VonPhilipp Kuserauschließen
Zwei Jahre nach einem denkwürdigen Halbfinale treffen Zverev und Nadal erneut aufeinander. Diesmal sind die Vorzeichen jedoch anders.
Paris – Olympiaheld gegen Sandplatzkönig. In der ersten Runde der diesjährigen French Open kommt es zur spektakulären Neuauflage des Halbfinal-Duells von 2022 zwischen Alexander Zverev und Rafael Nadal.
In dem packenden Match vor rund zwei Jahren gingen beide Stars an ihre Grenzen – Zverev ging sogar darüber hinaus und musste schlussendlich im Rollstuhl vom Court Philippe Chatrier in Paris abtransportiert werden. Es waren denkwürdige Szenen, die sich damals abspielten.
Zverev zählt bei der diesjährigen French Open zu den Titel-Favoriten
Zwei Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Zverev, der zuletzt furios das Masters in Rom gewinnen konnte, zählt zu den Favoriten auf den Titel der French Open. Nadal, mittlerweile 37 Jahre und nur noch auf Platz 276 der Weltrangliste gelistet, werden nur noch Außenseiterchancen eingeräumt. Dennoch sollte der Routinier nicht unterschätzt werden.
Auch Titelverteidiger Novak Djokovic sieht das so: „Wenn man über Roland Garros spricht und Nadal dort ist, ist er für mich immer der größte Favorit“, erklärte er bei seiner Generalprobe in Genf. „Nach all dem, was er auf den Plätzen von Roland Garros getan hat, ist es normal, ihn als den größten Favoriten zu sehen.“ Die Ehrfurcht in der Tenniswelt vor dem Sandplatzmeister ist nach wie vor groß.
Nur Djokovic und Söderling konnten Nadal in Paris besiegen
Zudem kann Nadal bei der French Open (der Sendeplan im Überblick) eine unfassbare Statistik vorweisen: Insgesamt steht er bei 112 Siegen und hat nur drei Partien verloren. 14 Mal stand er im Finale, 14 Mal ging er als Sieger hervor, ohne jemals über fünf Sätze gehen zu müssen.
Im Halbfinale vor zwei Jahren machte Zverev eigentlich das bessere Spiel – dennoch führte Nadal 7:6 (10:8), 6:6, bevor aus deutscher Sich das Unheil seinen Lauf nahm und Zverev an der Grundlinie umknickte. Einzig Novak Djokovic (2015 und 2021) und Robin Söderling (2009) konnten Nadal in Paris besiegen.
Auf Zverev wartet steiniger Weg bis zum Finale der French Open
Dieses Jahr geht Zverev jedoch als Favorit in das Match und könnte das Trauma, das er damals erlebte, überwinden. Für Nadal dürfte es ohnehin die letzte French Open sein. Der Mallorquiner befindet sich im späten Herbst seiner Karriere und damit sozusagen auf seiner Abschiedstour.
„Ich muss mich auf mich selbst konzentrieren, um wie früher meinen Rhythmus in Paris zu finden. Dann habe ich alles selbst im Schläger“, zeigte sich Zverev vor dem Turnierstart selbstbewusst. Angesichts der Gegner-Liste, die im Falle eines Weiterkommens auf Zverev warten würde, ist ein großes Selbstbewusstsein allerdings auch vonnöten.
Im Achtelfinale könnte das dänische Mega-Talent Holger Rune auf ihn warten, im Viertelfinale dann sein ärgster Rivale Daniil Medwedew. Noch dicker könnte es im Halbfinale kommen: Dort würde er dann womöglich die Wege mit Grand-Slam-Rekordchampion Djokovic kreuzen. (kus)
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