer von „Colorado“ beobachtet wurde. Die Brasilianer entschieden sich zwar für Valencia, doch der Ecuadorianer soll für die kommende Saison nach Möglichkeit einen Sturmpartner bekommen, damit die brasilianischen Defensiven sich nicht ausschließlich auf den 34-Jährigen fokussieren. Mit dem Trainer Eduardo Coudet würde Alario außerdem auf einen Landsmann an der Seitenlinie treffen, der darüber hinaus einen Spielertypen wie den kopfballstarken Strafraumstürmer gerne in seiner Mannschaft hätte.
Eintracht Frankfurt kann auf Alario-Wechsel im Januar hoffen
Problematisch könnte es für Internacional bei einer Verpflichtung von Eintracht Frankfurts Lucas Alario allerdings hinsichtlich der Kaderregistrierung werden. Aktuell sind bereits acht ausländische Spieler im Team. Erlaubt sind sieben. Das verkompliziert die Situation und könnte Kontrahent Grêmio einen Zeitvorteil verschaffen. Ex-Verein River Plate beschäftigt sich übrigens aktuell wohl nicht mit einer Rückkehr des Angreifers.
Das neue Interesse aus Brasilien kommt der SGE zugute. Denn die Saison in Südamerika beginnt entsprechend dem Jahreskalender, sodass anders als in Europa im Januar und Februar die größten Kaderbewegungen auf dem fußballverrückten Kontinent stattfinden. Somit rückt ein zeitnaher Abgang des Eintracht-Sorgenkindes näher. Wegen des hohen Gehalts von Alario, das deutlich über zwei Millionen Euro betragen soll, ziehen Inter und Grêmio auch ein einjähriges Leihgeschäft ab Jahresbeginn in Betracht. Der Vertrag des Argentiniers läuft noch bis zum Sommer 2025.
Alario fühlt sich wohl in Frankfurt, aber nicht bei der Eintracht
Für Alario ist die Zeit bei Eintracht Frankfurt als großes Missverständnis zu bewerten. Mit nur zwei Toren und einem 90-minütigen Einsatz in anderthalb Jahren fällt die Bilanz des Angreifers in Frankfurt katastrophal aus. Neu-Trainer Dino Toppmöller verzichtete gänzlich auf den Argentinier.
Dennoch scheint der Offensivspieler seine Zeit in Frankfurt zu genießen. Erst letzte Woche zeigte er sich auf seinen Social-Media-Kanälen gut gelaunt und mit einem grünen Smoothie in der Hand auf der Frankfurter Zeil. Es könnte einer seiner letzten Besuche auf der beliebten Frankfurter Einkaufsmeile gewesen sein. Porto Alegre ist allerdings ebenfalls eine schöne Stadt. (jsk)
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