Franzi Preuß nahm bei Comeback von Biathlon-Konkurrentin besondere Rolle ein
VonAdrian Rehling
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Über ein Jahr war sie raus. Der Rücken blockierte, nichts ging mehr. Nun die Rückkehr an den Schießstand – an sehr prominenter Seite.
Ruhpolding – Die italienische Biathletin Lisa Vittozzi arbeitet für ihre Rückkehr in die Loipe – und zwar mit Unterstützung der deutschen Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß. Wegen schwerer Rückenprobleme musste Vittozzi ein Jahr pausieren, mittlerweile trainiert die 30-jährige Italienerin wieder. In der Chiemgau Arena in Ruhpolding bereitet sie sich auf die Olympischen Winterspiele 2026 in ihrer Heimat vor.
Preuß erweist sich während der schwierigen Zeit als wichtige Stütze für Vittozzi. „Franzi war super hilfsbereit und ich freue mich auf weitere Einheiten“, sagt Vittozzi nach den ersten Schießübungen. „Sie hat mir sofort nach meinem Ausfall im Winter geschrieben und war für mich da. Sie hat mir auch Tipps gegeben, weil sie selbst ähnliches durchgemacht hat.“
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Die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin und WM-Titelträgerin im Massenstart von 2023/24 musste aufgrund schlimmer Rückenschmerzen eine komplette Saison pausieren. Seit März arbeitet sie nun systematisch an ihrem Comeback, um pünktlich zu den Olympischen Winterspielen fit zu sein.
Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß hilft Lisa Vittozzi bei Biathlon-Rückkehr
„Es war sicherlich ein schwieriges Jahr, und zwar auf körperlicher und emotionaler Ebene“, reflektiert Vittozzi über die harte Zeit. „Aber es hat mir auch viele positive Dinge hinterlassen, also denke ich, dass ich stärker als vorher zurückkommen werde.“ Ihr Schießtrainer Edoardo Mezzaro zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt: „Seit Lisa wieder ins Training eingestiegen ist, zeigt sie eine starke Entwicklung.“ Weitere gemeinsame Trainingseinheiten mit Preuß sind bereits geplant.
Für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand/Cortina hat sich Vittozzi klare Ziele gesetzt. Die Unterstützung durch Preuß, die selbst ähnliche gesundheitliche Probleme überwunden hat, könnte dabei entscheidend für ein erfolgreiches Comeback werden. Seit März arbeitet Vittozzi systematisch am Comeback.
Noch einmal Schießtrainer Mezzaro: „Lisas Leistungstests waren sehr überzeugend.“ Vittozzis Ziel für Heim-Olympia ist klar definiert: „Ich erwarte, dass ich mit der Konkurrenz mithalten kann. Wenn ich das tun kann, was ich mir vorgenommen habe, wird eine Medaille nur eine Konsequenz daraus sein.“ Sehr ähnlich klingt auch die Zielsetzung von Franzi Preuß. In ihrer großen Medaillensammlung fehlt nämlich noch eins: Eine olympische Einzelmedaille. (rele)