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Laura Dahlmeier ist zurzeit im Pamir-Gebirge unterwegs. Jetzt wagte sie sich an ihren zweiten Siebentausender. Die Kälte machte ihr dabei zu schaffen.
Pik Ismoil Somoni – Nach ihrer sehr erfolgreichen Biathlon-Laufbahn hat Laura Dahlmeier das Bergsteigen für sich entdeckt. Die Garmisch-Partenkirchenerin ist inzwischen staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin und wagt sich immer wieder auf aufregende Expeditionen. Zuletzt bestieg die 30-Jährige einen Siebentausender im Pamir-Gebirge in Tadschikistan. Jetzt berichtete Dahlmeier von einem extremen Frost-Erlebnis in über 7000 Metern Höhe.
| Laura Dahlmeier | |
|---|---|
| Geboren: | 22. August 1993 (Alter: 30 Jahre), Garmisch-Partenkirchen |
| Disziplin: | Biathlon |
| Größte Erfolge: | 2x Olympia-Gold, 7x WM-Gold, 33 Weltcup-Siege |
| Karriereende: | 2019 |
Um „in andere Kultur einzutauchen“: Laura Dahlmeier brach zu Bergexpedition auf
Bereits seit mehreren Wochen ist die zweifache Biathlon-Olympiasiegerin mit ihrem Bruder Pirmin und einigen weiteren Begleitpersonen in Tadschikistan unterwegs. Diese Reise scheint jetzt zu Ende zu gehen, schenkt man Dahlmeiers jüngstem Beitrag auf ihrem Instagram-Profil Glauben. Diesen begann sie mit einer Frage an ihre Anhänger: „Was ist Erfolg? Der Gipfel? Eine Goldmedaille? Ein neuer Rekord? Sicher nach Hause zu kommen? Glücklich sein?“
Eine erste Antwort darauf gab die hochdekorierte ehemalige Weltklasse-Wintersportlerin anschließend selbst: „Das Ziel unserer Expedition nach Tadschikistan war es, den Pik Korschenewskaja (7105 Meter hoch) und den Pik Kommunismus / Ismoil Somoni (7495 Meter) zu besteigen“, schrieb Dahlmeier, die sich in den Bergen bestens auskennt. Sie habe sich aber auch deshalb auf den weiten Weg nach Tadschikistan gemacht, um „neue Erfahrungen zu machen, in eine andere Kultur einzutauchen, von anderen Menschen zu lernen, das Expeditionsleben zu leben, neue Berge zu sehen, eine gute Zeit zusammen zu haben und mit Sicherheit sicher nach Hause zu kommen.“
„Keine Chance“: Laura Dahlmeier kämpft auf Bergtour in Tadschikistan mit Kälte
Und das offenbar mit Erfolg, wie Dahlmeier hocherfreut mitteilte: „Wir haben 75 Prozent unserer Gipfelziele und 100 Prozent der anderen Ziele erreicht.“ Allerdings machte die 30-Jährige im Zuge einer Tour eine Grenzerfahrung in eisigen Höhen.
„Auf dem Weg zum Pik Kommunismus hatten wir sehr kalte Wetterbedingungen und tiefen Schnee. Nach einer Nacht auf 7000 Metern folgten wir unseren neuen russischen Freunden, die sich im oberen Teil durch beinhohen Schnee gruben“, berichtete die Garmisch-Partenkirchenerin. Ihre Füße seien „unglaublich kalt“ gewesen. Deshalb habe sie, wie schon an den vorherigen Tagen, versucht, diese aufzuwärmen. „Aber keine Chance. Alle Bemühungen waren umsonst“, sorgte Dahlmeier bei ihren Fans sicherlich für einige besorgte Mienen.
„Brauche alle meine zehn Zehen“: Dahlmeier macht Grenzerfahrung in eisiger Höhe
Anschließend gab es für die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin, die sich auch kürzlich zu ihrem 30. Geburtstag aus luftiger Höhe gemeldet hatte, „nur eine vernünftige Entscheidung: Abstieg. Auf 7100 Metern beschloss ich, zu unserem Zelt zurückzukehren und zu versuchen, meine Füße aufzuwärmen, während mein Bruder weiter aufstieg.“
Dies sei „eine schwere Entscheidung“ gewesen, so Dahlmeier, „aber wir haben nur einen Körper und ich brauche alle meine zehn Zehen.“ Deswegen machte sie kehrt: „Ich kämpfte mich zurück zum Zelt und drückte meinem Bruder und den anderen Jungs die Daumen“ – mit Erfolg: „Gegen zehn Uhr erreichten sie den Gipfel, den höchsten Punkt der ehemaligen Sowjetunion“, schrieb sie voller Stolz. „Zum Glück ging alles gut, auch wenn es ein enormer Kraftakt war!“
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Laura Dahlmeier übersteht extremes Kälte-Erlebnis „ohne Folgeschäden“
„Einen Tag später erreichten wir bereits das Basecamp ohne Folgeschäden“, beruhigte die 30-Jährige ihre zahlreichen Fans. Sie gab ihnen eine wertvolle Botschaft mit: „Am Ende würde ich sagen, dass unsere Expedition erfolgreich war, auch ohne den zweiten Siebentausender für mich. Wir sind beide glücklich und gesund zurück!“, unterstrich Dahlmeier mit Blick auf ihre Einstiegsfrage, dass Erfolg an mehreren Faktoren gemessen werden kann.
Ihre Tadschikistan-Rundtour war damit allerdings noch nicht beendet. Schließlich „blieben ja noch ein paar Tage für zwei weitere schöne kleinere Berge...“, stellte die Biathlon-Koryphäe weitere Berichte von eisigen Erlebnissen in Aussicht. Bereits vor einigen Monaten hatte sie dem Frost getrotzt: Damals hatte Dahlmeier den höchsten Gipfel der Türkei bezwungen, obwohl es „saukoid“ gewesen war. (wuc)
Rubriklistenbild: © Screenshot (3): Instagram/Laura Dahlmeier

