Eintracht-Gegner

FSV Mainz 05: Hinten ganz gut dicht und vorne leicht ausrechenbar

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Das Toptalent beim FSV Mainz 05: Brajan Gruda.
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Warum der Gast FSV Mainz 05 das Nachbarschaftsduell bei Eintracht Frankfurt am Freitag wohl eher nicht gewinnen wird und Toptalent Brajan Gruda somit ein Negativrekord droht.

Auf die Statistikabteilung des „Kicker“ ist gemeinhin Verlass. Gerade haben die Zahlenmenschen dort herausgefunden, dass dem jungen Mainzer Offensivspieler Brajan Gruda Ungemach droht. Der 19-Jährige gilt zwar zurecht als Toptalent, könnte aber am Freitagabend (20.30 Uhr/Dazn) bei Eintracht Frankfurt einen Negativrekord der Bundesliga aufstellen. Denn nach 17 Einsätzen im deutschen Fußball-Oberhaus wartet der Wusel weiter auf seinen ersten Sieg. Beim einzigen Erfolg von Mainz 05 in dieser enttäuschenden Saison, einem 2:0-Sieg im ersten Spiel unter Trainer Jan Siewert gegen RB Leipzig, fehlte Gruda wegen einer klaffenden Wunde am Fuß. Ganz tip-top fit ist er auch in diesen Tagen nicht, eher unwahrscheinlich, dass er im Waldstadion zur Startelf gehören wird.

Kaum anzunehmen, dass Gruda seinen bislang im Profigeschäft erlangten acht Unentschieden (bei neun Niederlagen) ausgerechnet in Frankfurt den ersten dreifachen Punktgewinn hinzuzufügen kann. Zuletzt unter Bo Svensson agierten die Nullfünfer harmlos wie Plüschtiere bei der Eintracht. Nach dem 0:3 zum Ende vergangener Saison war der Däne restlos bedient, schon da taten sich Abnutzungserscheinungen auf, die Anfang November in der Trennung des beliebten Ex-Chefcoaches mündeten.

Jan Siewert hat Mainz 05 seitdem stabilisiert. In sieben Spielen unter seiner Führung gab es sieben Punkte, nach Tabellenführer Leverkusen stellt Mainz in der Siewert-Zeit die stabilste Defensive. Aber während Bayer auch nach vorne imponiert, ruckelt und zuckelt es im Mainzer Offensivspiel. Was auch damit zu tun hat, dass Draufgänger Gruda nicht mehr so unbekümmert daherkommt wie noch unter Svensson. Ergo agieren die Mainzer arg ausrechenbar, auch das Comeback von Jonathan Burkardt nach einem vollen Jahr Verletzungspause hat daran rein gar nichts verändert.

„Wir müssen an Zielstrebigkeit und Effektivität arbeiten“, erwartet Torwart Robin Zentner, Aussagen, die man in Mainz murmeltierartig schon von den Übungsleitern Schwarz, Beierlorzer, Lichte und Svensson vernommen hat und die nun auch verstärkt auch Thema im Trainingsbetrieb unter Siewert sind. Der sah es richtigerweise zunächst als dringlich an, die löchrige Abwehr zu stopfen, Ziel ist es im Jan-Siewert-Style, stets eine „plus-eins-Situation“ in Ballnähe herzustellen, um so dem Mitspieler schnell zur Hilfe eilen zu können.

Bei der Eintracht hat der Mainzer Trainer einen „flexiblen Spielaufbau“ diagnostiziert, der „ein bisschen asynchron“ daherkommt. Mit aggressivem Anlaufen will Siewert die Frankfurter in Verlegenheit bringen, ganz so, wie das Darmstadt 98 neulich in der Schlussphase gelungen ist.

Nun muss sich die Eintracht aber ehrlicherweise vor dem ziemlich vorhersehbaren Mainzer Offensivspiel nicht großartig fürchten, bei dem in 17 Spielen (die wegen des Wintereinbruchs ausgefallene Partie gegen Union Berlin wird am 7. Februar nachgeholt) bislang magere 14 Törchen und elf Pünktchen herausgekommen sind. Es müsste schon sehr viel passen, sollte Mainz 05 in Frankfurt den ersten Dreier einfahren. Beim Hinspiel im August, einem seltenen spielerischen Lichtblick aus Mainzer Sicht, wäre genau das verdient gewesen. Doch Omar Marmoush traf in der Nachspielzeit zum 1:1.

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