Bayern-Coach verrät, was ihm vor dem Spiel in Frankfurt wichtig ist
VonPeter Grad
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Die Saisonbilanz des FC Bayern ist vor dem Spiel beim Bundesliga-Vierten Eintracht Frankfurt noch makellos. Für Bayerntrainer Vincent Kompany zählen jedoch andere Dinge als Rekorde.
München – Besser hätte der Saisonstart aus Perspektive des FC Bayern nicht laufen können. Mit dem 5:1-Sieg beim zyprischen Meister Paphos FC am 2. Champions-League-Spieltag setzte die Mannschaft von Vincent Kompany ihre Siegesserie fort und entschied auch das neunte Pflichtspiel der noch jungen Spielzeit für sich. Damit stellte die Kompany-Truppe – aufgrund des zusätzlich überragenden Torverhältnisses (35:8 Tore; + 27) – einen Startrekord im deutschen Profi-Fußball seit der Bundesliga-Gründung im Jahr 1963 auf.
Dies ist eine beeindruckende Statistik, der der FCB-Chefcoach allerdings keine große Bedeutung beimisst. Mit so etwas beschäftige er sich nicht, erklärte der 39-Jährige auf der Spieltags-PK: „Wichtig ist, dass wir im März dabei sind, wenn es um die Titel geht.“ Gegen Frankfurt gehe es vielmehr darum, „ dass wir weiter unser Momentum behalten und wir die Leistung bringen, die uns helfen wird. Das hat für uns Priorität.“
Kompany-Ziel: Mit starker Leistung und drei Punkten auf die Wiesn
Sein Team werde daher alles dafür tun, „dass die Leistung stimmt, dass wir gewinnen und drei Punkte holen.“ Das wäre für die Bayernspieler übrigens auch die optimale Einstimmung für den gemeinsamen Wiesn-Besuch am Sonntag, ehe sich ein Großteil des Kaders wieder auf Länderspielreise zu den WM-Qualifikationsspielen begeben wird.
Um richtig gemeinsam feiern zu können, müssen die Bayern zunächst also ihre Aufgabe im Frankfurter Waldstadion erledigen: „Am Samstag will ich gewinnen. So kann ich das schön trennen und für beide Tage volle Motivation haben“, sagte Kompany. Laut Aussage des Belgiers wird der FCB-Familiennachmittag auf dem größten Volksfest der Welt aber auf alle Fälle auch stattfinden, sollte die Partie in Frankfurt nicht so erfolgreich wie gewünscht verlaufen.
Ein Coup und viele Flops: Max Eberls Transferbilanz spricht Bände
Derzeit kursieren viele unterschiedliche Versionen, welche Dimension der noch ausbaufähige FCB-Startrekord hat. In den europäischen Topligen hält diesen wohl das Real Madrid aus der Spielzeit 1968/69 mit elf Siegen: Neun in der Liga, zwei in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister.
Der deutsche bzw. Bundesligarekord entwickelte sich in den letzten vier Jahrzehnten bei jeweils neun Saisonstartsiegen nur über das Torverhältnis: Udo Latteks Bayern im Jahr 1984 – 23:7 Tore; sechsmal Bundesliga, einmal Pokal, zweimal Europapokal der Pokalsieger. Getoppt wurde dies von den legendären Jupp Heynckes-Triple-Bayern 2012/13: 27:4 Tore; Je eine Partie im Deutschen Supercup, DFB-Pokal, Champions League und sechs BL-Partien.
Uneinigkeit besteht darüber, wie der „Startrekord“ von Borussia Dortmund in der ersten Tuchel-Saison 2015/16 gewertet werden soll: Es gibt Statistiken, die weisen neun Siege und 33:9 Tore aus, aber auch solche mit gar elf(!) Siegen und einem Torverhältnis von 39:9. Der Grund hierfür ist, dass die Qualität der besiegten Gegner aufgrund der desaströsen BVB-Vorsaison zum großen Teil schwach war.
Ist das „rekordwürdig“, BVB?
Der Clásico-Rivale des FC Bayern musste sehr früh (Ende Juli 2015) in die Qualifikation für die Europa League einsteigen, wo dann zwei international drittklassige Gegner mit Leichtigkeit eliminiert wurden: Der Wolfsberger AC (1:0; 5:0) und der heute sogar in Norwegen zweitklassige Odds BK (4:3; 7:2). Am 1. Spieltag der EL-Gruppenphase wurde dann FK Krasnodar zuhause mit 2:1 besiegt. Dazu kommen – wie nun auch bei Bayern – fünf Bundesliga-Siege und ein Pokal-Sieg.
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So möge jeder Fußballfan für sich beurteilen, ob fünf Siege in der Europa League, darunter sogar vier in der Qualifikation, einen Supercup-Sieg und zwei CL-Siege (darunter der gegen den Klubweltmeister Chelsea) überbieten. Fun Fact: Während der BVB 2015/16 die beiden folgenden Spiele – national wie international – nicht gewinnen konnte, stellte der FC Bayern unter Pep Guardiola in derselben Saison mit zehn Siegen einen Bundesliga-Startrekord auf.
Rekord-Spekulationen
Hätte der FC Bayern übrigens im Sommer 2015 nicht das Spiel um den deutschen Supercup sehr unglücklich (Last Minute Ausgleich) beim Pokalsieger VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen verloren oder gar nicht gespielt, würde jetzt der Rekord bei 13 (10 BL, 2 CL, 1 Pokal) oder gar 14 Siegen (plus Supercup) liegen. „Wäre wäre Fahrradkette“ (Fußball-Philosoph Lothar Matthäus) – aber für Vincent Kompany sowieso völlig unwichtig.
Für Fußball-Statistiker und anders als Kompany Denkende: Gewinnt der FCB die nächsten drei Spiele in Frankfurt, nach der Länderspielpause – ausgerechnet – gegen den BVB und beim nächsten CL-Heimspiel gegen den FC Brügge, besitzt er ohne weitere Diskussionen alle angesprochenen Saisonstartrekorde.