Arda Güler erwägt Real-Abschied – doch heiße Spur führt nicht in die Bundesliga
VonChristopher Michel
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Adrian Kühnel
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Arda Güler gilt als Mega-Talent, dessen Entwicklung bei Real Madrid stagniert. Der türkische Nationalspieler könnte die Königlichen verlassen – doch wohin?
Madrid – Als Arda Güler im Sommer 2023 zu Real Madrid wechselte, hatten sich die Königlichen gegen namhafte Konkurrenten wie den FC Barcelona durchgesetzt. Die Madrilenen zahlten für das türkische Mega-Talent kolportierte 20 Millionen Euro. Dank Boni kann die Ablöse, die Fenerbahçe insgesamt winkt, noch auf bis zu 30 Millionen Euro ansteigen.
Arda Güler: Ein Mega-Talent, dessen Entwicklung stagniert
Güler hatte, nicht zuletzt ob Verletzungen, mit Startproblemen beim spanischen Rekordmeister zu kämpfen. Doch gegen Ende der Vorsaison ließ der 20-Jährige sein Können dann endlich aufblitzen. In seinen letzten fünf LaLiga-Einsätzen markierte er fünf Tore – und bestätigte damit den Eindruck, dass in ihm großes Potenzial steckt.
Doch rund zehn Monate später lässt sich konstatieren: Gülers Entwicklung bei Real Madrid stagniert. Cheftrainer Carlo Ancelotti setzt nur sporadisch auf den türkischen Nationalspieler, der schon mehrfach in dieser Saison gänzlich ohne Einsatz blieb und sich damit vergeblich aufwärmte.
Güler beschäftigt sich mit Abgang von Real Madrid
Nach Informationen von fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA, setzen sich Güler und seine Berater deshalb mit einem Abgang aus Madrid auseinander. Zuletzt wurden Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Frankfurt aus der Bundesliga als Interessenten gehandelt.
Ein Wechsel von Güler nach Leverkusen würde infrage kommen, wenn Florian Wirtz die Werkself verlässt. Der amtierende deutsche Meister würde dabei einen Kauf präferieren, eine schlichte Leihe käme eher nicht infrage. Real Madrid wiederum schließt einen Verkauf von Güler nicht aus – das allerdings nicht ohne Rückkaufoption.
Martin Ødegaard gilt dabei als mahnendes Beispiel. Real Madrid holte den damals 16-Jährigen 2015 für rund sieben Millionen Euro inklusive Boni vom norwegischen Erstligisten Strømsgodset. Doch Ødegaard konnte sich in den Folgejahren bei den Blancos nie ordentlich durchsetzen, wurde zwischenzeitlich an Real Sociedad und den FC Arsenal verliehen, ehe er 2021 für rund 40 Millionen Euro inklusive Boni an Arsenal verkauft wurde – ohne Rückkaufoption. Heute gilt Ødegaard als Leistungsträger der Gunners, sein Marktwert wird von transfermarkt.de auf 110 Millionen Euro taxiert.
Eintracht Frankfurt mit Außenseiterchancen bei Güler
Eine solche Entwicklung will Real Madrid bei Güler verhindern. Die Madrilenen wollen, wenn sie Güler abgeben, die Kontrolle behalten und sich die Option offenhalten, Güler zurückholen zu können. Eine Leihe zu Eintracht Frankfurt würde da vermeintlich ins Bild passen. Doch die Hessen besitzen wohl eher Außenseiterchancen.
Ein Wechsel nach Frankfurt wäre für Güler nämlich mit einem zu hohen Risiko verbunden. Sollte er bei der Eintracht scheitern, wäre es für ihn im Anschluss schwierig, noch einmal bei einem Top-Klub von internationalem Renommee anzugreifen. Und auch aus SGE-Sicht gilt ein Deal als fraglich. Dass Sportvorstand Markus Krösche Real Madrid die Kontrolle überlässt, darf angezweifelt werden. Für die Planungssicherheit der Eintracht wäre dies von Nachteil.
Dass Güler am Main landet, ist aber nicht komplett auszuschließen. Erst recht dann nicht, wenn die Frankfurter die Qualifikation für die Champions League gelingen sollte. Das aber ist Zukunftsmusik.
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Wie fussball.news erfahren hat, gilt aktuell jedoch eine Leihe von Güler zu einem großen italienischen Verein als sehr realistische Option. Teams der Güteklasse AC oder Inter Mailand wären im Fall der Fälle potenzielle Abnehmer. Sollte es in der Serie A nicht klappen, wäre es immer noch möglich, danach einen Versuch bei einem ambitionierten Bundesligateam wie Eintracht Frankfurt zu wagen. Güler will seinen nächsten Karriereschritt bedacht wählen, bei der Auswahl eines potenziellen neuen Klubs geht es für ihn auch um den Rang und Namen.
Wie es für Güler weitergeht, werden letztlich die kommenden Monate entscheiden. Sollte seine Spielzeit bei Real Madrid weiterhin rar sein, wäre es nur logisch, wenn Güler im Sommer eine Veränderung wagt, um seine verheißungsvolle Karriere nicht in Gefahr zu bringen.